Forum Movies - Reviews: Kino
Beitrag The New World
The New World oder: Malicks Movie Meditation "Wenn Malick ruft, kommen sie alle angerannt" Collin Farrell Der medienscheue, aber reichlich talentierte Regisseur Terrence Malick (Badlands, The Thin Red Line) geniesst trotz seiner wenigen Filmen scheinbar einen guten Ruf in der Schauspielerwelt. Dies erklärt das gewaltige Aufgebot: Christopher Plummer (A Beautiful Mind), Christian Bale (American Psycho), Wes Studi (Dances with Wolves), Kameramann Lubezki (Sleepy Hollow) und viele weitere, die teilweise schon bei Malicks früheren Filmen dabei waren. Die Idee zu diesem Film hatte Malick angeblich bereits in den 70er Jahren. The New World beginnt die 400 Jahre alte amerikanische Legende der Pocahontas mit der Darstellung einer unberührten, heilen Natur. Inmitten dieser paradiesischen Idylle leben die Indianer scheinbar im Einklang. Der Zuschauer kommt ihnen dabei sehr nah. Was als kitschig und utopisch betrachtet werden kann, wirkte auf mich glaubwürdig und sehr mitreissend. Malick führt uns in eine Welt, die Habgier, Eifersucht und Hass nicht kennt. Die Ankunft der britischen Eroberer fühlt sich dann auch wie ein Stich ins Herz an und man stellt die europäische Intelligenz in Frage. Den seit 15'000 Jahren in Virginia lebenden Völkern wird keinerlei Respekt entgegen gebracht - Bäume werden abgeholzt und das Kolonialdorf entsprechend umzäumt. Gleichzeitig beginnt, bereits ausgehungert, die Suche nach den erhofften Goldschätzen - erfolglos. Die miserablen Lebensbedingungen hinterlassen auch ihre Spuren in der Psyche der Siedler, sodass die Existenz der Kolonie "Jamestown" auf matschigem Grund steht. Im Zentrum steht aber immer die grosse, unglückliche Liebe zwischen Captain Smith und Pocahontas. Eng damit verknüpft ist auch die Identitätsfrage, denn anfangs erscheint sie wie eine Waldelfe, später, als Verstossene im Camp der Briten, erhält sie den Namen Rebecca und entsprechend "kultivierte" Kleidung. Sie gibt sich unnahbar, geht stillschweigend ihrer Arbeit nach und erst der ebenso vom Schicksal geplagte John Rolfe (Christian Bale) kommt näher an sie ran. Er ist es dann auch, der Pocahontas mit nach England nimmt. Vom Königshaus wird sie prompt als Prinzessin von Virginia gefeiert. Auf ihrer Rückreise nach Amerika erkrankt sie jedoch und stirbt im Alter von nur 21 Jahren. Die zu Drehbeginn erst 14-jährige Q'Orianka Kilcher, quasi das Herzstück des Films, hat bisher erst in einer kleinen Nebenrolle Filmluft geschnuppert und verköpert die anspruchsvolle Rolle der Pocahontas ausgezeichnet. Man darf also stolz sein, schliesslich ist die vielseitig begabte Kilcher die Tochter eines peruanischen Ureinwohners und hat - man glaubt es kaum - ein Schweizer Mami. Malicks grosser Verdienst ist das Bestreben, die Dinge so detailgerecht wie möglich wiederzugeben. Für The New World wurde reichhaltig über die Ureinwohner recherchiert, man liess die Produktion vor Drehbeginn sogar von Häuptling Stephen Adkins vom Chickahominy Tribe höchstpersönlich absegnen. Kulissen, Requisiten und Kleidungsstücke wurden in mühevoller Handarbeit nachgefertigt. Ganz im Gegensatz zur letzten und schlecht vergleichbaren Verfilmung von Pocahontas. The New World überzeugt hingegen mit seiner Ästhetik (65mm!), einer bildhaften Sprache und mit den zeitlosen Themen der verbotenen Liebe und dem Kampf der Kulturen. |
Weiss jemand weshalb dieser Film in fast keinem Kino läuft? |
hm malick scheint wohl ned jedermanns sache zu sein? macht wohl zu wenig filme, um zielgruppengerecht vermarktet werden zu können oder so. macht die marketing schaumschläger nervös, sowas ;) ich jedenfalls fand thin red line sehr geil und überleg mir schwer denhier auch guggen zu gehn. in bern jedenfalls läuft der streifen bei kitag. in einem kino. |
The New World - schöne neue Welt, ja schön und was sonst? The New World, ein Film, der sich im Trailer sehr reissend zeigte, und auch die Hoffnungen weckte auf ein Kolonisationsepos, das gleich packend wie faszinierend ist, versagt aber kläglich im Kino. Jetzt 2,5 Stunden später war ich sicher nicht der einzige im Kino der froh war, dass es endlich vorüber war.... Wenn man versucht The New World in ein Genre zu quetschen, wird man scheitern. Irgendwie pendelt er zwischen Kolonisationsdrama, Liebesromanze und Dokumentation, doch keines der drei kann er wirklich erreichen und belässt es ausser bei der Liebe bei schönen Bildern und wenig Worten. Warum eigentlich Dokumentation? Das kommt daher, dass der Film sehr speziell geschnitten wird, wie es in Dokumentationen üblich ist, werden zwischen die wichtigen Szenen immer wieder Bilder hinein geschnitten, die nichts mit der Handlung zu tun haben aber