Forum Movies - Reviews: Kino
Beitrag The Three Burials of Melquiades Estrada
The Three Burials of Melquiades Estrada oder: Dreifach verbuddelt hält besser Mit gutem Grund hat die Menschheit das Konzept der Gewaltenteilung entwickelt, allzu konzentrierte Macht kam einer Sache noch selten zu Gute. Tommy Lee Jones bricht nun frecherweise mit diesem Gesetz und hält in seiner Produktion gleich alle Fäden selbst in Händen. Es stellt sich nun die Frage, ob das funktionieren kann. Problemzone Nummer eins ist sicher Jones als Hauptdarsteller, der ohne Einspruch von Regisseur schalten und walten kann. Die Versuchung muss gross sein, sich narzisstisch im besten Lichte zu zeigen und darüber die Co-Darsteller in den Schatten zu schauspielern. Man kann ja auch selten genug seine kindlichen Cowboy-Fantasien auf einer Grossleinwand ausleben und sich gar selbst dafür zu bezahlen, oder sich selbst nichts zu kosten, wie auch immer. Gewisse Tendenzen in diese Richtung sind durchaus auszumachen, Pete ist zweifelsohne "The Man" von der Geschicht, bleibt darüber aber so grummlig und dermassen besessen von seiner fixen Idee, Mel nach Mexiko zu bringen, dass er nie zu einer eindimensionalen Überheldenfigur verkommt. Ähnliches gilt auch für die übrigen Charaktere, Regisseur T.L.J. macht es einem nicht gerade leicht, die Figuren in Good Guys und Bad Guys einzuteilen. Das gilt sowohl für den Border-Patroler Mike Norton (Barry Pepper), wie auch für den an Impotenz leidenden Sheriff. Bei den Schauplätzen kommt er dem Zuschauer in dieser Hinsicht wesentlich mehr entgegen. Hier gibt es eigentlich nur die schöne, wilde Natur auf der einen und die unerträgliche Öde der hässlichen texanischen Kleinstadt auf der anderen Seite. Auch die trockenste Wüste scheint noch ein viel lebenswerterer Ort zu sein, als das trostlose Kaff. Etwas gewöhnungsbedürftig ist dagegen die Aufsplittung der Handlung in verschiedene Kapitel und Sequenzen, deren Anordnung manchmal auch mit der Chronologie bricht, Geschehnisse aus verschieden Perspektiven zeigt, um danach aber plötzlich wieder in konventionelle Erzählweise zurückzuwechseln. Doch dies ist wohl eher Drehbuchautor Arriagas Bier, von dem wir das auch schon aus 21 Grams und Amores Perros kennen. Man mag's oder man mag's halt nicht. Aber auch diese Eigenwilligkeiten und ein paar holprige, missglückte Szenenübergänge können den Film nicht kaputt machen. Diktator Tommy schafft es schlussendlich mit wunderbarer Komik den schrecklichen Dingen die im Film passieren und dem allgegenwärtigen Lug und Betrug zum Trotz, Hoffnung und Wärme zu spenden. Man verlässt das Kino auf seltsame Weise mit allem versöhnt. |
rückblickend mit das beste was letztes jahr im kino lief, eastwood hätte den film wohl so ähnlich gedreht.etwas grotesk wirkt die schwarzweissmalerei prollige amis-edele mexikaner was dem film wohl den us-markt versauen wird ihm aber in cannes imho zu 2 preisen verholfen hat. |
Tommy Lee Jones hat einfach das problem, dass er irgendwie immer irgendwelche Randrollen übernahm und trotz Man in Black wo eher Will Smith der Star war, irgendwie nicht genügend bekannt ist. Irgendwie wie Jeff Goldblum der zwar enorm viel Filme abgedreht hat, aber irgendwie nie wirklich einen Hit gelandet hat. Aber eigentlich ist T.L.J ein sehr guter Schauspieler der IMO schon viele Top-Leistungen abgeliefert hat.... Nach dem Trailer zweifelte ich eher an der Qualität, aber anscheinend ist die nächste Kinowoche noch gerettet |
eindrücklich, wenn auch nicht jedermanns sache. die erzählweise (nicht chronologische kapitel) fand ich störend und streckenweise zu langsam. es wird viel dem zuschauer überlassen, die meisten feinheiten werden nur angedeutet und dann nicht fertig erzählt, vieles bleibt also im dunkeln. das schafft spannung und regt zum anchedenken an, bei manchen sachen hätte ich aber genre mehr gewusst, wies mit den charakteren weitergeht. ein sehr ruhiger film. etwas zu einseitig ist aber die darstellung amis - mexikaner, wie schon angesprochen wurde, da macht es sich jones wohl zu leicht. überaus schade! |
Ganz grosses Kino was TLJ hier zeigt. Eine Überraschung und absolut empfehlenswert! |
Three burials hat eine eigene dynamik, zeitfolge und logik. vielleicht auch deshalb, weil wir die amerikanische grenze richtung mexiko verlassen und hier alles ein bisschen anders läuft ;-) [Editiert von lafrecciablu am 2006-01-24 23:41:31] |
[Editiert von papp am 2006-01-25 17:25:41] |
Weiss man, wann eine DVD zu "The Three Burials Of Melquiades Estrada" erscheint? |
Zitat thatssno (2007-03-01 10:18:34)
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und wieder ein Film mit Tommy Lee Jones und wieder ein langweiliger Film! Der sollte echt in den Ruhestand zurück und warten bis Men in Black 3 heraus kommt. Hoffe schwer, dass keiner mehr kommt Wenn ihr einmal nicht einschlafen könnt so schaut doch diesen Film oder No Country for Old Man der ebenfalls mit Tommy Lee Jones ist an. Ich kann schon fast eine Schlafgarantie geben! War wieder eine weitere Zeitverschwendung...... |
Inwieweit Enkulturation bzw. Prägung in Richtung subproletarische Volksverblödung schon gediehen sind sieht man eben nicht nur an Einschaltquoten von Proll-Tvsendern, Verkaufszahlen von Doofpostillen sondern eben auch an Kommentaren derart "geprägter" zu Dingen die ihnen " zu hoch " sind ... |
Den entsprechenden Film zu diesem Zustand hat Muri übrigens ( mit nem kleinen Fähler) gereviewt. |

