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Beitrag The Polar Express

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The Polar Express oder: Kariesgefahr!


Wenn Weihnachten vor der Tür steht, kommen aus dem Land der unbegrenzten Möglichkeiten regelmässig viele Filme zum Thema in die Läden. Der amerikanische Brauch des Santa Claus wird zelebriert und die restlichen Länder der Welt möchten doch bitte ebenfalls diesen Brauch übernehmen, damit die Vermarktungsmaschine einen Zahn zulegen kann. In dieser, eigentlich besinnlichen und ruhigen Zeit, sind natürlich vor allem animierte Filme ein gutes Mittel, die Kleinen zu beruhigen und sie mit dem Vater vor den TV zu setzen, damit Mutti in der Küche in aller Ruhe Kekse backen kann. Und wenn ich entscheiden müsste, zwischen Kekse backen (nicht essen!) und The Polarexpress gucken, ich würd mich doch glatt fürs Zweite entscheiden.

Die Figuren sind inzwischen in Animation und Aussehen fast bis zur Perfektion vermenschlicht worden. Da muss man schon zweimal hingucken, um zu merken, dass da kein echter Schauspieler auf dem Bildschirm zu sehen ist. Die Aktionen, die Action und die Stunts würde natürlich noch immer kein Stuntman hinkriegen, aber irgendwas muss es ja sein, dass schlussendlich die Animation vom realen Film unterscheidet.

Die Geschichte ist ziemlich simpel gehalten und wird somit auch den kleinsten Zuschauern gefallen. Ein Junge steigt ihn einen Zug ein, um endlich den Weihnachtsmann kennen zu lernen. Dass man eigentlich als Kind lernt, mit keinem fremden Menschen mitzugehen, scheint hier völlig ausser Acht gelassen worden zu sein. Die Fahrt im grossen Zug, die Begegnungen mit komischen Clochards, die auf dem Zugdach sitzen und am offenen Feuer Kaffee trinken, mag lustig sein, hat allerdings auch seine unheimlicheren Seiten. Dafür wird im Rest des Films das Gefühl vermittelt, man stünde in einem amerikanischen Freizeitpark zur Winterzeit. Schöne Musik, kitschige Bilder, achterbahnähnliche Fahrten und natürlich die ewige Frage nach dem Glauben. Denn der Santa kann nur existieren, wenn wir alle fest an ihn glauben.

Wenn es in diesem Film eine erwachsene Figur zu sehen gibt, wird sie zu 90% von Tom Hanks verkörpert, der hier nach Forrest Gump ein weiteres Mal gemeinsame Sache mit Regisseur Robert Zemeckis macht. Sei es Santa Claus, der Penner auf dem Dach, der Kondukteur oder sogar der im Mittelpunkt stehende Bub. Allesamt Tom Hanks. Und wenn mans nicht am Optischen erkennt, dann wirds spätestens bei der Stimme klar. Ausser beim Bub, das merkt man ohne Hintergrundwissen wohl nicht. Der Auftritt von Aerosmith-Sänger Steven Tyler häts am Schluss nicht unbedingt gebraucht. Aber der war wohl grad in der Nähe....

Fazit: The Polarexpress ist ein überraschend gelungener und guter Film, der zwar mit Kitsch keineswegs spart, aber schlussendlich den Zuschauer regelrecht in die Weihnachtsstimmung torpediert und die eine oder andere Träne fordert. Und wer den Fehler macht, diesen Film am Morgen oder Nachmittag zu gucken, wird sich nachher nicht wundern müssen, wenn es nach dem Abspann sofort ins nächste Spielzeuggeschäft geht und dort der Monatslohn dran glauben muss.

Tom Hanks ist nicht nur einer der besten, sondern wohl auch der vielfältigste Schauspieler aus der Traumfabrik Hollywood. In The Polar Express spielt er fünf Rollen und über die Probleme und den Aufwand, diese Charaktere zu spielen, handelt das erste Feature namens "You look Familiar". Bei Animationsfilmen gibts immer viele Berichte über das "Wie", das "Wo" und das "Warum". Hier ists ebenso. Die Machart des Filmes wird auseinander genommen und in Untergruppen wie "Performance Capture", "Hair and Wardrobe" oder auch "Creating the Nordpole" geteilt. Alles sehr interessante, wenn auch etwas kurze Features. Autor Chris Van Allsburg und seine Hintergründe werden ebenso näher beleuchtet, wie der Sänger des Titelsongs, Josh Groban, der natürlich sein schmalziges Lied auch grad noch live performt. Musik ist auch ein grosses Thema im Film, aus welchem Grund auch ein Bericht über den Soundtrack abrufbar ist. Spielernaturen können dann noch versuchen, den entgleisten Zug über den Eissee zu steuern und schlussendlich erzählen die Stars des Filmes über ihre schönsten Erinnerungen an Weihnachten. Den Abschluss machen eine Demo für das Computerspiel und ein Song, der die beiden Lokführer zum Besten geben. Im Film ist der nicht enthalten.

Der Ton ist weihnachtserprobt und hält den Ansprüchen von Freunden der alljährlichen Musik bestens stand. Die Lieder werden einem klar und deutlich um die Ohren gehauen und das dazugehörige Bild ist klarer als ein Schweizer Bergsee.

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muri's Wertung: 4 Sterne

ich find einfach das grafikkonzept daneben. gefällt mir gar nicht und wird auch in ein paar jahren völlig veraltet aussehen. ausserdem wird die geschichte künstlich in die länge gezogen.

pb's Wertung: 2.0 Sterne


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