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Beitrag Ray

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Ray oder: Bloss weil du blind bist, bist du nicht dumm


Er war blind, arm und schwarz, drei Eigenschaften, die in den 40er Jahren nicht gerade zuoberst im Wunschprofil für erfolgreiche Musiker standen. Trotzdem hat es Ray Charles geschafft, berühmter zu werden als manch anderer Künstler und hat tausende von Herzen im Sturm erobert. Er wurde siebenmal von sieben verschiedenen Präsidenten ins weisse Haus eingeladen und trat vor etlichen Königinnen und Königen auf. Dieser Film zeigt, wie alles begann und begleitet Ray auf seinem steinigen Weg zum Erfolg.

Es ist kein Film, den man als monotone Lobeshymne auf Ray Charles bezeichnen könnte und das ist auch gut so. Vielmehr wird der Aufstieg des Musikers mit allen Kontroversen und den Ecken und Kanten seiner Persönlichkeit geschildert. Seine musikalischen Meisterleistungen kommen ebenso zum Zug wie seine eher weniger glorreichen Taten auf dem Gebiet der Drogen und unzähligen Weibergeschichten.

Das Wichtige an diesem Film ist nicht zu überraschen, denn jeder kennt Ray Charles und jeder weiss, wer er war. Es geht vielmehr darum, zu zeigen, wie er zu dem geworden ist, was er ist, und das werden wohl die Wenigsten wissen. Die lineare Handlung wird jeweils gelungen durch Rückblicke auf Rays Kindheit unterbrochen und offenbart so nach und nach das harte Schicksal seiner Familie. Dennoch, irgendwie ist das Ganze mit 2,5 Stunden ein Bisschen zu lang, zu monoton und zu einseitig geraten. Trotz Überlänge gibt es aber Dinge, die meines Erachtens wichtig gewesen wären und die mehr oder weniger auf der Strecke bleiben. Die Tatsache, dass sich Ray sein Leben lang gegen Rassismus eingesetzt hat, wird beispielsweise in knapp einer Minute abgehandelt. Die Proteste gegen seine Musik, die zu jener Zeit von vielen als Gotteslästerung empfunden wurde, wurden kaum gezeigt.

Was mich am meisten erstaunt hat, war die verblüffende Ähnlichkeit von Jamie Foxx und dem jungen Ray Charles. Dies verbunden mit der Tatsache, dass Foxx seit er drei Jahre alt ist Klavier spielt (nur darum war es auch möglich, Rays Musik 96 Mal in den Film zu integrieren), lässt ihn in der Rolle sehr authentisch wirken und man könnte ihn manchmal glatt mit dem echten Ray Charles verwechseln.

Die Extras der DVD beinhalten die bereits obligaten geschnittenen Szenen (wer sich die nach den regulären 2,5 Stunden noch anschaut, ist echt geduldig) und diverse Kinotrailer. Auch die ungeschnittenen Musikszenen aus dem Film sind enthalten, aber ehrlich gesagt schaue ich mir da lieber den richtigen Ray am Piano an als Jamie Foxx mit Playback. Was mich aber wirklich bewegt hat ist der Clip "Erinnerungen an Ray" in dem alte Bilder des Musikers gezeigt werden und seine Freunde über ihn erzählen. "Der Tod von Ray Charles ist ein unglaublicher Verlust für die Musikwelt. Er inspirierte so viele Menschen, seine Musik wird ewig leben.", sagt beispielsweise Elton John. Auch Jamie Foxx, der während der Dreharbeiten noch das Glück hatte mit Ray eine Jam Session zu veranstalten meint: "Er wird mehr geliebt, als er sich das jemals hätte vorstellen können. Da sind die Zeichen, die jeder von uns hinterlässt. Wie gross wird sein Zeichen sein? Für die Ewigkeit." und man erkennt, dass Ray Charles wirklich jemand war, der von vielen geliebt und bewundert wurde. An dieser Stelle kullert dann doch noch vereinzelt das eine oder andere Tränchen über meine Wange -- im Gegensatz zum Film, der mich doch eher kalt gelassen hat.

Nicht ganz verstanden habe ich auch, wieso man Jamie Foxx Johnny Depp bei der Oscarvergabe vorgezogen hat. Was die schauspielerischen Fähigkeiten anbelangt, musste Jamie Foxx nämlich nicht wahnsinnig viel zeigen. Die gesamte Gesichtsmimik fällt beispielsweise schon mal weg, da die Brille sein Gesicht verdeckt und den ganzen Film über ein wenig desorientiert durch die Gegend zu hinken, hätte selbst ich zustande gebracht.

Zusammengefasst kann man sagen, dass es nicht der Film ist, der mein Herz erobert hat, sondern der Mann (der unter anderem 20 Millionen an Taube und Blinde Menschen gespendet hat), über den er gedreht wurde. Er ist es, vor dem ich meinen Hut ziehe und von dem ich glaube, dass er einzigartig war.

