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Beitrag 46 Oku Nen No Koi

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46 Oku Nen No Koi oder: Mord im Gefängnis

Big Bang Love ist ein visuelles Feuerwerk. Szene um Szene präsentiert Regisseur Takashi Miike (Audition, Dead or Alive) perfekt komponierte Bilder, die im Spiel von Licht, Farbe und Ton eine wunderbar faszinierende, surreale Welt aufbauen. Eine Welt, in der selbst Prügelszenen zu einem anmutig-leichten Spiel werden. Der Ritualtanz eines martialisch bemalten Kriegers zu Beginn des Films ist schlicht atemberaubend - ein perfektes Zusammenspiel von Spannungsaufbau, Bild und Musik.

So fesselnd der Film auf visueller Ebene ist, so verwirrend ist seine Geschichte, die auf dem Roman "Shonen A Ereji" von Ato Masaki basiert. Der Mord und die Suche nach dem Täter bilden zwar den roten Faden, der sich durch den Film windet. Doch handelt es sich dabei um eine sehr dünne Schnur, die ausserdem in ein riesiges Netz von Geschichten und Personen eingewoben ist. Mit fast jeder Szene wird ein neuer Seitenarm der Kerngeschichte erforscht, wobei es immer wieder zu Verbindungen und Überschneidungen mit anderen Geschichten und Personen kommt. Miike springt hin und her zwischen Vergangenheit und Gegenwart, zwischen Realität und Traum. Das Ergebnis ist so surreal, dass man es irgendwann aufgibt, die Story wirklich verstehen zu wollen; man gibt sich ganz dem Bilderreigen, seinen Menschen und deren Emotionen hin.

Eigentlich ist Takashi Miike dafür bekannt, dass er in seinen Filmen ausufernde Gewalt und Brutalität präsentiert, oft in Verbindung mit sexuellen Perversionen. In Big Bang Love, Juvenile A jedoch - ein Titel so mysteriös wie der Film - beeindruckt er mit leisen Zwischentönen und der einfühlsamen Darstellung einer seltsamen Freundschaft zwischen zwei ungleichen Männern. Der umtriebige Japaner, der bereits über sechzig Produktionen für Kino, TV und DVD gemacht hat, versteht es ausserdem, die teilweise enorm skurilen Figuren perfekt in Szene zu setzen; der seltsame Gefängnisdirektor beispielsweise könnte gruseliger nicht sein.

Die beiden jungen Hauptdarsteller Masanobu Ando (Kidzu ritan) und Ryuhei Matsuda - letzterer der Sohn des im asiatischen Raum gut bekannten, verstorbenen Schauspielers Yusaku Matsuda - harmonieren schön in ihren sicher nicht ganz einfach zu spielenden Rollen. Faszinierend an Matsudas Darbietung ist dabei speziell, dass der junge Mann eine enorm fesselnde Präsenz auf der Leinwand entfaltet, ohne dabei kaum je zu sprechen. Er gibt den scheuen Jun so sanft und verschlossen, dass es schwer fällt, seiner stillen Figur den bestialischen Mord zu glauben, aufgrund dessen er im Gefängnis gelandet ist.

Big Bang Love ist ein Film, der visuell und akkustisch bezaubert und in eine Welt entführt, die irgendwo zwischen Traum und Wirklichkeit schwebt. Insofern sollte man sich Miikes Werk am besten als eine Art Märchen oder Legende vorstellen. Dann stört es auch nicht so sehr, dass die Geschichte auf Anhieb kaum zu durchschauen ist.

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rs' Wertung: 4.5 Sterne


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