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Beitrag Aus der Tiefe des Raumes... Mitten ins Netz!
Aus der Tiefe des Raumes... Mitten ins Netz! oder: Fussball-Frankenstein Aus der Tiefe des Raumes spielt in den 60er Jahren. Er scheint die Zeit, in der er spielt, geradezu aufgesogen zu haben. Die Blümchentapeten und die etwas spiessige Welt des Tipp-Kickens passen gut zum Easy Listening auf dem Soundtrack und dem behäbig erzählten Märchen, das Senior Hans Günter einer Krankenschwester an seinem Lebensabend erzählt. Neben den mirakulösen chemischen Reaktionen kommen darin auch übertrieben schöne Frauen vor, als Redaktionsmitgliedern eines Käseblattes. Auf die Idee aber, einen Film über das Minifussballspiel zu drehen, muss man erstmal kommen. Die Welt vom Kicker Günter, wie er in den Kommandos auf dem Platz bald genannt wird, besteht im Grunde nur aus einem Fussballfeld. Die Assoziationen, die er mit der unsrigen machen kann, sind aber zahlreich und witzig. Je mehr man vom Fussball versteht, desto lustiger ist Aus der Tiefe des Raumes. Dabei kann man die Regeln des Spiels ruhig vergessen. Ein Fussballspiel richtig auf die Leinwand bringen, schafft auch Aus der Tiefe des Raumes nicht. Vielmehr helfen beim Verständnis des Films, Kenntnisse über die grossen und weniger grossen deutschen Spieler der 70er Jahre. Denn Aus der Tiefe des Raumes lüftet endlich das Geheimnis hinter der Steifheit des Fussball-Ko-Kommentators der ARD, der mit Schuhnummer 47 schon zu seinen besten aktiven Zeiten bei Borussia Mönchengladbach desöfteren seltsam statisch auf dem Platz stand. Die Pässe dieser langhaarigen blonden Fussballlegende waren aber damals schon von einer unglaublichen Präzision. Eben wie die eines Tipp-Kick-Spielers. Regisseur Gil Mehmert kam zu dieser Erkenntnis, als er sich an das theatralische Zurechtlegen des Balles vor den Freistössen eines gewissen Günter Netzers erinnerte, so als müsste der Spieler eine bestimmte Farbe des Balles oben liegen haben. |

