Forum Movies - Reviews: DVDs & Blu-rays
Beitrag Yojimbo
Yojimbo oder: Don't mess with this Samurai Was will man zu Yojimbo noch mehr schreiben? Ein Kurosawa-Film. Der Film besticht durch Einfachheit. Kurosawa hat es an sich, simple Stories genial zu verpacken. Beim Durchlesen dieser Review wird dem einen oder anderen sicherlich aufgefallen sein, dass die Story einem bekannt vorkommt. Seit beruhigt. Der Film wurde bisher zweimal ge-remaked. Einmal unter dem Name A Fistful of Dollars (Clint Eastwood in seiner Parade-Rolle) und ein zweites Mal mit dem Titel Last Man Standing (Bruce Willis als saufender Mafia-Hitman). Toshirô Mifune als namenloser Ronin ist brilliant und macht als "Anti-Samurai" so ziemlich alles was das Bushido (Gesetze der Samurai) verbietet. So zum Beispiel das unrasiert sein, offen Geld verlangen, sein Schwert verlieren und dann halt einfach mit dem Schwert eines Toden weitermachen. Genau, dieser Umstand macht es aus, dass dieser Film seinen beiden Remake überlegen ist. Die vorliegende Version ist in japanisch gehalten und English untertitelt. Soweit ich allerdings weiss, preist derzeit Amazon eine deutsche Version an. Ob man sich das antun will/muss, ist jedem selber überlassen. Ich persönlich meine, dass es etwa so wäre, wie wenn man Fawlty Towers auf Deutsch ansieht...also SEHR ÜBEL! Die DVD enthält einen Audio-Kommentar von Philip Kemp einem Filmhistoriker, der uns nicht nur den Sinn hinter den Bildern erklärt, sondern auch die Spezialitäten, die dem Europäer sonst verborgen bleiben würden. So wird zum Beispiel erklärt, warum es effektiv die Edo-Periode ist und nicht schon vorher und ebenfalls die obengenannten Dinge wie unrasiert usw. Denn so gut, kenn ich mich jetzt mit dem Bushido auch nicht aus. |
eigentlich der samurai-film, der einen mit dem genre versöhnen kann.denn offen gesagt lässt die politische und philosophische darstellung von samurai in anderen filmen eigentlich nur den schluss zu" waffen-ss im kimono". |
Interessante These...hat er dir wirklich nicht gefallen? Interessant. |
doch er hat gefallen, eben gerade durch die infragestellung der traditionellen samurai-werte. da die letzte sichtung des films mehr als 20 jahre zurückliegt klick ich lieber keine sternli an... |
hmm... das finde ich jetzt schon ein wenig *verallgemeinert*. Ich denke es gibt noch andere gute Filme (und Animes), welche Samurai nicht einfach nur als ausführendes Organ der feudalen japanischen Elite darstellt. [Editiert von 'navi_t' am 15 Jul 2005 16:27:59] [Editiert von 'navi_t' am 15 Jul 2005 16:28:39] |
von der seite www.trimondi.de HIMMLERS SAMURAI Absolute Treue bis hin zum Tod gegenüber dem Lehnsherrn und - historisch später - gegenüber dem japanischen Kaiser, dem Tenno, war die höchste Pflicht eines Samurai, so wie es höchste Pflicht und Ehre eines SS-Mannes war, dem "Führer" bis in den Tod hinein die Treue zu halten. Dieser Vergleich der SS mit der japanischen Kriegerkaste blieb nicht nur "metaphorisch", denn nach dem trilateralen Kulturabkommen zwischen Berlin - Rom - Tokio von 1938 kam es zu einem regen, militärischen und ideologischen Austausch zwischen den drei faschistischen Ländern. Mit grosser Faszination blickten damals nationalsozialistische Japanologen, Künstler, Intellektuelle und Militärs auf die Kriegerkultur des fernöstlichen Landes. In deutscher Sprache erschienen bis kurz vor Kriegsende eine ganze Anzahl von Büchern, die den japanischen "Weg des Kriegers" (Bushido) zum Inhalt hatten.
