Forum Movies - Reviews: DVDs & Blu-rays
Beitrag The Manchurian Candidate
The Manchurian Candidate oder: Muttersöhnchen mit Telefonkomplex Eigentlich ein starkes Stück Film, dieser The Manchurian Candidate. Eigentlich? Hätte Jonathan Demme den Film in den 70ern fabriziert, die Geschichte hätte wohl eine weitaus pessimistischere Schlusswendung genommen (mal abgesehen davon, dass ich die Originalvorlage nicht kenne). So aber wird die durchaus konfuse, 1962 von John Frankenheimer bereits verfilmte Politsache mit Beeinflussung durch Gehirnwäsche und Aktivierung gewisser "Eigenheiten" durch Telefonanrufe zu einem leider typischen, im allerletzten Teil gar allzu rührseligen Finale geführt. Folgendes wäre eher nach meinem Gusto gewesen: Spoiler zum Lesen Text markieren
Kurz nach dem Filmgenuss versuchte ich noch mehr oder weniger angestrengt das ein oder andere Storyloch zu flicken, was während des Guckens aber kein erhebliches Problem darstellte, denn The Manchurian Candidate schafft es recht problemlos, ausgenommen in den optisch als auch atmosphärisch uninteressant gestalteten Traumsequenzen, genügend Spannung zu verbreiten damit man als Zuschauer die Geschehnisse aufmerksam weiterverfolgt. Auf der Darstellerebene weiss der Film sowieso zu überzeugen. Neben dem verlässlichen Denzel Washington fällt Meryl Streep als aalglatte Senatorin ganz besonders positiv auf. Auch Liev Schreiber als Zuchtpolitiker und Jon Voight in einer kleineren Rolle als Senator sind fein besetzt. Und dann taucht sogar noch Bruno Ganz in einer mir nach wie vor nicht ganz einleuchtenden Funktion auf (und man ertappt sich, wie man vergebens nach dem kleinen, faschistischen Schnäuzer sucht...). Jonathan Demme, dem nach Silence of the Lambs wenig wirklich Aufsehen erregendes mehr gelungen ist, zeigt mit diesem Verschwörungsfilm, dass er durchaus mit einem guten Stoff umzugehen versteht - und ganz zuletzt fragte ich mich, eher unbewusst als absichtlich (natürlich), ob gewisse Politiker dieser Welt vielleicht auch schon Opfer der manipulativen Reizüberflutung geworden sind (keine Namen...)? Die DVD ist mit Special Features recht gut bestückt. Der Audiokommentar von Regisseur und Drehbuch-Autor ist allerdings sehr sachlich und tut wirklich keinem weh. Interessanter sind die zusätzlichen und geschnittenen Szenen, die mit einem optionalen Kommentar versehen sind. Ansonsten gibt es die üblichen Standardbeigaben. Bildmässig scheint der Transfer zwar etwas soft, aber doch recht gut geraten zu sein, während die Tonebene dieses Thrillers durchaus sauber ist, aber nicht allzu viele Effekte zu bieten hat. |
Heute 20:45 auf Arte der Vorgänger! zum vergleichen sehr interessant, der film ist übrigens eine fernsehseltenheit! also gucken - oder aufnehmen. |
interessante idee, aber vermag nicht zu fesseln... |
Der einzig Wahre Manchurian Candidate |

