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Yes oder: Sally Potter, NICHT Harry Potter!


Sally Potter begann mit dem Drehbuch zu Yes am 12. September 2001. Was kann eine Filmemacherin tun im Klima von Angst und Hass, ist die Frage, die sie sich dabei gestellt hat und sie gab die Antwort gleich selber: Fiktion muss Emotionen auslösen mit Erfahrungen, die uns gemein sind, was immer uns ansonsten auch unterscheidet.

Potter greift eine beeindruckende Sammlung von Themen auf, die von Liebe und Glauben bis oberflächlicher Schönheitswahn und das Vorhandensein von Dreck geht. Dreck darum, weil die Welt aus der Sicht von Putzfrauen geschildert wird. Die wussten eh schon immer genauer Bescheid über den Zustand der Welt hinter den schönen Fassaden. Eine dieser Reinigungskräfte (Shirley Henderson) stellt uns ihre Chefin und deren Haushalt vor in einer Art kommentierenden und allwissenden Form, wie der Chor im antiken Theater.

Dramatisch sind auch die Dialoge, welche als Blankverse verfasst sind. Richtig, ihr Shakespeare Freaks da draussen. Wie so oft im Englischen ist das Versmass der jambische Pentameter. Es mag seltsam klingen, wenn eine englische Küchenmannschaft rhythmisch über die Vorzüge von Frauenkörpern redet. Aber die anfängliche Irritation ist schnell überwunden und man erliegt stattdessen der faszinierenden Bildsprache.

Um Kanten herum, durch Wassergläser hindurch, mit verschiedene Farbfiltern filmt Potter ihre vielschichtige Geschichte. Elegant. Subtil erotisch. Wunderschön. Allen und Abkarian sind Schauspieler, die richtig verliebt blicken können. Ihre Liebe fühlt sich so echt an. Mann und Frau. Namen haben Potters Figuren nicht. Liebe auf der Leinwand, wann gibt es das schon zu sehen? Yes ist ein Meisterwerk. Einen Film wie Yes habe ich noch nie gesehen. Einer zum definitiv mehrmals schauen.

Wäre der Film an der Berlinale im Wettbewerb gelaufen und hätten in der Jury schlauere Leute Einsitz genommen als der Krawallist Roland Emmerich, die Exhibitionistin Bai Ling und Modefuzzi Nino Cerruti, hätte der Film den goldenen Bären auf sicher gehabt.

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rm's Wertung: 6 Sterne

Fürs Interview mit Sally Potter in Zürich wurde OutNow.CH zwar ausgeladen v

Dafür gibt's nun endlich ein offizielle Website zum Film.
Mit Blog von Sally Potters World Tour zwecks Promo. Coole Sache! Ausführliches und spannendes Tagebuch.
Und Potter antwortet auch im Messageboard. :)

http://www.yesthemovie.com

rm's Wertung: 6.0 Sterne

Potter (Buch, Regie und Musik) realisiert mit Yes eine Liebesgeschichte gespickt mit kulturellen, politischen und sogar humoristischen Elementen. Einmal an die Versform gewöhnt, entwickelt der Film eine Dynamik mit Tiefgang und versetzt den Zuschauer in die Welt der grossen Gefühle.

Aufgrund der überkreativen Spielereien mit den formalen Mitteln (Variationen in der Kamerführung, jump cuts, etc.) wird man jedoch immer wieder aus der Geschichte herausgeworfen. Dazu tragen auch die unzähligen Putzfrauen bei, die als Leitmotiv omnipräsent und allwissend sind und auch die Geschichte erzählen (Das erlaubt ihnen wohl auch wie die Idioten in die Kamera zu gaffen!).
Dieser "Putzfrauenrahmen" hätte man auch weglassen können und stattdessen den Nebendarstellern (vorallem Neill und Bond) mehr Gewicht geben. Diese hätten der Story und den relevanten Themen wie Liebe, Hass und Selbstfindung sicher mehr gebracht.
Auch die Rolle von Allen's Patenkind zeigt nur dass das Äussere für die Jugend scheinbar das Wichtigste ist und dass man als Mann jungen Frauen besser kein Vertrauen schenkt. Vielleicht hätte sie ein Job als Putzfrau zu mehr Erkenntnis gebracht.

Die Szene in der Tiefgarage, wo Allen und Abkarian ihren scheinbar unüberwindbaren Konflikt austragen, ist ein gutes Beispiel für die wunderbare Bildsprache. Allen ist von den Zweifeln Abkarian an ihrer Liebe dermassen getroffen, dass ihr nur noch ein Betonpfeiler halt gibt.
Die Lösung dieses Dilemmas ist dann aber zu leicht abgehandelt. Sie erwidert auf den Vorwurf des ungerechtfertigten Hasses der Amerikaner auf die arabische Welt nach 9/11 nur, dass sie als Individuum keine Verantwortung dafür zu tragen habe. Und weil scheinbar jeder so denkt ist demnach niemand Schuld?

Er geht dann auf der Suche nach der eigenen Identität kurz nach Beirut; sie nach Belfast - und schon wissen sie, dass sie ... sind.
Das Ende kommt dann auch formal etwas flach - in Form eines schlechten Videoclips - daher (weitere politische Probleme, die im Film gar nicht zur Sprache kommen, standen der Produktion ihm Weg). Eigentlich Schade, da sonst über weite Teile grossartiges Kino geboten wird.

dom's Wertung: 5.0 Sterne

"Einen Film wie Yes, habe ich noch nie gesehen"
"Meisterwerk"

Ironie oder was?
Da stimmt ja nicht mal das Komma.

www.traumkinobasel.ch

Lola Colt's Wertung: 2.0 Sterne

Zitat Lola Colt (2005-09-30 04:57:26)

"Einen Film wie Yes, habe ich noch nie gesehen"
"Meisterwerk"

Ironie oder was?
Da stimmt ja nicht mal das Komma.

www.traumkinobasel.ch


Komma ist korrigiert. Meinung revidiert hingegen nicht.

rm's Wertung: 6.0 Sterne


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