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Beitrag Dreamer: Inspired by a true Story
Dreamer: Inspired by a true Story oder: Rivalen der Rennbahn Reloaded Um mit dem Positiven einzusteigen: Dreamer: Inspired by a true Story ist ein Segen für alle besorgten Mamis und Papis, die einen Kinobesuch mit ihren Jüngsten planen. Der Film hält, was er verspricht und bietet eine zu hundert Prozent kind- und familiengerechte Story: keine Gewalt, keine Kraftausdrücke, kein Sex, unverdächtige Hauptdarsteller, eine klare Trennung von Gut und Böse sowie eine leicht erkennbare, positiv-orientierte Moral von der Geschicht': Hab' Vertrauen und das Gute wird siegen! Dazu ein hübsches Pferd im Mittelpunkt. Ein porentief reiner Familienfilm, den man seinen kleinen Sprösslingen gefahrlos vorsetzen kann. Ausser den Jüngsten wird allerdings kaum jemand an John Gatins' Dreamer viel Gefallen finden. Kein Wunder: Der Film ist furchtbar steril, ohne jedwelche Ecken und Kanten und in etwa so anspruchsvoll wie ein Wendy-Comic. Die Geschichte folgt dem Schema "Familienfilm" in beängstigender Präzision und reiht die einzelnen Bausteine (die Guten, die Bösen, das Unrecht der Bösen an den Guten, die letzte grosse Hürde vor dem Happy-End, das Happy-End) brav aneinander. Das Resultat ist entsprechend stereotyp und geradezu unglaublich hervorsehbar. Und eine Story, die in leicht veränderter Form schon tausend Mal gezeigt wurde, lockt nun halt wirklich niemand mehr hinter dem Ofen hervor. Zwei kleine Highlights gibt es immerhin dennoch: Das ist zum einen Dakota Fanning (War of the Worlds), deren wuschelköpfige, entschlossene Cale man einfach liebhaben muss. Zum anderen ist es Freddy Rodriguez (demnächst in Poseidon), der den dickbäuchigen Jockey Manolin zu einem sympathischen, freundlichen Tolpatsch macht. Fanning und Rodriguez sind es, die auch dem über zwölfjährigen Zuschauer wenigstens ein paar wenige witzige Momente bescheren und dem Film etwas Charme verleihen. Daneben bleibt der Routinier Kurt Russell (Vanilla Sky) vollkommen farblos, von seiner Filmgattin Elisabeth Shue (Mysterious Skin) ganz zu schweigen. Die "wahre Geschichte", worauf der Film gemäss Untertitel basiert, ist übrigens jene der Stute "Mariah's Storm". Das vielversprechende Jungpferd brach sich 1993 in einem Rennen das Bein - und feierte entgegen allen Erwartungen ein Jahr später ein phänomenales Comeback. Regisseur und Drehbuchautor John Gatins, bis anhin vorrangig für Drehbücher im Bereich Basketball (Coach Carter) und Baseball (Hardball) zuständig, war davon so beeindruckt, dass er sich entschloss, eine Pferdegeschichte zu schreiben. Das Presseheft zitiert ihn mit der Äusserung: "Ich scherze immer, dass diesem Film sehr umfangreiche Recherchen vorangegangen sind, weil ich seit so vielen Jahren ein grosser Fan von Pferderennen bin". Der Witz sitzt, wenn auch ungewollt: In Sachen Recherchen zum Thema Pferd wurde bei Dreamer nämlich wirklich einiges verpasst - oder man wollte die Kenntnisse einfach nicht umsetzen. Tatsache ist: Als Pferdefilm ist Dreamer einfach Quatsch. Dass gewisse Details vollkommen uneralistisch sind - beispielsweise die vom Film vorgeschlagene Therapie, ein Pferd liegenderweise in eine achtstündige Vollnarkose zu versetzen und dannach wochenlang ein Meter über dem Boden schweben zu lassen; eine Rosskur, die in der Realität kaum ein Pferd überstehen wird - mag ja noch angehen und stört vermutlich nur jene, die sich mit der Materie etwas eingehender befasst haben. Die total vermenschlichte Darstellung des Vierbeiners (apportiert Gegenstände, frisst Kuchen, teilt seinem Trainer mit, dass es unbedingt das Rennen laufen will etc.) nervt aber unglaublich. Bezeichnenderweise wurden gemäss Presseheft für die Dreharbeiten denn auch sage und schreibe sieben (!) Tiere gebraucht, um die Stute Soñador mit all ihren Tricks und Fähigkeiten darzustellen. Witziges Detail: Die drei zur Hauptsache eingesetzten Pferde waren alles männliche Tiere... So ist John Gatins' Pferde- und Familiengeschichte insgesamt eine herzlich uninspirierende Angelegenheit und in gewissen Belangen fast schon ärgerlich (siehe vorangehender Abschnitt). Der Film mag eine gewisse Berechtigung als Hochglanz-Familienfilm haben, kann ausserhalb dieser Zielgruppe aufgrund seiner vorhersehbaren, sterilen Geschichte aber kaum jemandem empfohlen werden. Schade. |
