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Beitrag Joyeux Noël

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Joyeux Noël oder: Weihnachtswunder im Niemandsland


Die Geschichte, die uns Merry Christmas erzählt, erinnert an ein schönes Märchen. Tatsächlich basiert sie auf realen Ereignissen: So fanden zu Beginn des ersten Weltkriegs im Dezember 1914 effektiv an verschiedenen Orten der West- und Ostfront Verbrüderungen zwischen den Soldaten der verfeindeten Lager statt. Regisseur Christian Carion (Une hirondelle a fait le printemps) betont denn auch audrücklich, dass die Personen und Ereignisse - so fantastisch sie zuweilen erscheinen mögen - tatsächlich existiert und stattgefunden haben.

Umgesetzt hat Carion seinen Film sanft und leise, fast schon besinnlich. Auch wenn es dazwischen zuweilen deftig laut wird (im Gefecht oder bei der Bombardierung), ist es der ruhige Unterton, der den Film echt wirken lässt. Oder vielleicht gerade auch der Kontrast zwischen leise und laut, zwischen Schein und Sein - hier die Schulkinder, die unschuldig und süss Propagandagedichte rezitieren, da die Männer in ihren schmutzigen Schutzwällen, die sich mit ihren Feinden aussichtslose und verlustreiche Kämpfe liefern. Keine heroischen Schlachtmusiken, keine dramatischen Zeitlupenaufnahmen - Krieg ist in diesem Film nur Angst und Zermürbung.

Das Tollste an Joyeux Noël - abgesehen von der märchenhaften Geschichte eines kleinen Friedens inmitten des Weltkriegs - ist seine Internationalität. Der Film ist eine Co-Produktion mehrerer europäischer Staaten, und so werden die französischen, schottischen und deutschen Soldaten auch von französischen, schottischen und deutschen Schauspielern dargestellt. Die Dialoge werden ebenfalls in drei Sprachen wiedergegeben (wobei - kleine Anmerkung dazwischen - Daniel Brühl mit ausgezeichnetem Englisch und Französisch überrascht). Es ist wohl nicht zuletzt diese multinationale Zusammensetzung, die hilft, eine Klischierung der verschiedenen Landesvertreter zu verhindern. Ob Deutscher, Franzose oder Schotte - die Soldaten und Offiziere sind in erster Linie Menschen und als Zuschauer mag man weder für den einen noch den anderen Partei ergreifen.

Das ist auch gut so, denn der Film handelt vom Zusammenkommen, vom Überwinden der Feindseligkeiten. Auch wenn man beim Zuschauen zuweilen daran zweifelt, dass eine solche Verbrüderung tatsächlich möglich ist - glauben möchte man es auf jeden Fall. Der Cast leistet dabei eine durchwegs saubere Leistung, die Figuren wirken ausnahmslos echt und sympathisch. Einzig etwas nervig kommen die Gesangseinlagen von Diane Krüger und Benno Fürmann daher: Das Gesinge nimmt man weder ihr noch ihm ab und der Blick ins Presseheft, der die Stimmen der wahren Sänger enthüllt (Natalie Dessay und Rolando Villazón), wäre eigentlich gar nicht nötig gewesen. Das Playback ist offensichtlich.

Das ist aber das Einzige, was wirklich stört. Und da die Solo-Gesangseinlagen der zwei gegen Ende immer seltener werden, kann man mit etwas gutem Willen darüber hinweg blicken. So ist Merry Christmas insgesamt ein Film, der den Kinoeintritt wert ist. Es ist eine Geschichte über Hoffnung, über den Mut, Feindseligkeiten hinter sich zu lassen und über Menschlickeit. Auch wenn es sich dabei nicht um einen der üblichen Friede, Freude, Eierkuchen-Weihnachtsstreifen handelt, ist Joyeux Noël für einen Kinogang in der Adventszeit eine gute Wahl. Alleine schon deswegen, weil er - bei all seiner Märchenhaftigkeit - unverherrlicht und nüchtern an die Brutalität und Unmenschlichkeit eines jeden Krieges erinnert.

