Forum Movies - Reviews: Kino

Beitrag North Country

» Zum letzten Beitrag springen

North Country oder: Norma Silkovich


Was es bedeutet, wenn eine ganze Reihe gestandener Arbeitnehmer aus der Hollywood'schen Schauspielergarde mit zerfurchten Gesichtern vor bitterkalten Winterlandschaften rumstapft, ist klar. Man versucht mal wieder Filmpreise zu ergattern. Reale Geschichten über sozial benachteiligte, weibliche Underdogs eignen sich bestens. Das weiss Julia Roberts (Erin Brokovich) genauso wie Halle Berry (Monster's Ball). Auch Charlize Theron hat das schon erlickt. Kann es nach dem Oscar-Erfolg mit Monster aber auch ein zweites Mal klappen?

Zumindest zwei Nominationen in den Schauspielerkategorien der Academy Awards hat es für Frances McDormand und Theron geschneit. Ganz so unvorteilhaft wie die Freiermeuchlerin Aileen Wournows in Monster musst sich Theron zwar nicht mehr maskieren. Nicht zuletzt deshalb wird es wohl in diesem Jahr nicht mehr für den Gewinn des Goldmännchens reichen. Dazu trägt der Film allgemein zu dick auf.

Der Film basiert zwar lose auf dem Fall einer allein erziehenden Mutter, die den ersten Prozess in den USA, der sich dem Thema der sexuellen Belästigung am Arbeitsplatz annahm, ins Rollen brachte. Was die Männer sich in North Country leisten, passt aber auch wirklich nicht mehr in die unterste Schublade. Die Kommode der Minenarbeiter aus dem Film steckt im tiefsten Schlamm unter einer Tiefgarage mit mehreren Untergeschossen vergraben. Die wahre Story wurde aber wie immer ein bisschen "hollywoodisiert". Im Court Room Drama, das mit Rückblenden den ganzen Fall wieder aufrollt, wird auch die Anwältin der Gegenseite von den Männern nicht ganz ernst genommen und die besten Freundin von Therons Charakter siecht langsam weg, bis sie als auch körperlich schwächster Mensch im Gerichtssaal trotzdem als erste ein erstarktes Rückgrat beweisen darf.

Handwerklich ist das trotz aller Klischiertheit routiniert gemacht, so dass man am Ende emotional mitgeht, auch wenn man sich dagegen sträubt. Dass der Film für eine gute Sache einsteht, ist sowieso klar. Wenn der Film einigen Menschen Mut macht, sich gegen ähnliche Schicksale zu Wehr zu setzen, hat er wichtigeres erreicht als den zweiten Oscar für die Südafrikanerin. North Country ist im übrigen ein weiterer Film mit Michelle Monaghan in einer Nebenrolle, der beweist, dass wenn die Newcomerin mitspielt, der Film grundsätzlich schon mal nicht allzu schlecht sein kann. Das stimmt uns doch alle hoffnungsfroh für Mission Impossible 3, wo sie Tom Cruises Girl mimen wird.

» Die komplette Filmkritik lesen

rm's Wertung: 3 Sterne

Das Gute an Sozialdramen ist, dass man emotional immer dabei ist. Wie gerne würde man als Zuschauer die gepeinigten Menschenseelen retten und den Bad Guys/Girls eins in die Eier/Eierstöcke treten. Man kann nur den Kopf schütteln, darüber wie Menschen miteinander umgehen können und dürfen (anno dazumal).
Doch nebst dem geforderten Mitgefühl und Helfersyndrom des Zuschauers ist "North Country" irgendwie ein paar Jahre zu spät auf der Leinwand erschienen. Da kennt man andere Schicksale aus der Kinogeschichte, die einem schon ähnlich gepackt und leiden liessen (bereits erwähnt bei der Redaktions-Kritik) und wer zuerst kommt, mahlt eben auch beim Publikum zuerst. Gut gespielt bis in die Nebenrollen und manchmal eben zu Nahe an Klischeegraben. Aber irgendwie scheint sich niemand so richtig für diesen Film zu interessieren, sieht man an den Zuschauerzahlen und auch an den mangelnden Beiträgen hier auf Outnow.

lafrecciablu's Wertung: 4.0 Sterne

Da kann ich dir nur recht geben, bin ziemlich erschrocken, als ich sah das nur ein einziger Kommentar da steht. Ist der Film doch längst in der 3. Woche.
Nein so schlecht ist der Film wirklich nicht. Klar ist es wirklich nur ein schicksal von vielen, die wir doch bereits gesehen haben.
Und doch hat mich die Geschichte gepackt. Man(n) fühlt sich einfach schlecht, kann gar nicht glauben, dass die Menschen so naiv und dumm sein können.

idonofrio's Wertung: 4.0 Sterne


Beiträge suchen

Aktive Beiträge