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Crash oder: 36 Stunden L.A. - der ganz normale Wahnsinn!


Verschiedene Charaktere, deren Vorkommnisse miteinander schicksalshaft verbunden sind und erzählt werden. Das Konzept ist nicht neu (man kennt es von diversen Robert Altman-Filmen oder beispielsweise Lawrence Kasdans Grand Canyon), aber immer wieder faszinierend, wenn die Geschichten stark genug und die Protagonisten interessant genug sind. Beides liefert Crash oder L.A. Crash, wie er in deutschsprachigen Gefilden heisst, auf recht eindrucksvolle Weise.

Paul Haggis' Film sondiert die rassistisch aufgeheizte Lage der Millionen-Metropole Los Angeles mit mehr oder weniger heftigen Nadelstichen. Allen seiner Charaktere liegt irgendein Problem der Hautfarbe zu Grunde, mit dem er/sie sich herumschlagen muss und das die persönliche Erfahrung nachhaltig prägt. Dabei verzichtet Haggis zum Glück auf allzu strapaziöse und bekannte moralische Ansagen zur Besserung der Situation und lässt Bilder, Situationen und Protagonisten für sich sprechen. Nicht überall entgeht der wunderschön fotografierte Film dabei einem gewissen Pathos, die Szene mit dem Kind des Schlüsseldienstmannes ist sicher nahe am Kitsch, aber es bleibt zum Glück eine (ausserdem etwas vorhersehbare) der wenigen Ausnahme.

Haggis verschlingt die Einzelgeschichten wunderbar miteinander, führt sie aneinander vorbei und zusammen, oft in klar ersichtlichen Kreuzungen, hie und da aber auch subtil und andeutungsweise, sei das in Dialogen oder bildlich. Absolut wirksam und zum Gelingen des Ganzen beitragend ist dabei die hervorragende Besetzung, angeführt von einem zurückhaltend agierenden Don Cheadle über Matt Dillon, der je länger je mehr in Charakterrollen zu schlüpfen vermag, aber auch ein Ryan Phillippe endlich in einer dankbaren Rolle. Sie alle faszinieren in ihren kleinen, traumatischen Gefässen.

Crash ist ein kraftvoller, recht pessimistischer Film, der keinen richtigen und eigentlich mehr falsche Wege aufzeigt. Oder wird am Schluss doch das Gute zum Schlechteren und das Schlechtere zum Besseren gedreht? Sehr gelungen und höchst empfehlenswert!

Extras: Für so einen Film ist das gebotene an Specials einfach zu wenig, immerhin darf noch einem Audiokommentar gelauscht werden. Hervorragend kommt das Bild weg. Kontrastreich und scharf, in den düsteren Szenen klar und sauber. Im Tonbereich dominiert der gelungene Score von Mark Isham, die Dialogszenen, von denen es nicht wenige gibt, sind ebenfalls sehr sauber.

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pb's Wertung: 5 Sterne

Ein ganz ganz ganz guter Film, der mir damals im Kino wirklich extrem gut gefallen hat. Verdienterweise jetzt mit einer Oscarnomination für den besten Film belohnt.

muri's Wertung: 6.0 Sterne

Ein wichtiger und guter Film. Es ist schön zu sehen, dass es noch gewisse Filmmacher gibt, die sich nicht an die allgemeinen geltenden (x(x() Anstandsregeln halten.

Markus' Wertung: 5.0 Sterne

Ich will Crash nicht schlechter machen, als er ist. Aber die verschiedenen Klischees und wie sie gebrochen oder damit gespielt, wird sind um vieles uninteressanter als dies zum Beispiel in Nine Lives passiert. Der Gewinnerfilm in Locarno ist ähnlich konstruiert, ohne dass er die plakative Rassimuskarte zeigen muss. Schade, dass man allgemein Crash schon nicht so richtig kennt. Das macht es für Nine Lives noch schwerer, sein Publikum zu finden.

rm's Wertung: 4.0 Sterne

Ganz stark! Die "plakative Rassismuskarte" im obigen Kommentar verstehe ich nicht ganz. Es ist vielmehr so, dass die einzelnen Facetten des Rassissmus (zugegebenermassen) zu Beginn "plakativ" dargestellt werden(der "böse rssistische Cop, der "gute, liberale" Cop), aber kaum eine der Stories geht dann so weiter wie man es eigentlich (im "plakativen Sinn") vermuten würde... Genau das ist doch die Stärke des Films!

[Editiert von Benji am 2006-02-13 14:57:41]

Benji's Wertung: 6.0 Sterne

Sehr guter Film der für heftige Disskusionen und Emotionen sorgt. Der "plakative Rassismus" stört mich nicht, denn genau darum gehts ja in dem Film. Der Film zeigt die Problematik einer aufgeheizten rassistischen Stimmung. Sämtliche Personnen wechseln im Grund während des Films ihre Facetten besonders eindrücklich (von der Story her) dargestellt von Sandra Bullock und Ryan Philippe. Ich finde geanu die beiden Personne zeigen den Konflik der in Amerika herrscht, der geprägt ist von Medieneinflüssen, von Gerüchten am Arbeitsplatz und der allgemeinen Grundhaltung.

Den Oscar würde ich Crash sicherlich gönnen, dies wird wohl nicht passieren. Ein toller Film, der viel Stoff für Gespräche liefert. Auf jedenfall schafft der Film Emotionen. Wenn ich da die Thandie Newton Szene am Auto denke, wo meine Freundin fast den DVD-Player schrotten wollte. Sie war richtig sauer auf diesen Polizisten!!

Chemic's Wertung: 5.0 Sterne

Die Verlinkung der einzelnen Schicksale ist eines, was mir an Crash gefallen hat. Daneben fand' ich die schauspielerischen Leistungen erste Sahne, die musikalischen Begleitungen sehr gelungen und die dramatisch-traurigen Momente haben mich echt berührt. Ferner ist die Leistung, aus Klischees einen derart interessanten Film zu machen, wirklich lobenswert... ein sehr gutes, abwechslungsreiches Werk.

nd's Wertung: 5.0 Sterne


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