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Beitrag De battre mon coeur s'est arrêté

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De battre mon coeur s'est arrêté oder: Zwei Fäuste für ein Pianostück


De battre mon coeur s'est arrêté basiert auf James Tobacks Kultfilm Fingers, in welchem Harvey Keitel die verschupfte Seele "Tom" spielte, der zwischen seiner Liebe zum Klavier und den unseriösen Immobilien-Geschäften seiner (schönen) Freunde gefangen ist. Nun, davon hatte ich im Vorfeld keinen blassen Dunst. Am Eindruck, der der Film bei mir hinterlassen hat, hat dies jedoch nichts geändert. Dieser Film war für mich, sauber addiert, vielleicht ein fünfminütiges Vergnügen. Der überwiegende Rest hingegen war sowas wie Sitzfolter der französischen Art.

Einerlei, ob Regisseur Jacques Audiard und Drehbuchautor Tonino Benacquista - 2002 für Read My Lips mit dem Cesar Award für Best Original Screenplay ausgezeichnet - für das blutverschmierte, faustige Klavierstück De battre mon coeur s'est arrêté erneut ein Team gebildet haben. Zu heftig ist die Sprache des Mobs, mit dem sich Tom herumschlägt. Zu unverfroren, zu primitiv die Art, mit welcher sich die Typen begegnen, um ihre einfältige, öde Geldgier zu befriedigen. Dieses mafiöse, an pubertierende, verzogene Vorstadtjungs erinnernde Getue langweilte mich extrem.

Um es etwas zu entschärfen: Der Film ist nicht nur Aggressionsschrott, sondern bringt ab und an einen guten Dialogfetzen, eine Hand voll solide SchauspielerInnen und ansprechende Musik auf die Leinwand = die besagten fünf Minuten guter Film. Das Gesamtwerk aber entspricht nicht meinem Geschmack.

Die Umgebung, in der agiert wird, ist sehr betonlastig, angeschmutzt und rattig. Hauptdarsteller Romain Duris (L'Auberge Espagnole) läuft tagelang in denselben angekauten, verschwitzten Klamotten umher, raucht wie alle anderen Rohlinge eine Kippe nach der anderen und schlägt seine kostbaren Finger regelmässig blutig. Von sympathisch und erwachsen weit und breit keine Spur. Zumindest dies kommt glaubhaft rüber, wofür Monsieur Duris Achtung gebührt.

Wem die Thematik zwischen zwei Welten Hin- und Hergerissensein - kurz Identitätskrise - zusagt und wer gerne die Leiden eines jungen, französischen 28 Jährigen im Kinosessel mitansehen möchte, dem sei De battre mon coeur s'est arrêté ans energische Herz gelegt.

Fazit: Es passiert halt nach wie vor... 107 Minuten können manchmal echt doppelt oder dreifach so lang scheinen oder gar kein Ende finden. De battre mon coeur s'est arrêté war mir kein Kinogenuss. PS: Gegenteilige Meinungen gibt's derweilen in recht grossem Umfang - anderswo.

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nd's Wertung: 3 Sterne


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