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Beitrag Les Poupées russes

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Les Poupées russes oder: L'auberge espagnole 2


Effektive drei Jahre und gespielte fünf Jahre nach L'auberge espagnole wartet Regisseur Cédric Klapisch nun mit dem Nachfolger auf. Xavier und die anderen Protagonisten sind mittlerweile keine Studenten mehr, doch ihre Probleme bleiben mehr oder weniger dieselben. Die Suche nach der grossen Liebe ist noch nicht abgeschlossen und nach dem Studium geht es jetzt darum, auch im Arbeitsleben Fuss zu fassen. Dazu kommt noch eine handfeste "Jetzt bin ich schon dreissig und hab immer noch nichts erreicht"-Krise, die Jugendträume haben sich in Luft aufgelöst und der triste Alltag zieht ein.

Der Film ist lang, viel zu lang, um eine frische, leichte Europaromanze zu sein. Ein grosses, schwergewichtiges Meisterwerk ist er allerdings auch nicht, dafür hat er schlicht zu wenig Inhalt. Die Handlung verliert sich denn auch in Wiederholungen und der Spannungsbogen gleicht einer Sinuskurve, die ein ständiges zielloses auf und ab beschreibt. Der Länge des Filmes fallen auch diverse Handlungsstränge zum Opfer, so sieht man von Kassia, Cédrics neuer Flamme afrikanischen Ursprungs, in der zweiten Hälfte des Filmes herzlich wenig. Ähnlich ergeht es auch Martine, die am Schluss nochmals krampfhaft hervorgeholt wird und dem Grossvater.

Die komischen Schnittspielereien zu Beginn sind völlig belanglos und Xaviers flötenspielendes Alter Ego taucht mehr dem Zufallsprinzip, als cineastischer Logik gehorchend, mal hier und mal da auf. Dabei liegt die Stärke des Films eben genau nicht in den abstrusen Einfällen, sondern in der realistischen Darstellung Europas und ihrer dreissigjähriger Bürger. Typisch für das hiesige Kino wird auf Hochglanz verzichtet und auch mal Xaviers etwas schäbige Wohnung gezeigt. Gefilmt wurde tatsächlich in den jeweiligen Städten und nicht nur in Studios und die Charaktere vermögen allesamt zu überzeugen. Man muss zugeben sie kommen ganz flott und romantisch daher die russischen Puppen, aber für mehr als Stunden reicht es eben doch nicht.

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mazemaster's Wertung: 3 Sterne

Ich fand schon das Original ziemlich öde. Dementsprechend war die Vorfreude auf den zweiten Teil eher gering. Das einzig gute - die vielen wunderschönen Frauen - wurden beibehalten. Kelly Reilly wurde mit dem Alter sogar noch heisser und es gibt ein paar neue mehr, von denen eigentlich nur eine nicht sehr ansehlich ist - gerade die spielt aber ein internationales Topmodel. Natürlich schläft der Held auch mit ihr. Denn die Männerfantasie, dass auch die langweiligste Socke promiskuitiv durch die Betten hüpft geht in Les Poupées Russes munter weiter. Die Schönheiten, mit denen das nicht (mehr) geht, bleiben trotzdem in seiner Nähe. Xavier teilt im Film einmal mit der Ex (Audrey Tautou) dann mit der Lesbe (Cécile de France) die Wohnung.

Die EU-Geschichte aus dem ersten Teil wird osterweitert. Es kommt zur Wiedervereinigung in St. Petersburg, Russland. Dort hat William, der zugezogene Bruder der Engländerin aus dem ersten Teil, sich in eine Ballerina verknallt. Die Hochzeit steht kurz bevor und so treffen sich die WG-Gspänli aus Barcelona alle wieder. Der Deutsche und die Italienerin haben wenig neues zu sagen, der Film konzentriert sich vor allem auf Xavier, Wendy, Isabelle und William. Es geht los, als Xavier gerade den Fussgängerstreifen betritt, und dann wird das Bild eingefroren. Er will uns nämlich was erzählen (den ganzen Film) und das dauert so lange (ca. 100 Minuten), dass man, wenn man endlich wieder bei der Szene an der Strasse angelangt ist, schon lange vergessen hat, wo man ursprünglich war.

Xavier hat zwar seinen Traum aus Teil 1, Schreiberling zu werden, erfüllt, schreibt aber nur, was er am Besten kann: Plots für langweilige Telenovelas. (Oder Ghostwriting für Topmodels) In seiner Freizeit hüpft er wie ein Bienchen von Blümchen zu Blümchen oder fährt mit dem Zug immer in den gleichen Tunnel. (Vielleicht sogar als Witz des Regisseurs gedacht - dann aber bei Hitchock abgeschaut) Das und nicht viel mehr ist dann die Handlung. Bis Xavier endlich begreift, dass die Suche nach der Traumfrau fürs Leben nicht mit Babuschkas auseinander nehmen zu vergleichen ist (Tu sais, die Puppen aus dem Titel), braucht der Film dann ganze zwei Stunden. Ein bisschen viel für ein simples Geschichten um einen entscheidungsunwilligen Franzosen. Denn dieses Thema hat Clara et Moi eindeutig kurzweiliger und liebevoller behandelt.

rm's Wertung: 2.0 Sterne


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