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Beitrag Don't Come Knocking

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Don't Come Knocking oder: Herr Sutter jagt den Coward Howard


Mehrmals hat Wim Wenders bei seinem Aufenthalt in Locarno betont, dass es sich bei Don't come knocking um einen deutschen Film handelt. Eine seltsame Aussage zu einem Film über den uramerikanischsten aller Berufe, den des Westernhelden. Noch dazu wenn der amerikanische Westen so eingefangen wird, als sei er heute noch wild. Eine bunte Gegend mit klaren Farben. Wäre Wenders zu meiner Primarlehrerin ins Zeichnen gegangen, wäre er für Don't Come Knocking geradewegs vor die Tür gesetzt worden. Sie war immer dagegen, die Farben direkt aus dem Malkasten zu nehmen. Aber genau so kräftig leuchtet die Szenerie in diesem Film. Die gestochen scharfen Cinemascope-Bilder gehören zu den Stärken des Films. Sogar einem debil blinkenden Lichtermeer eines Casinos in Las Vegas kann Wenders was Schönes abgewinnen.

Die absurde Flucht vom Set und das Dasein von Sam Shepard als Filmstar, der, wo immer er auftaucht, von Groupies umschwärmt wird, kontrastiert wunderbar mit Tim Roths verkniffenem Kopfgeldjäger. Sie sind die beiden witzigen Männerfiguren im Film, der mit Gabriel Mann auch eine unsäglich dämliche Darstellung eines Mannes anzubieten hat. Die Hosen an haben aber in Don't come knocking sowieso die Frauen. Man muss einfach darüber hinwegsehen, dass Jessica Lange ein bisschen zu geliftet aussieht, für eine abgehalfterte Servierdüse aus Montana und Sarah Polley, so sehr ich sie mag, etwas mondkalbhaft mit ihrer toten Mutter in der Urne unter dem Arm durch den Film stolziert. Aber sie sagen den Männern schlussendlich, wo's langgeht. Schön für einen Regisseur, der sich selber nicht als "Frauen"-Regisseur bezeichen will. Ein klassischer Autorenfilmer ist Wender aber ohne Zweifel. Und darin liegt auch das grosse Problem bei Don't come knocking. Nach dem wirklich flotten Beginn, wird's gegen Ende, wenn sich der Antiheld Howard seiner Vergangenheit stellt, immer zähflüssiger.

Vergleiche mit Paris Texas, dem Gewinner der Goldenen Palme im Cannes aus dem Jahre 1984 müssen anderswo gegooglet werden. Dem Vernehmen nach sollen Ähnlichkeiten zu diesem Film bestehen, bei dem Wim Wenders schon einmal mit Sam Shepard zusammengearbeitet hat. OutNow.CH ist für diesen Film leider zu jung.

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rm's Wertung: 4.5 Sterne

hab den trailer als vorschau bei crash gesehen...hat mir eigentlich nen guten eindruck hinterlassen...!

machine's Wertung: Noch nicht bewertet

ich bin ebenso positiv überrascht. der film hat zwar fast keine action, die spezielle ausgangslage und die selbstfindung des alten schauspielers hat mir jedoch gut gefallen.

th's Wertung: 4.0 Sterne

Ich fand den Film auch toll. Dazu noch die tolle Atmosphäre der Piazza Grande, da wurde es noch ein Stück besser.

Wim Wenders hat mich aber überrascht. Wie th schon erwähnt hat, hat der Film so gut wie keine Action oder sonstiges, aber schafft es trotzdem die Zuschauer zu begeistern.

thugsta's Wertung: 4.0 Sterne

Wim Wenders. ein grosser Name und doch kenne ich von ihm nur das Million Dollar Hotel (*schäm"). Sorry, mit seinem Namen verbinde ich meist gepflegte langeweile. Deshalb bin ich auch nicht gerade ins kino gerannt, als sein neuer Streifen anlief. Aber etwas lockte mich doch an und ich hab es kein bisschen bereut.

Der Anfang des Films ist ja arg wie ein Marlboro-Kino-Werbespot, schon da musste ich schmunzeln und fühlte mich in guten Händen. Toll fotografiert, gut gespielt (ich äussere mich nicht über mögliches face-lifting von nicht mehr jüngsten darstellerinnen). Einzig die tatsache, dass ich Sam Shepard einen Womanizer abnehmen muss, der in seinem alter selbst mühelos jüngste Frauen, sprich Groupies abzuschleppen vermag (nein, hier sprich nicht der neid aus mir, jungs und mädels), machte mir etwas zu schaffen.

Hab mich köstlich über Fairuza Balks Filmfigur amüsiert, die ich seit ewigkeiten in keinem film mehr gesehen habe. als etwas durchgedrehte freundin von sam shepard's sohn hat sie alle meine sympathien-punkte bekommen. sarah polley stolpert etwas gespenstisch in dieser geschichte herum, tim roth als kauziger fahnder ist ebenfalls köstlich, selbst sam's mutter ist zum knuddeln. die ganze vater-sohn-sache ging mir aber letzten endes doch etwas abrupt vorwärts... ich meine, so schnell kann vaterhass umkehren... im stile von... ich schenk meinem sohn ein auto... oh daddy, hab dich plötzlich doch irgendwie lieb

der westernfilm, den sie im film am drehen waren, ist ja oberpeinlich. frage mich da, wer für so einen schinken ins kino gehen würde...(wohl all die zahlreichen fans von howard spence...)
hippihihoohoo, i wanna be a cowboy

übrigens: wer ein schnelles auge hat, hat im film vielleicht mitgekriegt was es mit dem titel auf sich hat. ganz am anfang, wo man den set-trailer (wohnwagen) nach howard durchsucht, ist da ein schild an der wand, worauf steht: don't come knocking if the trailer is rocking.

[Editiert von lafrecciablu am 2005-09-23 22:10:22]

lafrecciablu's Wertung: 5.0 Sterne

Nach durchzechten Nächte, Knast und Raufereien dann Don't Come Knocking. ;)

ronin's Wertung: Noch nicht bewertet

Zitat rm (2005-08-09 12:36:00)

Sogar einem debil blinkenden Lichtermeer eines Casinos in Las Vegas kann Wenders was Schönes abgewinnen.


Amerikanische Geografie, hm? Er ist in Elko, Nevada, einem kleinen Glücksspielkaff. In Las Vegas wären entschieden mehr Leute, meinst du nicht? ;)

[Editiert von El Chupanebrey am 2008-11-09 18:37:00]

El Chupanebrey's Wertung: 4.0 Sterne


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