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Beitrag Un long dimanche de fiançailles

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Un long dimanche de fiançailles oder: Dem Schicksal ein Schnippchen schlagen!


Jean-Pierre Jeunet ist einer der grossen visuellen Filmemacher unserer Zeit, das wissen wir spätestens seit seinem wunderbaren Le fabuleux destin d'Amélie Poulain oder aber auch dem wohl grossen Pluspunkt von Alien: Resurrection. Dies setzt er auch mit Un long dimanche de fiançailles fort, ebenso wie die wunderliche Tatsache seinen Filmen möglichst diffizile Titel zu verleihen, über den Kinobesucher, Kinoangestellte und Filmschreiberlinge in globo stolpern. Da haben es unsere regierungsgebeutelten nördlichen Nachbarn praktisch, die haben dem Film ganz einfach in Anlehnung an den vorherigen Erfolg den Namen der Hauptheroin verpasst.Fertig, aus.

Und wie auch Le fabuleux destin d'Amélie Poulain umspannt Jean-Pierre Jeunet seinen neuen Film neben der obligaten, "verlorenen" Liebesgeschichte mit vielen kleinen, hübschen Vorkommnissen und Ideen (die Tuba, der furzende Hund, die mordende Korsin, der bremswütige Briefträger, der Trick mit dem Rollstuhl, der Tick mit dem "wenn, dann" usw. usw.). Auch lässt er im grausligen Umfeld des brutalen 1. Weltkriegs Platz für zynische Anmerkungen. Das gefällt durchaus. Atemberaubend schön setzt er die wunderbare Landschaft der Bretagne ins Bild, man möchte fast seine nächsten Ferien dortig verbringen. Audrey Tautou entzückt wie schon als Amélie in der Rolle der unnachgiebigen, kämpferischen Mathilde.

Doch aufgepasst, wer den Geschehnissen aus unerfindlichen Gründen nicht folgen will (oder kann?), verliert im Gewusel der schnauzbärtigen Charaktere, Deutschen Stiefel und Nachforschungen schnell den Überblick. Mich befiel das ein oder andere Mal auch das beklemmende Gefühl, dass die Frechheit und Frische von Le fabuleux destin d'Amélie Poulain fast allgegenwärtig ist und nun eben nicht mehr ganz so überraschend und schwungvoll rüberkommen konnte. Doch, doch, Un long dimanche de fiançailles bleibt ein fürs Auge wunderschön umgesetzter, prächtiger und stilsicherer Film mit einer netten Grundidee und feinen, wenn auch nicht durchwegs einprägsamen Charakteren.

Extras: Farblich spielt der Film in zwei Welten: Während den Kriegsszenen fast gänzlich die Farbe entzogen wurde, strahlt Mathildes Geschichte in natürlichen Braun- und Gelbtönen. Die Qualität des Bilds ist gut bis sehr gut, mit etwas Abstrichen bei der Schärfe. Sehr gelungen umgesetzt ist auch die Tonspur, dies insbesondere in den dynamischen Schlachtsequenzen, während in der Gegenwart Ruhe und akustische Erholung vorherrschen. Disc 1 präsentiert den Film mit dazugehörigem Audiokommentar vom Regisseur, Disc 2 wartet mit ausführlichen Dokumentationen zur Filmproduktion und nicht verwendeten Szenen auf, die dankenswerterweise mit einem optional abrufbaren Kommentar ausgestattet wurden.

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pb's Wertung: 5 Sterne

Genialer Streifen. Wunderschöne Bilder (ach Paris zu meiner Jugendzeit :d:d:d;)). Die Schauspieler leisten wieder das, was man von einem Jeunet Film benötigt.

War wiedermal schön 'Dominique Pinon' zu sehen, welcher ja in allen Jeunet Filmen mitspielt.

Die Geschichte, welche in schöner 'Rashômon'-artiger weise erzählt wird, macht wirklich Lust.

Amélie für Erwachsene ;)

[Editiert von 'markus_staeheli' am 25 Jun 2005 14:45:03]

Markus' Wertung: 5.0 Sterne


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