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Beitrag Memoirs of a Geisha

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Memoirs of a Geisha oder: Dies sind nicht die Memoiren einer Kaiserin...


Rob Marshall (Chicago) hat Arthur Goldens Erfolgsroman "Die Geisha" in flüssigen, prächtigen Bildern verfilmt. Grosse Gefühle für grosses Kino - alles was Hollywood an Ingredenzien liebt, wurde dem Film beigemengt.

Das allgegenwärtige Thema Wasser - das sanft aber mit beständigem Willen Hindernisse überwindet - dient als Parabel für Chiyos/Sayuris Leben. Kontrastiert wird dieses Leitmotiv von der unheilvollen Glut unterdrückter, verzehrender Leidenschaft Hatsumomos. Die schauspielerischen Leistungen von Gong Li (2046) lodern streckenweise so sehr auf, dass die Hauptdarstellerin Ziyi Zhang (The House of the Flying Daggers) sprichwörtlich an die Wand gespielt wird. Die wässrig blauen Augen von Sayuri beobachten mit einem naiven und verträumten Blick ihren Wohltäter, den Direktor. Dagegen ist Hatsumomo eine stolze und rebellische junge Frau. Sie intrigiert gegen Sayuri und kämpft mit allen Mitteln um ihre Vormachtstellung in der Okiya. Durch Gong Lis Schauspiel wird dieser zur eindimensionalen Antagonistin verurteilten Figur eine Tiefe verliehen - Hatsumomo ist nicht nur böse, sie ist vor allem tieftraurig und wütend - die bei Zhangs Sayuri viel zu oft vermisst wird.

Regisseur Rob Marshalls Memoirs of a Geisha ist grosses Hollywood-Kino, das sich im Gewand einer asiatischen Parabel daher schleicht. Das exotische Setting betört, die geheimnisvollen Geishas verführen gekonnt, die Musik von John Williams untermalt die prächtigen Bilder mal plätschernd wie ein Brunnen, mal tosend wie ein gewaltiger Strom.

Und trotzdem bleibt ein schaler Nachgeschmack: Englisch sprechende Geishas, die von chinesischen Martial-Arts Schauspielerinnen verkörpert werden, zerstören den heraufbeschworenen Zauber einer uns fremden Welt.

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sky's Wertung: 4.5 Sterne

Interessant zu wissen: Wie schon das Buch sorgte auch der Film (dessen Regie zu übernehmen angeblich auch Produzent Steven Spielberg gereizt haben soll) für einigen Wirbel in Japan:

Nach der Veröffentlichung des Romans in 1997 verklagte Mineko Iwasaki, eine ehemalige Geisha welche Buchautor Arthur Golden Insider-Informationen aus der Geisha-Welt geliefert hatte, den Autor, weil er in ihren Augen Informationen unrichtig wiedergegeben hatte und ausserdem ihren Namen trotz eines Stillschweigeabkommens - auch in der Welt der Geishas hat man es nicht gerne, wenn jemand aus dem Nähkästchen plaudert - im Buch nannte. Der Fall wurde schliesslich aussergerichtlich beigelegt.

Bei der Verfilmung ist es nun das Casting, dass viele Japaner und Japanerinnen stört: Dass für einen Film, der sich einer ur-japanischen Tradition widmet, ausgerechnet die drei weiblichen Hauptrollen (Chiyo/Sayuri, Mahema und Hatsumomo) von Chinesinnen (Ziyi Zhang, Michelle Yeoh, Gong Li) dargestellt werden, stösst offenbar manchen sauer auf.

Mehr zu diesen Kontroversen wissen unter anderem Wikipedia und IMDb.