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rs' Wertung: 5 Sterne

Wer wäre drauf gekommen, dass der Film 'vom Zusammenkommen und Überwinden der Feindseligkeiten handelt'?
Der Film ist abgesehen davon doch eine Gurke. Irgendwie das Gegenteil von Kunst. Aber man soll gute Absichten ja nicht kritisieren.

Lola Colt's Wertung: Noch nicht bewertet

Zitat Lola Colt (2005-11-14 13:09:18)

Wer wäre drauf gekommen, dass der Film 'vom Zusammenkommen und Überwinden der Feindseligkeiten handelt'?
Der Film ist abgesehen davon doch eine Gurke. Irgendwie das Gegenteil von Kunst. Aber man soll gute Absichten ja nicht kritisieren.

Und deine Wertung für den Film...?

rs' Wertung: 5.0 Sterne


Und deine Wertung für den Film...?

Ich habe den Film heute in Paris gesehen.
Sein Problem ist, dass er alles sagt, wo doch nichts zu sagen wäre.
Das Absurde braucht keinen Kommentar.
So erweist er seiner Absicht Bärendienste.
Solche (gutgemeinten) Versuche, zumal auf der Leinwand, sind immer heikel und versinken schnell im Kitsch.
Punkte möchte ich nicht verteilen. Nur zum Nachdenken: Wenn Ihr hier 4 von 5 Punkten verteilt, wieviele Punkte soll dann 'Wege zum Ruhm' von Kubrick verdient haben? Fallen Meisterwerke so schnell vom Himmel?

Lola Colt's Wertung: Noch nicht bewertet

Zitat Lola Colt (2005-11-14 17:00:16)

Wenn Ihr hier 4 von 5 Punkten verteilt, wieviele Punkte soll dann 'Wege zum Ruhm' von Kubrick verdient haben?


Bei den Symbolen handelt es sich um Sternchen und keine Punkte, und es waren immer schon sechs, nie fünf. Wenn es mit dem genau Hinschauen und dem Zählen schon nicht klappt, wie soll das denn mit den Filme Kritisieren funktionieren.

;)

rm's Wertung: 2.0 Sterne

Zitat Lola Colt (2005-11-14 17:00:16)

Sein Problem ist, dass er alles sagt, wo doch nichts zu sagen wäre.
Das Absurde braucht keinen Kommentar.

Das verstehe ich nicht ganz: Was sagt er denn, das er nicht sagen sollte? Und natürlich spricht Absurdes im Prinzip für sich - das heisst doch aber nicht, dass man es deswegen verschweigen und nicht mehr darauf hinweisen soll.

Zitat Lola Colt

Punkte möchte ich nicht verteilen.

Wieso denn nicht? Gerade, weil du den Film vor einem anderen Hintergrund gesehen und beurteilt hast (ich kenne bspw. "Wege zum Ruhm" von Kubrick noch nicht), wäre eine solche Bewertung interessant.

Zitat Lola Colt

Fallen Meisterwerke so schnell vom Himmel?

Was macht denn ein Meisterwerk aus? Wie lange es brauchte, um zu entstehen? Wohl kaum... Oder was meinst du mit dieser Äusserung?

rs' Wertung: 5.0 Sterne

Feiner Film, der überraschenderweise in gar nicht allzu grosser Pathos abschweift. Ein Kriegsfilm der anderen Art, der ein wunderbares Beispiel von grosser Menschlichkeit zeigt. Wie ein deutscher Soldat sagte, der an der Westfront diente: "Ich habe nie jemanden umgebracht. Die haben doch auch eine Mutter."

TheGodfather's Wertung: 4.0 Sterne

Kein schlechter Film, aber auch kein Meisterwerk. Am besten gefallen hat mir Néstor, die Katze! :d

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Doch beim toten Schotten wurde ich immer extrem traurig. Der arme Überlebende...

Manchmal ist es etwas sehr unwahrschenlich, da kann es noch so "Based on a true story" heissen. Und mit über das Schlachtfeld ziehenden Tenören kann ich nix anfangen.


[Editiert von El Chupanebrey am 2007-07-19 20:03:45]

El Chupanebrey's Wertung: 3.0 Sterne


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