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kat's Wertung: 4 Sterne

Zitat onyx (2005-06-15 03:58:00)

Nicht ganz verstanden habe ich auch, wieso man Jamie Foxx Johnny Depp bei der Oscarvergabe vorgezogen hat. Was die schauspielerischen Fähigkeiten anbelangt, musste Jamie Foxx nämlich nicht wahnsinnig viel zeigen. Die gesamte Gesichtsmimik fällt beispielsweise schon mal weg, da die Brille sein Gesicht verdeckt und den ganzen Film über ein wenig desorientiert durch die Gegend zu hinken, hätte selbst ich zustande gebracht.

Kann ich nicht ganz nachvollziehen. Auch wenn ich Jonny Depp auch gerne mit dem Männchen gesehen hätte (siehe Review zu Finding Neverland, finde ich das ein bisschen *überleg* "too much"...

desorientiert hinken? Durch eine Brille die Mimik als unwichtig erscheinen zu lassen? Naja, ich weiss nicht....

muri's Wertung: 5.0 Sterne

ich find auch das jamie eine ganze menge leisten musste. er kam sooo authentisch rüber wie ich sonst noch keinen gesehen habe.

siamolo's Wertung: Noch nicht bewertet

hat herr (oder frau? weiss es nicht!) onyx den abspann gesehen? jamie foxx hat doch teilweise auch die lieder selber performt... der musste da nicht nur blind rumhinken und ein ausdrucksloses gesicht in die kamera halten... der hat richtig gespielt!!! ganz so leicht wie onyx denkt kann das doch nicht sein... finde ich. der film ist auch sonst nicht schlecht! und die musik ist natürlich eh der burner... aber äben. johnny depp aka supertyp hin oder her, der oscar war verdient!

[Editiert von 'dr.nonsens' am 17 Jun 2005 13:16:20]

dr.nonsens' Wertung: 5.0 Sterne

Tja, wie soll ich sagen, mich hat die Leistung einfach nicht ganz überzeugt. Das hat aber nichts damit zu tun, dass ich Jamie Foxx nicht mag oder so. Ganz im Gegenteil, ich finde er hat einen Oscar verdient. Allerdings hätte ich ihm diesen eher für die Performance in Collateral (wo er ja für beste Nebenrolle auch nominiert war)gegeben, weil mich das einfach viel mehr überzeugt hat.

kat's Wertung: Noch nicht bewertet

ich gehe mit onyx einig. natürlich ist es eine tolle leistung, aber oft bleibt der film zu oberflächlich, das tut den schauspielern nicht besonders gut, und einige der gesangsszenen sind einfach zu lang bzw. zu viel. ja, natürlich hat herr foxx (fast) alles selber gemacht und natürlich wirkt er authentisch. aber was kann man mehr verlangen von einem schauspieler?

ausserdem ist der georgia ban einfach eine erfundene geschichte und dadurch eine absolute verfälschung. finde ich einfach daneben.
der film ist kaum besser als andere musiker bios... (great balls of fire, Doors, Tina's bio...)

pb's Wertung: 4.0 Sterne

hjoa... aber gings beim oscar nicht um die darstellung des jamie foxx? und da hat er tatsächlich einiges geleistet. mr. charles höchstpersönlich hat ihn ja als darsteller akzeptiert, und der mann hat seine macken. also? vom film hab ich ja noch gar nicht gesprochen.

dr.nonsens' Wertung: 5.0 Sterne

jahaaa, da sind wir uns einig. aber im umfeld eines filmes wirkt ein darsteller eben stärker oder weniger stark und so empfand ich seine leistung in Collateral eben doch als stärker.

pb's Wertung: 4.0 Sterne

ausserdem ist der georgia ban einfach eine erfundene geschichte und dadurch eine absolute verfälschung. finde ich einfach daneben.

Quelle?

Chemic's Wertung: 6.0 Sterne

Zitat Chemic (2006-03-02 16:12:43)

ausserdem ist der georgia ban einfach eine erfundene geschichte und dadurch eine absolute verfälschung. finde ich einfach daneben.


Quelle?


zum Beispiel hier:

  • "Factual errors: The scene where Charles is met by a group of protesters outside the Bell Auditorium in Augusta, Ga. is a fabrication. Charles canceled his appearance after receiving a telegram from students at a local black college. His refusal to play the segregated show did not result in a ban by the state of Georgia as depicted in the movie. Charles was sued by the promoter and ordered to pay compensation, but there was no ban, nor was there an apology from the state when Charles was honored by the Georgia legislation in 1979." Factual Errors


und/oder hier:

  • "Was Ray Charles ever banned from performing in Georgia? I don't know the history of Ray Charles at all. But from my internet research the "Ban in Georgia" seems to be a movie device. All references, I saw, to the ban not talking about the movie "Ray" deny that it ever took place, save for this reference. So I question that "fact".
    Charles was never banned in Georgia. The newspaper headlines they show in the movie "Ray" are fake. It's a newspaper article from Augusta, the city where Charles cancelled the segregated concert. The cancelation cost Charles about $800, although the movie makes it sound like he made a major sacrifice for the cause of civil rights." Wikipedia.ORG


nd's Wertung: 5.0 Sterne


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