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Millions oder: Who wants to be a millionaire?


Eine alte Regel im Filmgeschäft lautet: Drehe niemals mit Kindern oder Tieren. Regisseur Danny Boyle, der uns bislang mit Filme wie Shallow Grave und Trainspotting verwöhnt hat, bricht diese Regel mit Millions. Dafür sollte man ihm danken. Denn einerseits gibt es kaum etwas, was einen Film so versauen kann wie schlechte Kinderdarsteller. Aber andererseits ist nichts so erfrischend wie junge, talentierte Neulinge, die die Erwachsenen an die (Lein-)Wand spielen. Genau das ist in diesem Film der Fall. Vor allem Alex Etel (Damian), ein neunjähriger Vollanfänger, der bei einem Schulcasting entdeckt wurde, überzeugt bei der Darstellung seiner kindlichen Naivität auf ganzer Linie.

Es ist nicht einfach diesem Film einzuordnen. Es hat vor allem am Anfang eine Menge Comedy-Elemente. Aber je länger der Film dauert, desto ernster wird er. Im Grunde geht es um die Macht, die vom Geld ausgeht, und wie die beiden Brüder darauf reagieren. Während Damian die Rolle des helfenden Samariters übernimmt, wird Anthony eher von materialistischen Gelüsten geleitet. Er reagiert so wie die meisten Kinder wahrscheinlich reagieren würden und kauft sich die Sachen die er schon immer haben wollte. Aber er erkennt auch den Wert des Geldes an sich, und versucht es anzulegen.

Leider ist die steigende Ernsthaftigkeit auch ein Manko des Films. Denn am Anfang des Films bekommt man den Eindruck, dass es sich hier um eine kurzweilige Komödie handelt. Das macht den Übergang zum ernsten Teil nicht einfach und so zieht sich besonders das Ende in die Länge. Mein Tipp an alle Kinogänger: Stellt euch auf einen ernsthaften Film mit ein paar Gags ein. Dann lieg ihr richtig. Sehr schön ist die Idee mit den Heiligen, die Damian von Zeit zu Zeit erscheinen. Sie locker die Geschichte immer wieder auf, ohne dabei übertrieben religiös zu wirken.

So schlimm das auch klingen mag, aber der Film ist etwas für jede Altersklasse. Am meisten Spass macht es den beiden Jungen bei ihrem Umgang mit dem Geld zuzuschauen. Ich habe mich direkt dabei ertappt, wie ich mir überlegt habe, was ich in meiner Kindheit mit so viel Geld angestellt hätte. Die Geschichte ist zwar teilweise ein wenig vorhersehbar, aber nie langweilig. Solide Unterhaltung mit einem gewissen Anspruch eben.

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sknepp's Wertung: 4.5 Sterne


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