schön aussehen. Das zieht sich durch den ganzen Film hindurch und selbst in den Schlachtszenen werden immer wieder solche Einblendungen gemacht, was so wieder völlig den Schwung nimmt. So wird auch zwischen den verschiedenen Sequenzen recht holprig gewechselt und viel aus dem Off kommentiert. Obwohl alle Szenen optisch sehr authentisch wirken und die Kolonie sowie auch die Ureinwohner sehr gut ausstaffiert sind, kommt nie das Gefühl der Gefahr auf. Obwohl es zu Schlachten kommt die, wie auch sonst der ganze Film, sehr Blutleer waren, vermag The New World nicht wirklich eine Spannung aufbauen und plätschert gemächlich weiter. Da hilft es auch nicht, wenn man Intrigen und andere Probleme hineinflechtet. So kam mir auch, vor allem im ersten Teil The last Samurai in den Sinn, als Farell zwischen der völlig Fremden Kultur herumstolberte und sich langsam anpasste. Liebe, ein grosses Thema von The New World zuerst mit Collin Farrel später mit Christian Bale. Dummerweise sind die beiden Romanzen sehr ähnlich gedreht was zur Folge hat, dass bei Bale schlichtweg das Interesse fehlt, das bei der sich langsam entwickelnden von Farrel noch da war. Da war ich auch überrascht wie feinfühlig da an die Szenen herangegangen wurden und auf eine beinahe unschuldige Art inszeniert waren. Doch so gut die Halbschweizerin Q'Orianka Kilcher auch spielt, verliert die nachgereichte Romanze mit Bale jede Faszination. Fazit: So hoch die Stardichte auch ist, so schön die Bilder auch sind, The New World bleibt mit seinen unendlichen und langatmigen Szenen, die sich teilweise selber 1:1 wiederholen ein absolut überlanger Film, der halb so lang genau die gleiche Wirkung gehabt hätte. "Endlich fertig" war nicht der einzige Erleichterungsseufzer im Saal als der Abspann begann. Wer Colin Farrel Fan ist, wird sicher genügend auf seine Kosten kommen denn sonst bietet der Film ausser einem ausgezeichneten Soundtrack, guten Schauspielern und eindrücklichen Bildern nicht viel. |
Zitat Skynet (2006-03-04 00:33:03)
Allerdings verstehe ich, warum sich die Legende der Pocahontas so lange halten konnte. Ihr Schicksal, ob es sich nun so zugetragen hat oder nicht, finde ich stark. Aber filmisch kopiert sich Malick halt schon zum grössten Teil selber. Die unverbrauchte Natur, in der die wildesten Schlachten losbrechen, all das sah man auch schon in A Thin Red Line. Damals einfach noch nicht von Wagner und Mozart untermalt. |
Der Vollständigkeit halber: » Interviews mit der Produzentin des Films und Hauptdarstellerin Q'Orianka Kilcher. |
Zitat rm (2006-03-04 00:53:10)
War der optische Aspekt gemeint... Wer sich für die Hintergründe des Filmes interessiert, kann hier noch ein ausfürliches Special nachlesen: |
Zitat Skynet (2006-03-04 00:58:59)
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Zitat Skynet (2006-03-04 00:33:03)
Deine Beschreibung trifft es sehr gut, nur dass ich selbst absolut gar nichts positives an dem Film sehen kann. Er ist wirklich in jeder Hinsicht voellig misslungen: weder Doku, noch Drama noch Romanze. Ich kam mir vor, wie in einem zweistuendigen Werbefilm fuer Slipeinlagen oder Wohlfuehltee. Schade, denn ich hatte mich eigentlich sehr auf den Film gefreut, v.a. weil er doch einige auch sehr beruehrt zu haben scheint, was ich nun eigentlich ueberhaupt nicht verstehen kann. |
Zitat sj (2006-03-03 17:11:15)
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*gähn*, *schnarch*, die 130 Minuten ziehen sich in eine schier endlose Länge vollgestopft mit langweiligen Szenen, einer Geschichte die man kennt und einem Colin Farrell, der sich mal Gedanken machen sollte, ob er weiterhin solche Rollen spielen will. Nein, The New World hat mir überhaupt nicht gepasst und meinem Schnupfen ist es zu verdanken, dass ich nicht eingenickt bin. Okay, dem Lolli auch noch, aber das tut nix zur Sache. Christian Bale hat die dankbarste Rolle des Films, die Naturaufnahmen sind gelungen, aber sonst war das gar nix. Möglich, dass der Film, wie mein Vorschreiber angedeutet hat, nicht massentauglich ist und auch ein wenig speziell. Das waren aber Brokeback Mountain oder Crash aber auch. Und die waren definitiv um (neue) Welten besser. Da seh ich mir sogar lieber nochmals Kingdom of Heaven an... Achja, der Soundtrack ist so derart nervend, dass ich kurz davor stand, bereits nach den ersten Szenen das Kino wieder zu verlassen. Manno, so was penetrantes hab ich noch selten gehört. |
so ich gebe hier auch noch meinen Senf zum Film ab. Ich muss sagen ich fand den Film einfach Klasse!!! gut ich kenne die vorgänger von Mallick nicht aber sein Stil gefällt mir! |
Zitat IMDb News
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der film ist bildstark und gefühlsvoll. |