So liebe Schüler, heute besprechen wir das Thema "wie mache ich einen Film nach Anleitung und mit allen gängigen Klischees". Bereit? Also los. Erst nehmen wir eine Geschichte, die schlussendlich gut ausgeht, wenn möglich mit einem Tier das wir dressieren können und einem kleinen Kind, das mit grossen Augen für Herzwärme in den Kinosälen sorgt. Dann brauchen wir noch einen Vater, der mit dem eigenen Dad nicht mehr spricht, obwohl beide nebeneinander wohnen und die sich im Lauf des Films herzergreifend versöhnen. Dann braucht der Papa noch eine blonde Nebenrollenfrau, die er anfänglich kaum beachtet, aber schlussendlich zärtlich küssen kann. Den Rest des Casts füllen wir auf mit ach gar lustigen Mexikanern. Fertig? Halt! Einen Bösewicht brauchen wir auch noch. Und zwar einen solchen, den man kaum sieht, der nichts zu machen braucht und der den Papa schon nach ein paar Filmminuten von seinem Job entlassen kann und somit seine ach so teuflische Seite zeigt. Wenn man das alles beisammen hat, wobei man bei den Figuren darauf achten soll, dass sie entweder bekannt sind oder tierisch herzig aussehen, macht man sich an die Story. Das Tier, wir haben uns für ein Pferd entschieden, muss unbedingt erst einen Schicksalsschlag hinnehmen, den jedes andere Pferd sofort zum Metzger geschickt hätte. Dann soll es gerettet werden, natürlich von Papa und Töchterchen, die sich damit zwar in den finanziellen Ruin treiben, aber schön positiv denken, dass die Stute einmal viel Kohle einbringt, weil sie so speziell ist. Dann verbringt man einen grossen Teil damit, zu zeigen, wie das Mädchen das Rössli mit Glace füttert und somit eine "Beziehung" aufbauen kann. Wir wollen ja was zu jubeln haben, wenn der komplizierte und kaum verheilende Bruch des Pferdebeins wider Erwarten doch verheilt. Das Pferd lassen wir eines Tages, einfach so, mit dem Mädel auf dem Rücken losgaloppieren und schauen, dass in vernünftiger Zukunft ein grosses Rennen stattfindet, auf das man hinarbeiten kann. Das Rössli wird immer schneller, die Kleine total vernarrt ins Pferd und Papa, sowie Grandpa, sind realistisch genug, um zu wissen, dass das Rössli zwar gut ist, aber wohl im Rennen keine Chance hat. Ausserdem müssen noch ein paar Twists eingebaut werden. Wie wärs mit einem nicht geplanten Verkauf des Rösslis, herzigen Meitli-Tränen und ein grandioses Comeback auf dem Gut? Wie wärs mit der Tatsache, dass die Familie kein Geld hat für die Anmeldegebühr fürs grosse Rennen? Da könnte man herrlich einen Prinz einsetzen, der (wahrscheinlich durch dubiöse Öl- oder Waffengeschäfte erworbenes) Geld spendet und somit seinen eigenen, bösen Bruder eins auswischen will. So, der Film steht. Das Ende lassen wir mal offen. Achja, Dreamer, wie das Pferd heisst, soll für die Zielgruppe der 8-15 jährigen Mädchen mit potenziell reichen Eltern sein, die dann sofort ein Rössli kaufen und all ihre Kollegen ins Kino schleppen. Das wird ein Knaller *händereib*.... |
Zitat muri (2006-03-30 10:25:33)
Gratulation Als ich den Trailer sah, war gleich klar...we have a winner Mir kommt immergleich die Pferde-Kopfszene aus Godfather in den Sinn... |
lol pferdeflüsterer reloaded -.- sowas bringt kitag dann, aber underworld, ne, das wollnse ned. shame on you! |
1. Kuchen fressen=naja...
das finde ich ein interessantes und witzigens detail
vielleicht wurde auch in diesem artikel ein bisschen zu wenig nachgeforscht(http://www.mittierenreden.ch/) ist mir egal wer daran glaubt oder nicht klar, der film kommt recht kitschig rüber, aber ich finde in trotz eurer kritik sehr gut. |
Zitat pollyexpress (2006-05-02 10:40:14)
Zitat pollyexpress (2006-05-02 10:40:14)
Zitat pollyexpress (2006-05-02 10:40:14)
Zitat pollyexpress (2006-05-02 10:40:14)
Zitat pollyexpress (2006-05-02 10:40:14)
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ja das mit der einzelhaltung find eich auch nicht so sonderlich toll(bessergesagt daneben) was ich zumbeispiel daneben finde(ist aber leider auch in der realität so) das in diesem fall sonador(ich krieg das wellchen über dem n nicht hin
also dann |
Komme gerade aus dem Kino (schreckliches Publikum übrigens, da sollte man doch meinen, dass an einem Sonntag nicht plötzlich alle Störenfriede auf einmal in einen Familienfilm gelatscht kommen). Viel muss wohl nicht mehr gesagt werden, Dreamer ist ein typischer Friede Freude Eierkuchen Familienfilm mit viel Herz. Insgesamt war er doch besser als ich ihn mir vorgestellt hatte aber einige Szenen fand ich ein bisschen Out of Place, jegliche mit der Mutter zB, die hätte man auch gleich ganz weglassen können. Für einen netten Abendfüller mit dem Partner reichts aber allemal. |

