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Darwin's Nightmare oder: Globalisierungs-Albtraum in Afrika


Darwin's Nightmare zeigt den harten Alltag in der Globalisierten Welt. Die Menschen in Afrika kämpfen um zu überleben. Das Strassenkind, das Klebstoff schnüffelt, um dem Alltag zu entfliehen, die Prostituierte, die von einer Ausbildung träumt und schliesslich ermordet wird, der russische Pilot, der sich nach seiner Familie sehnt. Sie alle können sich ihre wünsche nicht erfüllen, weil sie es sicht nicht leisten können. Diese Portraits sind sehr schlicht und realistisch gestaltet. Gerade deswegen sind sie erschütternd, berührend oder auch mal lustig.

Leider gibt es keine fortlaufende Geschichte im Film, weshalb die Reihenfolge der Personenportraits etwas gar zufällig wirkt. Der einzige rote Faden ist immer wieder der Fisch und die Frage, was in den Frachtflugzeugen von Europa nach Afrika gebracht wird. Filmmusik gibt es keine, sondern die Geräusche des Lebens begleiten den Film. Filmerisch könnte sicher noch einiges an diesem Dokumentarfilm verbessert werden. Die verwackelte Kamera und die Stimme des Regisseurs im Hintergrund können zwar anstrengend werden, doch sie vermitteln Authentizität. Der Schluss wirkt leider ziemlich abgehackt. Zusammenfassend überzeugt Darwin's Nightmare sicher nicht wegen der Form, sondern wegen dem Inhalt und der persönlichen Annäherung an ein Afrika, wie wir es kaum sonst zu Gesicht bekommen. Wir sehen die Realität und die Ungerechtigkeit der Globalisierung, ohne dass irgendwelche "Schuldigen" offen angeklagt werden. Vielmehr wird gezeigt, dass Menschen wie du und ich dazu beitragen, dass sich Afrika der Armutskatastrophe zuneigt.

Der Appetit auf Fischstäbchen ist mir jedenfalls vergangen.

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matti's Wertung: 5 Sterne

Neben der schon in der outnow Kritik erwähnten verwackelten Kamera und der nicht fortlaufenden Story (was ich in einem Doku-Film dieser Art zwar nicht soo Schlimm finde) hat mich vorallem der Inhalt und die Aussage auf die der Film abzielt enttäuscht.
Schon während dem Film habe ich mir die Frage gestellt: Was haben die Fische mit der Armut der Menschen an diesem Ort zu tun?!
Abgesehen von der ökologischen Katastrophe (die meisten Fischarten im Victoriasee sind nach der Aussetzung des Nilbarschs ausgestorben) von mir aus gesehen überhaupt nichts. Im Gegenteil, ohne die Fischfabriken, welche nach Europa exportieren, hätten dort noch viel mehr Leute keine Arbeit und es würde ihnen noch schlechter gehen. Eigentlich wäre zu hoffen dass der Konsum der Fische in Europa ansteigt um die Produktion in Afrika zu steigern und somit mehr Leuten Arbeit zu ermöglichen. Doch der Filmemacher will uns genau das Gegenteil weismachen und schiebt die Schuld einfach mal auf die Globalisierung. Reiche, westliche Länder die auf Kosten der dritten Welt Geschäfte machen, so das gutbekannte und oftgehörte Klischee, welches in diesem Fall aber einfach nicht zieht. Die Gründe für die Armut der Leute dort sind ganz andere, wesentlich kompliziertere.

Einen interessanten Artikel dazu in der Weltwoche:
http://www.weltwoche.ch/artikel/default.asp?AssetID=12533&CategoryID=66

[Editiert von 10-der am 2005-11-30 22:44:00]

10-der's Wertung: 2.0 Sterne

Zitat 10-der (2005-11-30 22:41:28)

Schon während dem Film habe ich mir die Frage gestellt: Was haben die Fische mit der Armut der Menschen an diesem Ort zu tun?!


Die Fische werden ausschliesslich für den Export nach Europa gefischt und verarbeitet, während die arme Bevölkerung die Reste des Fisches mit Maden "serviert" bekommt.
Gäbe es keinen Nilbarsch, fände kein Export statt und die Bevölkerung könnte die Fische des Viktoriasees zu ihrer eigenen Ernährung beanspruchen.

Dr. Snowchick's Wertung: 4.0 Sterne

Zitat 10-der (2005-11-30 22:41:28)

Schon während dem Film habe ich mir die Frage gestellt: Was haben die Fische mit der Armut der Menschen an diesem Ort zu tun?!

Leider behandelt der Film die echten Probleme kaum bis gar nicht. Der Regiseur hat zwar die Bevölkerung ehrlich gezeigt aber ist keiner Frage auf den Grund gegangen. Das ganze dümpelt etwas vor sich hin.

Es existieren durch den Nilbarsch mehrere Probleme.

Mit dem Export der Rohstoffe, sprich die Fischfillet, werden lediglich ein paar wenige Arbeitsplätze geschaffen. Eine gute Wirtschaft bracht mehr als ein Produkt zu exportieren. Helfen würde z.B. wenn der Fisch bis und mit verpacken an Ort verarbeitet wird. So würde der grösste Gewinn in Afrika bleiben.

Ein weiteres Problem ist, dass der Nilbarsch nicht Sonnengetrockenet werden kann, wie die ursprünglichen Fische, sodass sie wie im Film geräuchert werden müssen.

Auch ist der Nilbarsch viel grösser und stärker als die ursprünglichen Fsiche des Viktoriasees. Daurch benötigen die Einheimischen andere Netze, besser Boote und Aussenmotore. Und wo bekommen sie diese? Von den Reichen. Sprich ein grosser Teil des Geldes, welches sie durch den Fischfang verdienen können sie gleich wieder für die Miete des Materials abgeben.


Es reicht nicht immer einfach alles auf Waffenhandel abzuschieben. Um die Probleme aufdecken zu können muss man evtl. etwas weiter zurück in der Geschichte.
Z.B. dass die Engländer die Wasserrechte verändert hatten und somit den Eingeborenen die Grundlage für Anbau im Landesinneren verunmöglicht hatte und somit dazu zwingt, sich am Strohhalm des einseitigen Fischfangs zu halten.

bug's Wertung: 3.0 Sterne


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