Forum Movies - Reviews: DVDs & Blu-rays

Beitrag Sideways

» Zum letzten Beitrag springen

Sideways oder: Wein und Sein!


Weintour, Depressionen, Frauengeschichten - und sich selber finden. Sideways, Alexander Paynes wunderbare, leichte Komödie, bietet von allem etwas. Nicht nur kommt der Weinliebhaber auf seine Kosten mit all dem herrlichen Gerede um und vom Wein, auch fühlt man sich so einige Male unangenehm berührt, wenn man das gleichgültige Gegenüber, der Degustant und Weinhändler eben, sieht, dem es eigentlich Wurscht ist, was sein Objekt der Begierde, der potentielle Käufer von sich gibt, so lange er nur bezahlt. Dies und die Sprache des Weins fasst Alexander Payne vortrefflich zusammen. Und das Miles gerade dem Pinot Noir fröhnt, einer Traube die meine Wenigkeit bis heute nicht versteht, vinologisch gesehen, macht das Ganze umso köstlicher.

Nein, man muss nicht Weinliebhaber sein um Sideways goutieren zu können, aber es hilft enorm und bringt noch ein bisschen mehr Spass. Und wenn sich Miles einen Kübel Wein reinschüttet, dann graut dem Weinliebhaber, weil er weiss, dass es sich dabei um den Spucknapf handelt, in den man die Reste ausspuckt oder auskippt. Eine göttliche Vorstellung, die die Magenwände zur säurebetonten Wallung bringt.

Natürlich profitiert der Film vom wunderbaren Drehbuch mit seinen Kuriositäten (der Besuch bei Miles' Mutter, Jacks egobezogene Wolllust, Miles Frauenphopie) und den skurillen, kaputten Charakteren, dem erfolglosen Schriftsteller Miles und dem manipulierenden, stets agierenden Schauspieler Jack. Diese beiden Hauptakteure (Paul Giamatti und Thomas Haden Chruch in Höchstform - George Clooney hätte gerne Churchs Part gespielt) tragen den Film und sind für mich das Filmpaar 2005 schlechthin. Und wie oft, man sollte ehrlich mit sich selber sein, findet man sich in den Taten und Gedankengängen dieser beiden wieder? Ein kleiner Spiegel unserer selbst, zu köstlich.

Ich mag diesen hübschen, kleinen Film, der herrlich nicht nur mit den Sinnen und dem Unsinn des Weingenusses spielt. Nach About Schmidt ein weiterer Volltreffer von Alexander Payne. Aber Pinot Noir mag ich immer noch nicht.

Extras: Das Bild der DVD ist äusserst unscharf, vor allem in den Totalen macht sich das recht unangenehm bemerkbar. Da mir zur Rezension eine sogenannte Checkdisc vorlag, bleibt zu hoffen, dass dieser Makel für die in den Verkauf zu gelangenden DVDs behoben wird. Auf der Haben-Seite des Bonuskontos sind ein engagierter, wirklich toller Audiokommentar mit den beiden Hauptdarstellern, unveröffentlichte Szenen und ein paar Easter Eggs, die man am einfachsten mit Hilfe des DVD-ROM des PCs rausbekommt, zu verzeichnen.

» Die komplette DVD-Kritik lesen

pb's Wertung: 5 Sterne

Ich hab mich auf der Streifen wirklich gefreut. Er wurde ja als 'absolut' was anderes und Superduper-Komödie verkauft.

Fand ihn etwas besser als mittelmässig...Aber vielleicht kann ich als Nicht-Alkohol-Trinker das einfach nicht nachvollziehen.

Markus' Wertung: 4.0 Sterne

naja, ich denke das wort komödie ist eh etwas falsch in dem zusammenhang, aber mir ist auch nichts besseres in den sinn gekommen. ich mag einfach diese beiden typen, da erkenne ich so einiges an mir und anderen um mich herum. ;)

pb's Wertung: 5.0 Sterne


Beiträge suchen

Aktive Beiträge