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Finding Neverland oder: Flugkurs für Ungläubige


"Jööööööö, so schöööön", unsere User aus dem nördlichen Nachbarland mögen mir verzeihen, aber das ist der erste Gedanke, der mir zu Finding Neverland in den Sinn gekommen ist. Viel mehr nicht. Marc Fosters Umsetzung eines Theaterstücks um den Autoren James M. Barrie ist ein rührseliges Stück Kostümfilm, dessen Stärke wohl in den Übergängen zwischen Fantasie und Wirklichkeit liegt, in der Verzauberung durch Vorstellungskraft und kindlicher Imagination, während Monster's Ball seine Stärken aus tiefer Charakterstudie und menschlicher Auseinandersetzung zog.

Finding Neverland bleibt diesbezüglich recht oberflächlich. Der "Schweizer in Diensten Hollywoods" beschränkt sich auf die Darstellung von Fantasie und die Flucht in diese zu zeigen, arglos bringt er einer Todkranken eine neue Welt, Nimmerland, zu Gesicht, auf dass man ihr die Angst vor dem Sterben nähme und die Hoffnung auf ein wünschenwertes Jenseits gäbe. Kate Winslet bleibt in eben dieser Rolle der plötzlich Kranken Witwe enttäuschend blass, während Grossmime Dustin Hoffman ein paar Worte vor sich hinstammeln darf und auf Ersetzbarkeit drängt. Einzig Johnny Depp, in seiner zurückhaltenden Art, und der kleine, sympathische Freddie Highmore konnten dem Film einen darstellerischen Stempel aufdrücken. Selbst die grosse Dame Julie Christie, die als wunderliche Grossmutter eine fast unglaubliche Wandlung zur händeklatschenden Feenanhängerin über sich ergehen lassen muss, mag nicht so recht überzeugen.

Finding Neverland, insbesondere wenn er den Oscar für den besten Film gewonnen hätte, erinnert mich merkwürdigerweise an Shakespeare in Love: Zuerst findet man das alles hübsch, nett und hach so entzückend. Drei Tage später hat man alles schon wieder vergessen. Sorry Mr. Foster, nach dem sackstarken Monster's Ball ist das ein Rückschritt der künstlerischen, kaum aber der kommerziellen Natur (Disney eben). Nächstes Mal aber wieder was Richtiges zum Reinbeissen, bitte.

Extras: Der Bildtransfer der DVD bringt zwar die fantasievolle und "altmodische" Stimmung des Films sehr schön rüber, dem Bild aber geht einiges an Schärfe und Kontrast ab. Im Tonbereich passiert eher wenig, da dialoglastig. Interessant bei den Extras sind der engagierte Audiokommentar von Regisseur, Produzent und Autor und die kurzen Outtakes, die für etwas Belustigung sorgen. Die geschnittenen Szenen sind wohl berechtigterweise rausgeworfen worden. Ansonsten Standart.

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pb's Wertung: 3.5 Sterne


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