Persönlich haben mich die Memoiren einer Geisha mehr optisch als inhaltlich beeindruckt. Während der Film visuell ausgesprochen ästhetisch daherkommt ("Das exotische Setting betört" trifft hier wirklich den Nagel auf den Kopf), sind mir die Charaktere und ihre Geschichte etwas fern geblieben. Zum einen haben mich die Kleinkriege der Geishas relativ wenig berührt (der anderen den Kinomo versauen... naja). Zum anderen fand ich gewisse Aspekte des Geisha-Mythos (zumindest so, wie sie vom Film präsentiert werden) doch etwas irritierend. Was zum Beispiel soll das salbungsvolle Blabla darum, dass eine Geisha um Himmels Willen keine Prostituierte ist, wenn es gleichzeitig die Entjungferung ist, die aus einer Maiko erst eine richtige Geisha macht? Eine Entjungferung notabene, die mit viel Trara an den Meistbietenden versteigert wird? Solche Unstimmigkeiten irritieren mich insbesondere deshalb, weil der Film ansonsten sehr märchenhaft und träumerisch daherkommt (speziell der Schluss).

Davon abgesehen sollen sich die Männer bloss nicht einreden lassen, die Memoiren seien ein Frauenfilm: Rein optisch wird dem Männerauge nämlich viel mehr geboten, als dem weiblichen ;)

rs' Wertung: 4.0 Sterne

Zitat rs (2006-01-16 22:22:55)

Davon abgesehen sollen sich die Männer bloss nicht einreden lassen, die Memoiren seien ein Frauenfilm: Rein optisch wird dem Männerauge nämlich viel mehr geboten, als dem weiblichen ;)

Wäre mir jetzt als letztes in den Sinn gekommen, dass das ein Frauenfilm sein soll. Jedenfalls haben mir die kunstvoll inszenierten Bilder schon im Trailer gefallen und werde ihn sicher noch anschaun.

db's Wertung: 4.0 Sterne

Rob Marshall wird als ehemaliger Choreograph sicher nie zum meinem Lieblingsregisseur avancieren. Chicago tue ich mir nur schon wegen der Kombination "Zellweger + Musical" nie an. Memoirs of Geisha fand ich erstmals spannend, als Señor Spielbergo sein Interesse daran bekundete. Er blieb dem Film als Produzent treu. Ich las aber gerade, dass neben Spielberg auch noch Brett Ratner (X-Men 3), Spike Jonze (Being John Malkovich) und Kimberly Peirce (Boys don't Cry) mit dem Gedanken spielten, die Regie zu übernehmen. So unterschiedlich die Filme von den dreien auch geworden wären, ich denke sie wären mit Sicherheit etwas besseres geworden als Marshalls Schwelgerei.

Die zu Grunde liegende Story ist mehr als trivial und beinhaltet alles was das Märchenonkelkherz begehrt. Das arme "Waisenkind", die böse "Stiefschwester", der hehre "Prinz" und das vernarbte "Monstrum". Die grosse Liebesgeschichte ist dabei komplett an mir vorbei gegangen (Hallo!?! Der Typ schenkt ihr gefärbten Schnee, und sie denkt über Jahre nur noch an ihn?) und ein weniger glückliches Ende hätte ihr gut getan.

Vielleicht hätte man auch etwas über Geishas lernen können. Dabei wäre wohl die Buchvorlage hilfreicher, denn die scheint von einem Japankenner geschrieben. rs hat es angesprochen, Geisha sollen Künstlerinnen sein, gleichzeitig wird im Film aber die Jungfräulichkeit von Sayiuri versteigert. Ob die Damen nun weiss gepuderte Huren sind hängt wohl davon ab, als was man die Chicks in Snow White bezeichnen will. Aus meiner Sicht ist der "Danna" hier nur das japanische Wort für "Sponsor" bei Samir. Etwas komisch ist dann aber, dass gerade die Sexualkunde im montatelangen Training von Sayuri bei Mameha auf seltsamen Kindergartenniveau bleibt. (Der Aal muss in die Höhle der Frau :i.)

