Forum Movies - Reviews: Kino
Beitrag Match Point
Match Point oder: Wenn der Woody mit der Scarlett Für seinen 39. Film als Regisseur verliess Woody Allen zum ersten Mal New York City, um einen Film komplett an einem anderen Ort zu drehen. Vor dem heissen New Yorker Sommer flüchtete der Sonnenverächter ins immergraue London, um in Match Point die Stadt an der Themse mit dem Auge des amerikanischen Touristen zu beobachten. Neben den prächtigen Sehenswürdigkeiten der britischen Kapitale scheint Allen auch der lockerere Umgang ihrer Bewohner mit dem blauen Dunst fasziniert zu haben. Er lässt seine Schauspieler ständig öffentlich rauchen, was im Big Apple bekanntlich nicht so gern gesehen wird. Der Einstieg in die Geschichte erfolgt zügig. Die anfängliche Vermutung, es konnte sich bei Chris Wilton um einen Trickdieb handeln, ist schnell widerlegt. Die Figuren bilden eine zu offensichtliche Versuchsanordnung. Die kriminelle Energie entwickelt sich erst später, so dass Match Point am Ende sogar noch das Genre des Polizeifilms streift, und trotz seiner Voraussichtlichkeit spannend wird und glänzend unterhält. Der Intellekt wird angesprochen durch die Verweise zu Dostojewkis "Schuld und Sühne" und den Arien auf dem Soundtrack, die wie ab Gramophonplatte rauschen, und von ähnlicher Tragik handeln wie Wiltons Leiden in diesem Film. Scarlett Johansson erfreut hingegen den Unterleib. Grossbusig und erblondet definiert die junge Amerikanerin den Begriff "Prachtweib" neu. In Lost in Translation wurde ihr Hintern noch minutenlang von einer weiblichen Regisseurin eingefangen, ohne das man dabei auf unsittliche Gedanken kam. Der alte Mann Allen lässt sie sinnlich im Regen stehen und das Verständnis für Chris Wiltons Triebverhalten ist gegeben. Mit der Ausnahme der Amerikanerin Scarlett Johansson sind es allesamt Mimen von der Insel, die sich hier den Traum verwirklichen mit dem Altmeister einen Film zu drehen. Sie danken es ihm mit hervorragenden Leistungen. Allen-Puristen werden den schussligen Selbstdarsteller vermissen, doch der Stadtneurotiker würde schlecht in die britische Oberschicht passen, die von Allen - wie London auch - ein bisschen oberflächlich als Liebhaber von Pferden, Kunst und grossen Häusern dargestellt wird. Gerade weil Allen nicht selber im Film vorkommt, ist Match Point eine erfreuliche Abwechslung zu den Filmen mit ihm als Hauptdarsteller oder sonst einer, der Allens Rolle übernimmt, als die seine letzten Werke konzipiert waren. Zu seinem siebzigsten Geburtstag macht sich Woody Allen das schönste Geschenk gleich selber. Match Point ist sein bester Film seit langem. Und mit Scarlett Johansson hat er sich auch schon wieder für Dreharbeiten in London verabredet. Scoop ist schon in der Postproduktion. Match Point hingegen wurde eine unterhaltende Parabel über die Spielarten vom Glück im Leben. Ein gelber Filzball, der die Netzkante streift, versinnbildlicht im Film die Nähe von Glück und Pech. Ob man sein Glück in den Verlockungen der fleischlichen Lust oder den Annehmlichkeiten der Upper Class findet, ist letztlich eine Frage des Zufalls. Nur beides geht nicht, wie auch der Ball im Tennis nur auf einer Seite des Netzes landen kann. |
Es ist nur Promogebrabbel, aber die Filmausschnitte sind einen Blick wert. |
Kann man den Film auch anschauen gehen wenn man Fatal Attraction kennt? Der Trailer sieht aus wie ein Remake des genannten Films! |
Hab Fatal Attraction zwar nicht gesehen, die Geschichte tönt allerdings tatsächlich ähnlich, aber ich glaube der geht mehr Richtung Psychothriller, oder täusch ich mich da. Ich behaupt jetzt einfach mal es lohnt sich so oder so den Film zu schauen. |
wie kann man bloss auf die idee kommen, dass ein woody allen film etwas mit fatal attraction zu tun haben könnte? ein psychothriller von allen? klingt zwar verlockend, werden wir wohl aber in diesem leben nicht mehr miterleben ;-) Wie der Name des Films sagt, geht es hier um Sieger und Verlierer. Wer das Spiel gewinnt entscheidet sich in einem kurzen Moment. Es ist besser, nicht zuviel von der Geschichte zu verraten. Schauspielerisch sehr beeindruckende Leistungen von Scarlett Johansson und Jonathan Rhys-Meyers. Für Allen-Verhältnisse hat die Story sogar ein paar Spannungsmomente! Das hohe Lobeslied wie in vielen Kritiken zu lesen ist, kann ich leider nur bedingt anstimmen. Da gefiel mir Small Time Crooks um länger besser! Hier vermiss ich Allens typischen Humor. Ein Gut verdient der Film auf jeden Fall. (4 Sterne plus+) |
Zitat sj (2006-01-17 22:37:51)
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Match Point oder: As Good as It Gets Ich bin sprachlos. [Editiert von henker am 2007-08-25 11:43:08] |
Wow! Böse aber genial.. Verdient den Oskar! |
omfg, was für ein bitterböser spass! schade dass die erste hälfte des filmes ein wenig träge wird mit der zeit, sonst hätts das maximum gegeben. sehr sehenswert, weckt den kleinen zyniker in dir. herrlich auch die ball-netz-analogie! |
Super Film und Jonathan Rhys-Meyers: RESPEKT!! Einfach brilliante schauspielerische Leistung!! |
Gelungenes Comeback von Woody Allen, nachdem seine letzten Filme nicht gerade die grossen Reisser waren. |
persönlich fühlte ich mich mehrmals an den talented mister ripley erinnert, 2 bis 3 logikfehler haben genervt, doch sonst angenehm intelligente unterhaltung. |
ich finde den film sehr gut gemacht und am schluss ausserdem sehr spannend. |
Fast schon ein Meisterwerk von Woody Allen! Gute Schauspieler, gute Story, (fast) alles super. Leider zieht sich der Film gegen Ende etwas in die Länge. Spoiler zum Lesen Text markieren
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