Forum Movies - Reviews: Kino
Beitrag Knallhart
Knallhart oder: Verpiss dich, du Opfer! Der neue Buck überrascht in zweierlei Hinsicht. Erstmals hat der deutsche Witzbold (Männerpension, Wir können auch anders) fremdes Material verfilmt und dabei handelt es sich, auch zum ersten Mal, nicht um eine reine Komödie. Das Drehbuch stammt aus der Feder von Zoran Drvenkar und Gregor Tessnow, zwei junge Männer, die im Problemkiez Neukölln aufgewachsen sind, und die Situation dort gut kennen. Regisseur und Teilzeit-Schauspieler Detlef Buck hat selber auch vor Ort recherchiert und eigene Ideen hinzugefügt. Leider sind es genau die Szenen, die uns dem Bandenchef Erol als fürsorglichen Vater, der er privat zu sein scheint, näher bringen sollen, die nicht so richtig zum grimmigen Realismus des Films passen möchten. Schlicht erfunden ist auch das pervertierte Kindergeburtstagsspiel, bei dem das Opfer (übrigens eins der beleidigtsten Schimpfworte im Berliner Slang) unter einem Kessel sitzt und jemand mit verbundenen Augen den Kopf des Opfers mit einem Baseballschläger zu treffen versucht. Das Filmen von Prügeleien mit Videohandies soll es hingegen geben. Knallhart ist wohl der erste Film, der das so genannte Happy Slapping ins Kino bringt. Der Film wirkt ein bisschen wie eine kommerziellere Version des ähnlich gelagerten Brudermord. Trotz dem hippen Soundtrack wirkt der Film aber nie anbiedernd. Bei aller Härte gibt es auch immer wieder was zu schmunzeln. Dafür sorgt der Buck schon. Herausragend ist Newcomer Kross als Polischka, der immer ein bisschen schlauer ist, als man es in diesem Umfeld erwarten würde, aber auch die jungendliche Zerbrechlichkeit gut meistert. Schlicht überrascht ist man von Jenny Elvers-Elbertzhagen. Sie ist so was wie der deutsche Carlos Leal. Sie spielt sehr gut, aber man weiss bei ihr nicht, ob sie eine Rolle, die dem Bild, das man von ihr hat nicht so ähnlich ist, ebenso gut spielen könnte. |
Na aso, fünf Sterne? Ich weiss ja nicht, aber mir kam die Geschichte viel zu unglaubwürdig vor. Ich glaube nicht, dass jemand bei der Hau den Lukas mit Baseballschläger Szene nicht ohne eine grobe Gehirnerschütterung und/oder Bewusstlosigkeit davon kommen würde. Und desweiteren: wieso kam Polischka ungestraft davon (Diebstahl)? Viel zu zufällig befindet sich der dann auch bei den Dealern. Wieso in aller Welt wirft Michaels Erzfeind den Sack voller Kohle «über Bord», obwohl dieser genau weiss, dass ein Vermögen drin steckt? Wieso findet der «Künstler» Polischkas Geld? Ich könnte noch zig weitere Fragen stellen. [Editiert von koma. am 2006-11-21 19:04:04] |
Der Film zeigt sehr gut auf, wie kalt, brutal aber auch in gewisser Weise primitiv das Klima in Vierteln wie dem berliner "Neukölln" ist. Für mich unbegreiflich ist die Lola für die Musik, denn diese und die Soundeffekte sind der einzige Minuspunkt. Die Schauspieler überzeugen auch, für mich überraschend gut gespielt hat Jenny Elvers-Elbertzhagen. Der Film ist jedenfalls sehr sehenswert. |

