Forum Movies - Reviews: Kino
Beitrag La Tigre e la neve
La Tigre e la neve oder: wo hab ich bloss mein Auto parkiert... Filme mit Roberto Benigni haben regelmässig mit einem grossen Risikofaktor zu kämpfen. Nämlich mit Roberto Benigni selbst. Seine Art des Schauspiels ist eine Mischung zwischen dem Kind im Mann und übertriebener Selbstüberschätzung. Er hampelt, reisst Witze, verhält sich kindlich naiv, löst aufkommende Probleme mit grossen Ideenreichtum und bringt den Zuschauer auch in den heikelsten Phasen der Geschichte immer wieder zum schmunzeln. Ja, der Mann bewegt sich auf der dünnen Linie zwischen Liebe und Hass. Was in seinem letzten Flop Pinocchio als ärgerlich, unnötig und quälend empfunden wurde, schafft er in La Tigre e la Neve so zu drehen, dass sich der Zuschauer mehr als einmal an den Oscar-Film La Vita e Bella erinnert fühlt. Und das ist definitiv als gutes Zeichen zu werten. Die Geschichte ist eigentlich eine ganz einfache. Was Roberto Benigni allerdings daraus macht, ist klasse. Dank seines kindlichen Charmes, seiner Gabe immer das Positive aus der Situation zu ziehen und seines (in diesem Film wieder) herrlichen italienischem Geplappere bringt er auch die längeren und ruhigeren Szenen gut unter den Hut. Aber grundsätzlich gilt für Roberto Benigni wie für fast keinen anderen Schauspieler: Entweder hasst oder liebt man ihn. An der Seite des Poeten ist (wie meist) seine Ehefrau Nicoletta Braschi, deren Rolle aber auch hier glücklicherweise recht kurz gehalten wird, obwohl sie eigentlich eine Hauptrolle spielt. Nur da liegt sie mehrheitlich stumm im Bett und wird von Attilio auf spezielle Weise gepflegt. Mit Jean Reno wurde sogar noch ein in Hollywood erprobter Name engagiert, der leider in seiner Rolle als gequälte und die Menschen nicht verstehende Seele schlussendlich blass bleibt und untergeht. Tom Waits sagt dem heutigen Kinopublikum wahrscheinlich nicht mehr viel. Und trotzdem ist sein rauhes und anfänglich sehr gewöhnungsbedürftiges "You can never hold back Spring" ein Lied, dass optimal zum Film passt und auch dementsprechend zelebriert wird. Dass der Meister selber am Klavier zu sehen ist, zeugt von einer gegenseitigen Sympathie mit dem Hauptdarsteller von La Tigre e la Neve. Fazit: La Tigre e la Neve begibt sich auf die Spuren von La Vita e Bella, ohne schlussendlich dessen Klasse zu erreichen. Und trotzdem vermag die Geschichte um Attilio sehr zu gefallen, auch wenn es nicht jedermanns Sache ist, wenn ein "ernstes" Thema mit Humor verarbeitet wird. Aber irgendjemand hat mal gesagt, dass man mit Humor die grössten Gefahren bezwingt und die schlimmsten Situationen übersteht. Dem kann man eigentlich nichts mehr hinzufügen. |
Ich finde den Film ein sehr traumhaftes teil. |
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OutNow.CH-Interviews mit Roberto Benigni und Nicoletta Braschi |
Das französische Filmheft 'Premiére' hat dem Film 0 Sterne gegeben, viel mehr hat dieser selbstverliebte Nervpoet hier auch kaum verdient. Es reicht, Benigni, Deine Kasperlpoesie ist längst zur leerdrehenden Masche geworden. |
"selbstverliebte Nervpoet" ach mich schauerts, was für ein Wesen du wohl hast? Klar jedermans Geschmack hat gleichviel Wert. Für mich ist Roberto nicht sebstverliebt, in Liebe sollte sich Ich und Du verlieren, man liebt einfach. Für mich gehört dieser Film seit dem 30. März zu meinen Lieblingen, danke Benigni für die Liebe, den Glauben und die Hoffnung. Von mir kriegt er volle Punktzahl, weil er in allen Hinsichten, meine Erwartungen an einen Film erfüllt hat. |
'Man liebt einfach', |
Ach wie schön. Toll wie der/die Neunmal-Kluge die Karten aufdeckt und dem sprachlosen Leser erklärt, wer hier wem auf den Leim geht. Für mich ist das nur "klug-scheisserisches" Getue, das nervt (sorry, so ist es nun mal). Che tristezza! |

