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Beitrag The Getaway

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The Getaway oder: Als verliebtes Paar ballert es sich am besten.


Der raffinierte Roadmovie von Sam Peckinpah skizziert fein und brutal zugleich einen aufwühlenden Lebensabschnitt eines Gangsterehepaars. Schon die Einleitung zeigt, durch die gelungene Bildsprache wie auch durch knappen Worten, die Monotonie im Alltag eines Häftlings auf, und derselbe Rythmus wird weiter im Film verfolgt - ruhige, intime Momente und das sich scharfe Entledigen von Störelementen halten sich die Waage, Subplots können spannend gesponnen werden (zB. herrlich die Taschendiebsequenz).

Die Vorangehensweise ist, wie bei Bullitt, eher auf Realismus bedacht, vermischt mit klaren oder stereotypischen Figuren (allen voran der Politiker und sein Anhang). Steve "King of Cool" McQueen spielt wie eh und jeh leichtfüssig (und) überzeugend (Schwächen sind zwar erkennbar, bei der Vorbereitung des Coups im Dunkeln zum Beispiel); an seiner Seite wirkt die schöne Ali MacGraw manchmal ein bisschen devot (gezeichnet), sonst doch schlagfertig. Sehenswert sind der grossartige Al Lettieri in seiner Rolle des gefallenen, aber unzimperlichen Grossmauls "Rudy" und seine dümmlich erscheinende, vollbusige Eroberung "Fran" (mit "Stockholm-Syndrom", positives, emotionales Verhältnis des Opfers gegenüber ihren Peinigern), herrlich gespielt von Sally Struthers.

Eindrücklich bei Shootouts ist der Einsatz von Zeitlupen, wodurch einem die rohe Gewalt durch blutige Schiessverletzungen, durch das Knallen der Waffen und durch den Rückstoss der Angeschossenen näher gebracht werden. Alles in allem ist die Irrfahrt auf Asphalt einer Flucht auf Pferden in einem Western nicht unähnlich - Regisseur Peckinpah inszenierte einige gute Western (Ride the High Country, The Wild Bunch).

Nicht vorenthalten will ich eine feine Anekdote, die besagt, dass Ali MacGraw bis zu diesem Film noch nie ein Auto steuerte - in einem harten Crashkurs wurde sie in die heiligen Künste des korrekten Fahrens eingeweiht, unter Anleitung von ihrem späteren Ehemann Steve McQueen himself in nur zwei Wochen. Lustigerweise ist dies im Film bemerkbar (während der Fahrt zur Bank überfährt sie fast einen Fussgänger, das Verrutschen der Kupplung vor dem Radiogeschäft). Mmh, vielleicht hätte der Film ohne irgendwelche Einführung noch mehr Anhänger gehabt, fabuliere ich mal scherzhaft, und wäre sichtlich realistischer geworden - ein Schock für die eh schon genötigten Zensoren.

Der Schnitt packend, Kameraführung passt. Die Musik von Quincy Jones ist manchmal melancholisch (herrlich die Mundharmonika), manchmal schlicht zwecks Spannungssteigerung (das Rasseln wie bei einer Klapperschlange, das monotone Hauen auf einem Xylophon). Die Bildqualtät nicht überragend, unscharf und fast zu dunkel; der Soundausgabe der DVD ausreichend. Viele Worte will ich zum Inhalt der DVD nicht verlieren, es sind nur Mindestindegrenzien vorhanden (kein "Making of", kein Trailer) - scheinbar auch eine von den ersten DVDs.

Meines Erachtens nichts neues (die Flucht), aber routiniert gemachter Film, spannende Wendungen mit erfrischenden Subplots und spart auch hie und da an Sozialkritik nicht (faszinierdende, wie auch abstossende Machtspiele, die Gier, die heilige Institution Ehe). Und, man könnte glauben, dass auf den rechts angrenzenden Grünflächen einer Autobahn Eheprobleme besser verarbeitet werden (in Anlehnung an Bullitt)..

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ronin's Wertung: 5 Sterne

leider leider wurde die musik von langzeitkollaborateur jerry fielding durch die eher lasche von quincy jones ersetzt. es wird aber gemunkelt, dass eine version mit der original musik doch noch auf dvd erscheinen "könnte". wir werden sehen.

pb's Wertung: 4.0 Sterne

Zitat pb (2005-03-09 17:12:59)

leider leider wurde die musik von langzeitkollaborateur jerry fielding durch die eher lasche von quincy jones ersetzt. es wird aber gemunkelt, dass eine version mit der original musik doch noch auf dvd erscheinen "könnte". wir werden sehen.


Die Musik war schon komponiert? Und wieso der Rauswurf - von Peckinpah? Ich las, dass der mir bis dato unbekannte (ich gestehe, ich Banause:i), rabiate Regisseur Peckinpah, von Produzenten ("Hollywood") staenidg genoetigt, diese gaerenden Machtverhaeltnisse durch seine kritischen Filme zersetzen versuchte. Und weiter wird erzaehlt, dass ein geuebtes Auge den Schluss von The Getaway als Peckinpah untypisch entlarvt, u.a. weil scheinbar McQueen viele Passagen des Drehbuchs nach seinem Gusto umschreiben liess. Peckinpah soll sogar waehrend der Urauffuehrung wild aufgesprungen sein und laut ausgerufen haben, das sei nicht sein Film. Wie shcon mal erwaehnt bei Alien³, solche Recherchen zur Entstehungsgeschichte eines Films waeren hoch interessant zu taetigen, beidngt um Schuldfragen zu loesen (gone is gone), sondern eher das herrschende Vakuum zu durchleuchten (eben, faszinierdende wie abstossende Machtspiele, jaja).

[Editiert von 'r0n1n' am 11 Mrz 2005 00:49:52]

ronin's Wertung: 5.0 Sterne

fielding wurde nicht von peckinpah rausgeworfen sondern von den produzenten (und wohl auch mcqueen, der ja wie du schreibst, viel einfluss nahm), weil diese einen "zeitgenössischeren" Score haben wollten und Quincy Jones ihrer Linie entsprach. Fielding ist ja bekannt für seine harten, atonalen und komplexen Kompositionen.

genau, ich finde es auch immer faszinierend, wenn solche hintergrundgeschichten zu diskussionen anlass geben.

pb's Wertung: 4.0 Sterne

Solider Film mit guten Action Einlagen. Braucht ein bisschen Zeit, bis er in Fahrt kommt, aber dann machts recht Spass zu zusehen. Schauspieler McQueen meistert seine Rolle ohne Probleme. Er und seine Schrotflinte waren für mich das Higlight des Films.:p Der Soundtrack war manchmal ein wenig öde und zu unspekatakulär. Die klimpernden Töne haben mich teilweise genervt.
Man hätte vielleicht noch mehr aus dem Film rausholen können aber trotzdem ist es ein recht gelungenes Werk. Auf alle Fälle sehenswert.

nick*'s Wertung: 4.0 Sterne


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