Dass es alles Chinesinnen sind statt richtige Japanerinnen, stört im Westen wohl die Wenigsten. Die sehen doch eh alle gleich aus... v;) Auch über die englischen Dialoge darf ich, der sich über dasselbe mit Frau Cruz und Frau Hayek in Bandidas sehr gefreut hat, auch nicht aufregen. Zhang Ziyi radebrach ja schon in einigen Award Shows in den USA. Das Girl will sich von einer Fremdsprache nicht den Weg zum Weltstar vermasseln lassen. So richtig gut Englisch konnte eigentlich nur Pumpkin als amüsantes amerikanisiertes "Geisha Girl".

Trotzdem Ziyi mit blauen Augen nicht so spannend war, wie ich mir das vorgestellt habe, bleibt Geisha ein schön anzuschauender Film. Der ganze Rest ist trivialer, bestens kalkulierter Kulturimperialismus. Die Chinadamen öffnen den Amerikanern den Milliardenmarkt. Im Gegenzug kommen sie einen Schritt weiter bei der Eroberung der neuen Welt.

rm's Wertung: 3.0 Sterne

mir hat der film erstaunlich gut gefallen. klar, die damen sind durchwegs ästhetisch und strahlen (meist) klasse aus. doch das wirklich faszinierende ist die fremde kultur und deren zerfall mit dem 2. weltkrieg.

th's Wertung: 4.0 Sterne

Ich fand den Film sehr interessant und eindrücklich, die Schauspieler waren super, eine fremde Welt und Kultur, die einem eröffnet wird. Auch die Art zu denken und zu handeln war so verschieden von unserer. Bei mir blieben jedoch viele Fragen offen, irgendwie hat der Film gewisse Sachen nur oberflächlich gezeigt bzw. erklärt. Vielleicht müsste man mal das Buch lesen ;)

Urmele's Wertung: 4.0 Sterne

Auch mir hat Memoirs of a Geisha gut gefallen. Vor allem die anmutigen Bewegungen, Tänze und Fächerakrobatik Künste der Geishas zusammen mit einer bezaubernden musikalischen Untermalung haben mich beeindruckt. Trotz dieser positiven Punkte vergebe ich dem Film nicht mehr als ****, denn ab und an fand ich ihn etwas langatmig & fast schon langweilig.

nd's Wertung: 4.0 Sterne

Memoirs of a Geisha einer der Exoten im derzeitigen Kino entführt uns in den fernen Osten, wo Reis die Hauptspeise ist und die Geishas zuhause sind. Ein land fremd für die Europäer mit vielen Traditionen und einer Kultur die uns, wie man es dreht und wendet, eben schon recht überlegen ist.

Doch es ist nicht alles Gold was glänzt. Memoirs of a Geisha beginnt alptraumhaft düster und neblig in einem kleinen Fischerdorf, wo die beiden Schwestern ihrem Heim entrissen werden um in die Mysteriöse Welt der Geishas eingeführt zu werden. Doch bis man weiss geschminkt über die Brücken von Japan gleiten kann, ist es ein weiter steiniger Weg, der sich vor allem für die kleine Chiyo als sehr lang erweist.

Dokumentarisch erzählt Memoirs of a Geisha die Geschichte der kleinen Chiyo, die sich wie der Vater sagte, sich wie Wasser durch jedes Hindernis einen Weg bahnt. Viele Male wendet sich ihr Glück, vom guten zum besseren, um dann wieder im Dreck zu landen. Getrieben von der Liebe zu einem Mann den sie kaum kennt versucht sie das unmögliche: eine Geisha zu werden.

Der Film führt uns in eine Fremde Welt ein die mir jedenfalls nicht in dem masse bekannt war und fasziniert sowie befremdet. Es wird zwar viel in wunderschön ausgeleuchteten und choreographierten Szenen gezeigt, aber erklärt wird nur sehr wenig. Trotz des Augenschmauses der sich auftut und der dazu ausgezeichnet passenden Musik, bleibt vieles ungesagt und wirft mehr Fragen auf als es beantwortet. So konnte ich streckenweise wenig damit anfangen wie Chiyo wie ein Kunstobjekt von Mann zu Mann gereicht wird, wer jetzt am meisten dafür bietet. Dazu kommt noch dass viele Namen im Film herumgeistern und man wirklich dabei bleiben muss um alle auseinander zu halten. Doch die Schauspieler machen ihre Sache gut und können auch in der Rolle überzeugen.

