Forum Movies - Reviews: Kino
Beitrag The Secret Life of Words
The Secret Life of Words oder: Bevor die Welle bricht Die spanische Regisseurin und Drehbuchautorin Isabel Coixet, die bereits 2003 mit der talentierten Schauspielerin Sarah Polley im Drama My Life Without Me zusammengearbeitet hatte, wählte für La vida secreta de las palabras (2005) wiederum die grossäugige Kanadierin als Hauptdarstellerin aus. Zur Seite wurde ihr mit Tim Robbins ein erfahrener Hollywood Schauspieler (Mystic River (2003), The Shawshank Redemption (1994)) gestellt. Eine Kombination, die dank der ungleichen Gleichheit der Rollen und deren Charaktere sehr gut funktioniert, ja sich geradezu ergänzt und vervollständigt. Hannas Geschichte beginnt sehr steril. Der Alltag der Hauptfigur ist gefüllt mit sich wiederholenden Dingen: Fliessbandarbeit, mittags und abends stets die gleiche Mahlzeit, kein Kontakt mit anderen, das Hörgerät (Hanna ist schwerhörig) ein und wieder aus. Als sich Hanna gegen Ende des Films zu öffnen beginnt, wird einem erleichternd klar, warum sie ihr Leben in den ersten Szenen nur an ihrer Arbeit, der Pflichterfüllung orientiert und damit einem apathisch-verschlossenen Wesen ähnelt. Die Entwicklung der Figur Hanna berührt sehr. Diejenige von Josef ebenso. Dies ist einerseits der Story und den behandelten, ziemlich happigen Themen zu verdanken. Andererseits sind die übrigen Rollen - die der Bohrinsel-Crew inklusive Gans - mit ebenfalls sehr glaubwürdigen Schauspielern besetzt, so dass dank der verschiedenen Charaktere, die zu spielen sind, die thematisch schweren Handlungen durch jene durchbrochen und aufgelockert werden. Ob der Film ein Happy End aufweist oder Hanna ihre Schritte nach vorn zurücktritt, sei hier nicht verraten. Soviel nur: an Dramatik fehlt es diesem Movie nicht... Ferner machen einen die vielen Symbole, die Isabel Coixet in ihrem Werk einsetzt - zum Beispiel die der Bohrinsel und der Gans - nachdenklich. Ab und an rufen sie Erinnerungen, wenn auch etwas entfernt, an gymnasiale Zeiten wach, als Interpretationen grosser literarischer Werke (Faust, Narziss und Goldmund etc.) an der Tagesordnung standen. In The Secret Life of Words sprudelt es nur so von Symbolik, beinah jede Szene beinhaltet eine solche, wenn nicht mehrere. Womit einer durchaus spannenden, tiefgründigen Diskussion zum Film nichts im Wege steht. (Oder aber die potenziellen Teilnehmer halten von Interpretationen allgemein nicht viel und bleiben stumm...) Zu guter Letzt bleibt noch zu erwähnen, dass der Film Inge Genefke gewidmet ist, die sich für RCT/Rehabilitation and Research Centre for Torture Victims (Dänkemark) und IRCT/International Rehabilitation Center for Torture Victims, beides Zentren zur Hilfe für Folteropfer, einsetzte. Warum diese Widmung an Inge Genefke von Isabel Coixet vorgenommen wurde, begründet sich mit der erwähnten Entwicklung von Hanna. Fazit: Ein sehr empfehlenswerter Film für all diejenigen, die symbolbeladene Werke mit Talentschauspielern mögen und sich gerne mit wichtigen vergangenen und aktuellen Themen beschäftigen. Beeindruckend, nachdenklich stimmend und diskussionsfördernd. |
Ein Film der einen unterhält und amüsiert; Charaktere, bei denen man nie das Interesse verliert; bedeutungsschwangere und aussergewöhnliche Bilder, die einen gefangen nehmen; und dann urplötzlich ohne Vorwarnung ein Tiefschlag in die Magengrube, welcher das leise Hinplätschern der Bilder in einen Sturm der Gefühle verwandelt. |
Dieser Film hat mich wahrhaftig vom Hocker gehauen! 100% spannend, von Anfang bis zum Schluss. Gekonntes Schauspiel von allen Seiten und eine dramatisch-fesselnde Story die so manches übertrifft, wenn nicht alles, was momentan im Kino läuft. Respekt! |
zwei menschen - zwei verschiedene schicksale - eine stillgelegte bohrinsel. hier wird viel zeit gelassen, die geheimnisse der hauptpersonen zu entlüften und trotzdem ist der film nie langweilig (mein sitznachbar, der ein paarmal eingedöst ist, wird es sicher anders empfunden haben...). Gut, mit sarah polley und tim robbins sind gleich zwei topschauspieler an bord, die bei mir ohnehin schon hoch im kurs liegen. gibt sicher ein zusatz-bonus. die geschichte berührt aber und trifft in manchen momenten tief ins herz. obwohl für einige lacher gut geeignet, finde ich die übertriebene sache mit dem chicken und reis-tick von hanna mehr als übertrieben! trauma hin oder her, selbst niedere tiere haben ja mehr abwechslung auf dem speiseplan. |
Eindrücklicher Film, der meiner Meinung nach diese schwere Thematik sehr gut behandelt! Es wird nicht nur einfach auf die Tränendrüse gedrückt und hofft den Zuschauer damit zu beeindrucken, man versucht einfach eine (schwierige) Geschichte zu erzählen. Sehr gut ist auch, dass nicht nur Hanna's Erfahrungen behandelt werden, sie wird nicht einfach nur als DAS Opfer hingestellt, die anderen Charaktere haben alle auch ihre Probleme und Menschlichkeit, sehr gut gemacht! Allerdings haben aber dennoch einige Dinge gestört. Sehr schade fand ich die Wahl der Musik im Film. Nie war sie meiner Meinung nach passend, so dass die Stimmung der Charaktere und des Films nur erschwert zum Zuschauer gelangen. Alles in allem aber ein gelungener Film der sich dieses schweren Themas sehr gut und glaubwürdig annimmt! |

