Forum Movies - Reviews: Kino
Beitrag The Road to Guantánamo
The Road to Guantánamo oder: Krieg, und wer darunter leidet Michael Winterbottom hat mit diesem Film ein so genanntes Dokudrama erschaffen. Die Geschichte der Freunde ist wahr, und sie erzählen sie auch gleich selber. Dazu wird Archivmaterial gezeigt, aber auch nachinszenierte Szenen. Aktueller könnte dieser Film gar nicht sein, denn gerade am Tag nach der Berlinale-Premiere äusserte sich der Generalsekretär der Vereinten Nationen, Kofi Annan, erneut kritisch über das Gefangenenlager in Guantánamo Bay. Und das ist auch die Botschaft des Films. Gibt sich doch die westliche Welt so unbeschreiblich zivilisiert und überlegen, und foltert gleichzeitig, so wie es unsere Vorfahren vor 400 Jahren taten. The Road to Guantánamo kümmert sich nicht um Politik. Die Perspektive ist eindeutig und unmissverständlich die der pakistanischen Unglücksraben. Durch diese subjektive Art stört es auch kaum, dass keinerlei Versuche unternommen wurden, die Geschichte aus der Sicht der Amerikaner darzustellen. Auch britische Offiziere vernehmen die Gefangenen, welche immer das gleiche Ritual über sich ergehen lassen müssen. Dabei ist der Interrogator stets immer zuerst der "Freund", der nur helfen will, und sich für eine Freilassung einsetzen wird. Man solle doch nur endlich zugeben, al Kaida anzugehören. Ob man dies tut, oder nicht, spielte schlussendlich gar keine Rolle. Einige taten es mit der Hoffnung auf einen Gerichtsprozess, andere hielten dem Druck stand. "Gibt man etwas zu, so wollen sie gleich darauf das nächste Geständnis", so Shafiq Rasul. "Gibst du zu, der Kaida anzugehören, wollen sie wissen, wo sich bin Ladin versteckt. Lächerlich." So ging es auch dem Publikum. Ein groteskes Lachen ging durch den Berlinale-Palast, als der amerikanische Offizier auf einen pixeligen Bildschirm zeigt, auf dem sich hunderte von Personen befinden, und auf dem sich Shafiq wiedererkennen soll. Man konnte kaum die Haarfarbe der abgebildeten Gestalten erkennen, doch offensichtlich meinte es der Offizier ernst. Solche und viele andere Situation lösten nur blankes Kopfschütteln aus. Erstaunlich, was für Theorien erfunden wurden, um den Häftlingen aufzuzeigen, dass sie Terroristen sind. The Road to Guantánamo ist keine leichte Kost. Zurecht mit dem silbernen Bären für die beste Regie ausgezeichnet, setzt der Film ein Zeichen für die immer noch in Guantánamo inhaftierten Terrorverdächtigen, von denen laut den Protagonisten kein einziger in Terrornetzwerke verwickelt ist. Allen, die sich für die Nahost-Politik interessieren, und die den weit verbreiteten Hass der islamischen Welt auf den Westen ein wenig besser zu verstehen versuchen, sei der Film wärmstens empfohlen. |
Anti-Amerikanischer, sehr schlecht, mit HI8 erstelltes Video-Doku, das anschl. auf 35mm Film kopiert wurde. Waehre allenfals was fuers TV, aber nicht fuers Kino. Es ist schade sein Geld fuer diesen "Schwachsinn" auszugeben! |
Zitat cinema-astoria (2006-04-27 05:10:15)
du ziehst jo voll über den Film her....Ich fand den Film wirklich gut. Der Film zeigt einem auf, wie die 3 Jungs nach Guantanamo kamen und ist daher natürlich eher aus anti-amerikanischer sicht dargestellt...da kann man sich natürlich fragen...fakt ist aber: die amis verhalten sich nicht korrekt was guantanamo angeht...also ja, anti amerikanisch! ich empfehle dir flight 93 und world trade center, die beiden Filme sind sicher sehr sehr pro amerika und glorifizieren amerika sicher zu genüge! bin gespannt welche Bewertung du diesen Filmen gibst! [Editiert von Paganini am 2006-05-03 11:14:36] |
naja. die zweite häflte ist spannend, am anfang gehts so. der film zeigt aber, was an guantanamo das grosse problem ist: wenn wirkliche terroristen so behandelt werden, geht das völlig in ordnung. aber was ist, wenn mal einer per zufall dort reinkommt? da liegt das whare übel, nicht in der behandlung der sträflinge an sich. die drei typen sind aber auch schon sehr dümmlich, sich bei kämpfern in afghanistan rumzutreiben, und wer kann schon wissen, ob sie wirklich nur für die heirat dort waren? ich hab erst am schluss geschnallt, das das schaupsieler waren, und nicht die echten typen ;) |
Zitat Ghost_Dog (2006-05-13 12:34:07)
fand ich auch! |
Zitat Ghost_Dog (2006-05-13 12:34:07)
nein, auch "wirkliche terroristen" dürfen nicht so behandelt werden. abgesehen davon, dass es ja selten klar ist, wer nun ein "wirklicher terrorist" ist, können die gefolterten "wirklichen terroristen" dann in amiland nicht mehr vor gericht gestellt werden (weil sie eben gefoltert wurden) und man verurteilt dann grossmäulige möchtegernterroristen wie massaoui als top-terroristen... |
Der Film zeigt auf beeindruckende Art und Weise wie hart das Leben eines Unschuldigen Häftlinges in Guantánamo ist. Sehr schön finde ich die Beziehungen zwischen den amerikanischen Wärtern und den Protagonisten, denn einmal ist es purer Hass, das andere mal schon eher freundschaftlich (Rap, Tarantel). Etwas gefehlt hat mir die Begründung, wieso die Jungs auf die Idee kamen, nach Afghanistan zu reisen, grosse Naam-Brote können kaum der einzige Grund sein... |