1942 liess Himmler ein "Büchlein" über den Bushido mit dem Titel Die Samurai, Ritter des Reiches in Ehre und Treue in der SS verteilen. Die Auflage betrug 55.000 Stück. In dem von ihm persönlich verfassten Vorwort heisst es: "Aus dieser kurzen Geschichte der Samurai wollen wir uns längst Vergessenes ins Gedächtnis zurückrufen: die Tatsache, dass schon in frühen Zeiten dieses Volk im fernen Osten dieselben Ehrgesetze hatte, wie unsere Väter sie in früher, zu bald zerstörter Vergangenheit hatten [...]. Dies sei der Sinn dieses Sonderdruckes, und in diesem Geiste mögen viele, insbesondere die SS-Männer, dieses Büchlein lesen." Rudolf Jacobsen, Bataillons- und Regimentskommandeur in der Waffen-SS, verwies darauf, dass der Reichsführer immer wieder "die japanische Tradition der Samurai" hervorhob, wenn er auf die Ausbildung der SS-Elite zu sprechen kam.
Was faszinierte die Nazis, insbesondere die SS, an der japanischen Kriegerkaste? Zu nennen sind hier unter anderem: "absolute Gefühlskontrolle, kompromisslose Härte und Kaltblütigkeit" - "blinder Gehorsam und Treue" - "Ehrenkodex und Standesethos" - "Krieg als Selbstzweck" - "Verachtung des Lebens" - "Verherrlichung des Todes" - "Harakiri". Morbide Sprüche aus alten Samurai-Handbüchern, wie dem Hagakure, die damals ins Deutsche übersetzt wurden, wirken wie Losungen für den Schwarzen Orden. Zum Beispiel: "Wenn euer Schwert in einer Schlacht zerbricht, kämpft mit euren Armen; wenn eure Arme abgeschlagen werden, ringt euren Gegner mit euren Schultern nieder; wenn eure Schultern verletzt sind, könnt ihr immer noch mit euren Zähnen kämpfen." |
ok - schön das über Himmlers Samurai. Aber was können die Samurai dafür? Wenn wir so argumentieren können wir ja auch gleich weiter machen: Weil die Nazis ein jahrtausende altes Symbol genommen und dieses gespiegelt haben, macht dies alle Kulturen, welche dieses Symbol lange vorher verwendeten zu Vorläufern des Nazionalsozialismus und damit automatisch zu Werkzeugen des Bösen? Ist das so? Samurai waren bestimmt nicht die vor Ehre strotzenden Krieger, wie sie oft dargestellt werden aber das feudale Japan mit dem dritten Reich vergleichen zu wollen, nur weil letztere sich gerne mit Ehrvorstellungen von anderen Kulturen identifizierten scheint mir doch etwas übertrieben zu sein. Was auch immer Himmler dazu zu sagen hatte. |
die aussage ist doch wohl"weshalb gerade die samurai"? gab es nicht genügend andere faschistoid kriegerische vorgänger,karthager,römer, mongolen, kreuzritter etc. ? |
dies könnte genauso gut auf Manager und Politiker des 21 Jh. zutreffen die immerzu ethische und moralische Grundwerte predigen oder auf den europäischen Adel/Ritter des frühen und späten Mittelalters, der französichen Aristokratie des 18.Jh. oder auf dutzende von anderen Gruppen, die im Gegensatz zum "Pöbel" eine besondere Stellung einnahmen. |
es ging mir nicht darum einem samuraifan den missmut einzutreiben doch sollten unsere jugendlichen asienfreaks das ganze differenziert sehen. |
Dem kann ich zustimmen. Man sollte eine Kultur mit all ihren Seiten kennenlernen - den guten wie auch den schlechten - und nicht blind etwas für *toll* halten. |

