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Beitrag Der Untergang

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Der Untergang oder: Wann ist es genug?


Der Untergang ist, da blase auch ich ins gleiche Horn, ein sachstarkes Stück Schauspielkunst von Bruno Ganz. Seine Darstellung des an seinem eigenen Machtwahn zerbrochenen Rassen-Diktators, ist schlicht grossartig. Wenn ihm auch von der ein oder anderen Seite eine zu menschliche Wiedergabe Adolf Hitlers vorgeworfen wurde, so sollte man dennoch bedenken, dass jede Bestie, sei sie noch so grausam, eine menschliche, eine zugängliche Seite hat. Diese ganz kurzen Momente sind ebenso eindrucksvoll wie die völlig verstörten Tiraden, die der endsieggeblendete Führer von sich gibt.

Noch erschreckender als die letzten Tage Hitlers selbst, ist die Hilflosigkeit seiner Umstehenden und die blinde Gefolgschaft vieler davon zu beobachten, ein Umstand den Oliver Hirschbiegel in gut distanzierter und doch enorm packender Weise einzufangen versteht. Wenn man dem Film, und Perfektion gibt es in der Kunst zu der auch Film nach wie vor zählt, auf der negativen Seite etwas vorwerfen kann, dann vielleicht die mir zu ausführlichen "Strassenkampfszenen", die ich in diesem Film so gar nicht erwartet hatte und auf der Darstellerseite die Darbietung von Corinna Harfouch als Magda Goebbels. Demgegenüber stehet die eindringlich ausführliche Darstellung der letzten Tage im Führer-Bunker, die von verzweifelter Hoffnung und ungläubiger Erkenntnis geprägt sind.

Dass in Deutschland immer wieder die Frage entbrennt, ob man derartige Personen wie Himmler, Hitler, Goebbels in Person "auferstehen" lassen sollte, ist unverständlich. Wie, wenn nicht so, kann man seiner geschichtlichen Vergangenheit ins Antlitz blicken? Der Untergang ist eine bemerkenswert detaillierte und ausführliche Porträtierung der letzten Tage unter Adolf Hitler. Erschreckend, nachdenklich stimmend und bedeutend.

Enttäuschend war für mich die Bildqualität, die eindeutig unter der Kompression leidet. Rauschen und ungenügende Bildschärfe wiegen recht schwer. Die Tonspur hatte bei mir auf 2 Geräten Aussetzer in gewissen Bereichen (zumeist bei Explosionen), sonst wäre das Klangbild recht gut gelungen. Für eine als 2-DVD-"Premium Edition" gekennzeichnete und um rund zehn Franken teurere Fassung, fehlt mir auf der Haben-Seite in Sachen Extras vor allem dokumentarisches Bildmaterial. Immerhin gehört das Making Of zu den besseren der oft mühsamen Produktionsberichte und Texttafeln geben historische Eindrücke. Ehrlicherweise muss ich aber doch gestehen, dass die normale DVD-Ausführung eigentlich genügt.

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pb's Wertung: 6 Sterne

Irgendwie schon tragisch dass Adolf Hitler die einzige weltweit gut vermarktbare Figur Deutschlands ist. Der Film ist aber trotzdem sehr gut.

Hellseeker's Wertung: 5.0 Sterne

einzige weltweit gut vermarktbare Figur Deutschlands

Um das geht es doch nicht. Mit dem Film wollte man mal die andere Seite zeigen. Macht auch Sinn mal den Wahnsinn hautnah erleben zu dürfen und zu sehen, wie selbst der Glaube an den Führer von den Obersten Generälen am bröcklen ist...

Markus' Wertung: 6.0 Sterne

der Film fand ich gut. Hatte ich zwischendurch mühe, die Aussprache von Hitler zu verstehen. Lag aber wohl nur an mir. Beeindruckend für mich, einmal die Seite zu sehen, welche man in den bisherigen Filmen über den Krieg nicht zu sehen bekam.

Roxygroove's Wertung: 4.0 Sterne

Der Untergang, hatte nicht viel Informationen was ich von dem Film erwarten könnte, nur das Hitler sehr gut gespielt ist, also ging ich mal offen an den Streifen heran und wurde positiv überrascht.

