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Höllentour oder: Vorsicht, Radfahrer


Armstrong, Ullrich, Karpets, Mancebo, Sastre. Namen die jedem Radsportfan das Wasser im Munde zusammenlaufen lassen - insbesondere wenn die Ausgangslage Tour de France heisst. Im Juli ist es wieder soweit und um die Zeit bis dahin zu verkürzen, kann man sich diese DVD einlegen. Aber nur bedingt.

Höllentour möchte die Härte der schwierigsten und faszinierendsten Radfahrrundfahrt der Welt noch näher veranschaulichen, als es die stundenlangen TV-Übertragungen und Spezialsendungen bereits getan haben. Visuell zeigt der Dokumentarfilm einige sehr gelungene Aufnahmen von und um die Tour de France. Herrliche Landschaftsbilder, spektakuläre Fahraufnahmen. Das ist dann aber auch schon das einzige grosse Plus. Über eine Länge von 90 Minuten verliert sich der Film in eben diesen recht gestylten Aufnahmen und dem immer gleichen Muster. Prinzipiell läuft es so ab: Hotelzimmer, Fahren, Mannschaftsbus, Massieren. Hotelzimmer, Fahren?! Der Blick hinter die Kulissen misslingt.

Fahrer wie Erik Zabel der Rolf Aldag zu begleiten, ist einfach nicht packend genug, weil sie recht wenig zu sagen haben und das was gesagt wird, eröffnet weder neue Ansichten noch differenzierte Perspektiven - zu oberflächlich. Etwas vom interessantesten der Tour wäre das ganze Drumherum, das wird allerdings mit vielen stummen und wenig aussagekräftigen Bildern sehr nebensächlich begleitet (Aufladen von Absperrgittern, Abladen von Absperrgittern...). Ein Radhistoriker, der desöfteren "seine" Tour de France mit Olympia und Stadien vergleicht und dermassen geschwind französisch brabbelt, dass zumindest für mich ohne Untertitel kaum mehr ein Mithalten möglich ist, darf seiner uneingeschränkten Faszination vollen Lauf lassen.

Ich freue mich Jahr für Jahr auf die Tour de France, vielleicht bin ich in der Tat ein Fan dieser Rundfahrt, mit all ihren positiven und negativen Auswirkungen, die in diesem Film nicht angesprochen werden. Höllentour kann aber so gut wie nie die Begeisterung rüberbringen, die der Film so verzweifelt zu packen sucht. Eine kritische Auseinandersetzung mit dem Thema Radsport wollte man scheinbar sowieso vermeiden. So bleibt eine unkommentierte, überlange Hochglanzdoku mit wenig Gehalt, öder bummbumm-Musik und viel Langeweile. Ziel klar verfehlt: ruft den Besenwagen!

Völlig unnötig sind die "unveröffentlichten Szenen" oder das zweiminütige "Hinter die Kulissen". Dem ehemaligen Sprintkönig Zabel darf man per Audiokommentar, wenn man denn will, nochmals lauschen. Überzeugend ist übrigens das sehr klare und enorm kräftige Bild ausgefallen, keine Selbstverständlichkeit, aber auch nicht massgebend bei einer Dokumentation.

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pb's Wertung: 2 Sterne


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