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Lenz oder: Wie Grenzen überschritten werden


Mit seiner Mischform aus Fakten und Fiktion versucht Thomas Imbach die literarische Vorlage von Büchner filmisch darzustellen. Büchner erzählt aus dem Leben des Dichters Lenz (1751-1805). Der Protagonist hat Visionen vom Leben, mit denen er nicht klar kommt. Der moderne Filmemacher Lenz baut sich ein Iglu, lädt die Feriengäste von Zermatt auf einen Drink ein oder steckt seinen Kopf ins eiskalte Wasser. Das emotionale Drama der Hauptfiguren spielt sich im touristischen Zermatt ab. In den Dorfszenen sind die richtigen Dorfbewohner zu sehen, die die Absurdität, die gezeigt werden will, verkörpern, ohne, dass sie es wissen. Lenz flitzt halb nackt durch das Dorf und eine wacklige Kamera folgt ihm durch die herrliche Landschaft. Ein Hotelwagen überholt ihn.

Im Innern der Familie, in der warmen Hütte hingegen ist die Kamera ruhig und nahe bei den Figuren. Hier gelingt es Imbach eine Wirklichkeit einer modernen Beziehung zu zeigen. Ich komme Natalie näher und will mehr wissen über ihre Ängste und ihre Art Lenz zu lieben. Leider reist sie gerade dann wieder ab.

Film und Video, Inszenierung und Improvisation, Schauspieler und Laiendarsteller, Lovestory und Slapstick: Imbach bringt Gegensätze zusammen. Doch diese Mal ist es ihm nicht gelungen alles zu einem Ganzen zu formen. Nach einer Viertelstunde habe ich genug von lustigen Aktionen und Experimenten, die mich an eigene Videoaufnahmen in den Skiferien erinnern. Spätestens aber, wenn Lenz seine Familie das zweite Mal verliert und ich mit Schrecken feststelle, dass es nun wieder von vorne los geht, habe ich definitiv genug von dem Film und möchte die Reithalle in Solothurn verlassen. Leider sitze ich verdammt weit oben und meinen Nachbarn will ich auch nicht wecken. Darum warte ich geduldig auf die wunderbaren Aufnahmen vom Matterhorn.

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Romana's Wertung: 3 Sterne

Hab selten so was Doofes gesehen. Frage mich, ob Imbach den Lenz überhaupt gelesen hat? Büchner beschreibt seinen Lenz mit "anmutigem Kindergesicht" und "blonden Locken". Lenz-Darsteller Milan Peschel ist aber ein hässlicher Gnom mit blonder Perücke. (Siehe Poster) Das einzige, was die beiden verbindet, ist die Vorliebe, in arschkaltem Wasser zu baden.

Nur am total unsympathischen Haupdarsteller kann es aber nicht liegen. Die Après-Ski Aufnahmen haben mich ganz stark an das ungeschnittene Material, das mir von Amateuren einer Videoprojektwoche in der Sekundarschule vorgesetzt wurde, erinnert.

rm's Wertung: 1.0 Sterne


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