Der Film ist eigentlich aus der Sicht von Hitlers Sekretärin erzählt und beginnt mit ihrer Fersetzung in den Führerbunker, und setzt dan 2,5 Jahre später wieder, an kurz vor dem Angriff der Russen. Von da aus kann man den sichtlichen Zerfall von Organisation, Führungswille und Kampfmut beobachten.

Eindrücklich arbeitet der Film mit den absoluten Gegensätzen. Die Führungsoffiziere heil in ihrem Bunker essen, trinken und haben es fröhlich, während die Soldaten draussen kämpfen und sterben. Kinder freuen sich im heilen über das Bombengrollen, während Kindersoldaten oben im Dreck zerfetzt werden. Eindrückliche Bilder die auch die absolut blinde Loyalität zeigt, welche die Soldaten dem Führer entgegenbringen.

Ganz eindrücklich ist auch der Zerfall von Hitler selber. Anfänglich noch ruhig und gefasst verliehrt er immer mehr den Bezug zur Realität, schiebt Truppen auf der Karte herum, die es nicht mehr gibt. Dazu hält er krampfhaft an seiner Idee fest und erteilt immer rücksichtslosere und unmenschlichere Befehle. Gleichzeitig bricht oben unter den Soldaten die Kommunikation zusammen und es herrscht Chaos.

Negatives finde man sicher, wenn man es sucht. Da tummeln sich zum Beispiel enorm viele Personen auf der Leihnwand, die erst beim zweiten mal sehen wirklich miteinander verbunden werden können. Desweiteren die krassen Tempowechsel: Auf den Schlachtfeldern kommen enorme Emotionen auf und zeigt den unerbittlichen Krieg, welche dann in den hellen Bunkerszenen wieder todgewalzt wird. Dazu kommt noch, dass es gegen Ende immer chaotischer wird und es schwierig wird, allen Subplots zu folgen. Aber eben, wirklich Schaden tut es dem Film nicht.

Fazit: Ein Eindrückliches absolut realistisches Dokument über die letzten Tage im Bunker, die einen etwas schalen Nachgeschmack hinterlässt und man beinahe bestürzt auf die blinde Loyalität blickt die da Präsentiert wird. Sicher einen Blick wert, für alle die sich etwas für das Thema interessieren.

[Editiert von Skynet am 2006-01-26 09:14:53]

db's Wertung: 5.0 Sterne

Zitat Skynet (2006-01-25 20:39:43)

Desweiteren die krassen Tempowechsel: Auf den Schlachtfeldern kommt enorm Stimmung auf und zeigt den unerbittlichen Krieg, welche dann in den hellen Bunkerszenen wieder todgewalzt wird.

ehrlich skynet, du solltest wirklich keine kritiken über ernsthafte filme bzw. filme mit dem anspruch historischer genauigkeit verfassen... bist du dir bewusst, was du da geschrieben hast?

gargamel's Wertung: Noch nicht bewertet

ich glaub ich weiss was er meint. der gegensatz des hektischen treibens der kämpfe und das fast posierliche, ruhige, gesellschaftliche im führerbunker... denk ich mal, interpretiere ich so.

pb's Wertung: 6.0 Sterne

ja das wollte ich betonen, die enormen Gegensätze, nicht das positive am Krieg, sondern das Emotionale das aufwallt, wenn man die zerfetzten Kindersoldaten und das enorme Elend sieht, das draussen herrscht. Wie auch die Lazarett-Szenen die mehr als Bildlich sind. Und bevor es wirklich gewirkt hat, sieht man wieder die traute Gemeinsamkeit und die Sicherheit des Bunkers. Fand ich schade, dass der eigentliche Krieg dadurch viel an seiner Wirkung verlor und die hönischen Sätze "Ich werde Berlin verteidigen!" noch hohler erscheinen, wenn es ein Offizier sagt, der sicher im Bunker ist...

[Editiert von Skynet am 2006-01-26 09:19:46]

db's Wertung: 5.0 Sterne

nun, das ist ja das wesen des krieges. die offiziere sind meist geschützt in einer gewissen "sicherheit", während man massen von "soldaten" in den tod schickt... drum bin ich ja nicht bei den grünen!

pb's Wertung: 6.0 Sterne


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