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Palindromes oder: Rückwärts geht's auch!


Sugus ist ein Palindrom. Man kann es von hinten wie von vorn lesen, das Wort bleibt Sugus. Gugus ist kein Palindrom. Aber der Film Palindromes schon. Nur: Er weiss es nicht, was die Lage noch prekärer macht. Schliesslich ist dies ein "intelligenter", "schockierender", "provozierender" Arthaus-Film von Todd Solondz, dem hochgepriesenen Regisseur von Welcome to the Dollhouse und Happiness. Anscheinend ginge es im Film um Abtreibung, heisst es. Spannende Sache, eigentlich. Doch so wirklich etwas zu sagen hat Solondz nicht zu diesem Thema. Viel lieber möchte er die Leute mit Pädophilie-Sequenzen empören und einem Gimmick wachhalten.

Aviva wird durch den Verlauf des Filmes von verschiedensten Personen dargestellt: Einer übergewichtigen Afroamerikanerin, einem magersüchtigen Zahnspangen-Girlie, mehreren anderen Gestalten und sogar Jennifer Jason Leigh. Der Regisseur will uns damit wohl sagen, was für ein universeller Charakter Aviva ist. Dieses olle Gör ist aber einfach nur bedauernswert und eine Motivation für ihre naiven und hirnlosen Taten ist wohl vergessen gegangen. So verhindert dieser "mehrere Personen spielen eine Figur"-Trick auch noch zusätzlich jeglichen Bezug zu Aviva. Die satirischen Lichtblicke sind in etwa so spärlich gesäht, wie gute Witze in einem Peach Weber-Programm und spielen sich vor allem in den Szenen ab, in der sich die 13-jährige auf der Mamma Sunshine Ranch aufhält. Eine herrlich überzeichnete Konservative und Jesus-Begeisterte, die in ihrem Haus unerwünschte Kinder aufnimmt und gegen die Abtreibung kämpft, indem sie die praktizierenden Ärzte umbringen lässt.

Visuell ist der Film generell originell und speziell und die musikalische Untermalung passt. Doch die Entscheidung, den Film in Kapitel zu unterteilen ist auch mehr pseudo-künstlerisch als hilfreich. Irgendwie verstehe ich nicht ganz, ob mir dieser Film wirklich etwas anderes mitteilen möchte als, wie cool und tabulos er doch sei. Für gewisse sei das anscheinend schon Grund genug für jubelnde Kritik. Andere erwarten von einem Film über solch komplexe Themen eher Substanz statt Plakativität.

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ma's Wertung: 2 Sterne

dieser film scheint ja kein grosses interesse zu haben, sind doch hier die filmkritiken sehr spärlich gesät. Kann es euch auch nicht verübeln, da habt ihr wirklich nicht viel verpasst.

Vielleicht braucht es auch einfach eine Erklärung für den Film, am besten vom Regisseur selbst, damit man weiss, um was es eigentlich geht. Die Idee, eine Figur, durch verschiedene Personen darzustellen, mag ja auf dem Papier bzw. Drehbuch interessant und noch nie dagewesen klingen, ist aber auf Celluloid ziemlich mühsam und nervend anzuschauen. Zumal der Charakter der Figur wirklich nervt, vorallem wenn sie noch mit einer teilnahmslosen und höchst monotonen stimme 'was vor sich hinhaspelt. Kurzum, im wirklichen Leben würden wir wohl jemandem wie Aviva aus dem Weg gehen oder wie ich, am liebsten stundenlang ohrfeigen.

Es gab ein paar kleine Lichtblicke in diesem Film, wo sich mein Gemüt sogar für einen kurzen Lacher erhellte, wo Aviva bei einer erzkonservativen katholischen familie unterschlupf findet und in der Garage mit den zahlreichen (Waisen)Kinder als christliche Boy-Girl-group singend den Herrn lobpreisen.

Der ganzen Chose fehlt aber eindeutig der Pepp und die Würze, die die Vorgänger-Filme von Solondz haben. Mit Dawn Wiener aus "Welcome to the Dollhouse" hatte man wenigstens noch sowas wie Mitleid und auch einen Bezug, was die nicht einfache Kindheit anbelangt.

Wer kann sich schon mit einer 10-jährigen identifizieren, die schwanger werden will?

Zum Glück hat der Film am ende noch einen wirklich guten Moment, wo Aviva (diesmal in Gestalt von Jennifer Jason Leigh) auf Mark Wiener trifft, der ihr auf der Party eine kleine Lebensweisheit preisgibt... dass man sich im grunde nie ändert und die gleiche person bleibt! Vielleicht die Erklärung für all die Gestaltswandel in dieser Geschichte. Aviva bleibt Aviva, egal wie man es liest und egal wer die Person verkörpert. Mit diesem Schlusssatz konnte ich den ganzen Film auch irgendwie ertragen und verstehen.

lafrecciablu's Wertung: 2.0 Sterne


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