Fazit: Memoirs of a Geisha ist ein Augenschmaus der viele Fragen aufwirft und genauso viele Unbeantwortet lässt, aber dafür bleibt das Mysterium intakt. Gemächlich erzählt, dafür gut und dramatisch inszeniert. Die Zweischneidigkeit ist offensichtlich, so kam ich auch aus dem Kino heraus. Fasziniert wie auch etwas verloren, viel gesehen aber wirklich etwas damit anfangen konnte ich nicht.

db's Wertung: 4.0 Sterne

Hab das Buch ja nicht gelesen.
Den Film fand ich gar nicht so schlecht. Nur etwas, sagen wir, oberflächlich. Für die Bilder und Farben reicht es aber noch für ein "gut".

Astro's Wertung: 4.0 Sterne

sehr schöner film!
einfach fantastisch!!!

siamolo's Wertung: 5.0 Sterne

sehr schön gemachter film, der bezaubert!

pikant machts ja der umstand, dass die rivalität sayuri / hatsumomo ja auch in der realität stattzufinden scheint... die ehemalige muse gong li des regisseurs yimou zhang wurde von ihm offenbar in seinen letzten filmen durch die jüngere ziyi zhang ersetzt...

was man als europäer nicht vergessen sollte, ist wohl, dass der film (aufgrund seiner buchvorlage) weniger einen einblick in japanische kultur als vielmehr eine westliche interpretation der geisha-kultur darstellt!

[Editiert von Ghost_Dog am 2006-02-07 14:23:03]

Ghost_Dog's Wertung: 6.0 Sterne

So geheimnisvoll wie die Geishas für uns Westler sind, so bekommen wir in diesem Film nicht viel mehr mit, ausser ihrem Zauber (auf Männer und Leinwand). Rätselhafte Künstlerinnen sind sie und rätselhaft bleiben sie. Der Film ist wahrlich ein Augenschmaus, wunderschön ausgestattet, farbintensiv und musikalisch untermalt, ein Fest der Sinne. Ich denke, dass vielen dieser Film aus diesen Gründen schon gefallen wird und mir eigentlich auch.

Die Geschichte ist eigentlich sehr simpel, aber deswegen nicht reizlos. Die Metapher des Wassers als Charakter von Chiyo kommt immer wieder zum Vorschein und letzten Endes ist es wirklich so, wie es die Erzählerin sagt... Wasser sucht sich einen anderen Weg, wenn es auf Hindernisse stösst und sie kriegt, was sie will, auf Umwegen, aber sie erreicht ihr Ziel.

By the Way: Gong Li ist keine Martial-Arts-Schauspielerin und sie hat weiss Gott in so vielen Filmen von Zhang Yimou mitgewirkt, dass man hier wohl nicht von Rivalität sprechen kann zwischen der jüngeren Ziyi Zhang und ihr. Aber rein vom Schauspiel her fand ich Ziyi's Darstellung nicht ganz so farblich wie der Rest des Films und deshalb bleibt mir ihr Reiz auch etwas verborgen. Der Charakter von Sayuri ist mir etwas blass und naiv für eine Position als Geisha, die doch hinter all der Schminke und Gesten etwas Kraftvolles und Dominantes hat.

Und die ganze Sache mit der Entjungferung und die sexuellen Anspielungen... da hält man den Zuschauer genau so im Trüben wie die Geisha-Lehrtochter selber, die grad den Anschein macht, dass sie zu diesem Thema auch nicht viel gesagt bekommt.... aber letzten Endes ist es ja keine Doku, die wir hier serviert bekommen, sondern sehr hübsch gefärbtes Eis!

lafrecciablu's Wertung: 5.0 Sterne


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