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Dear Wendy oder: Pazifisten-Pistoleros


Vor zehn Jahren starteten der Regisseur Thomas Vinterberg und Drehbuchautor Lars von Trier noch eine Welle, die im Film explizit auf billige Action, vor allem durch Schusswaffen, verzichten wollte. Mit all den Pistolen im Film scheinen die beiden dem "Dogma95"-Keuschheitsgelübde mit Waffengewalt ein Ende setzen zu wollen. Dear Wendy ist ein vulgäres Stück Kino, das genau weiss, wie geil sich Waffen anfühlen - das die Macht der Waffe auf ihren Träger aufs absurdeste verherrlicht. Ein Film, der aber auch nicht davor zurückschreckt, die drastischen Folgen des Eindringens einer Kugel in den menschlichen Körper zu zeigen.

Obwohl in Dänemark gedreht, sieht Dear Wendy sehr amerikanisch aus: Der Sheriff, die Doughnuts, der Drugstore - Estherslope ist ein richtiges kleines Westerndörfchen. Und die Dandies würden als Young Guns für Arme durchgehen. Wie Dänemark sieht das wirklich nicht aus. Dann eher noch die in Deutschland gedrehten Szenen mit den Minenkumpels vom Vater. Der Plot hingegen verkümmert. Die Rolle des Vaters ist überflüssig. Die witzigen Episoden und Nebendarsteller zu Beginn werden fallengelassen, wenn die Dandies mal gegründet wurden. Was geschah eigentlich mit dem Privatleben, das die Gangmembers vor ihrer Bekehrung zum Pistolenpazifismus führten? Gegen Ende werden die einzelnen Schritte, die zur finalen Schiessorgie führen auch nicht mehr nachvollziehbar. Eigentlich ist schon nicht ganz klar, warum die "Big Black Mama" auf einmal panisch-senil wird und als etwas billiger Trick des Drehbuchs herhalten muss, nachdem die Dame eine Zeit lang komplett von der Bildfläche verschwunden war. Überhaupt ist die Rolle der Schwarzen im Film überdenkenswert.

Die Story ist ein Flickwerk aus Lars von Triers bekannter Abneigung gegen Amerika. Der Däne, der von sich behauptet, er war noch nie in der neuen Welt, stapelt Klischees. Das Publikum an der Berlinale hinterliess die kleine Wendy ein bisschen ratlos. Für ein realistisches Jugenddrama ist der Film zu theatralisch in der Aufmachung, für eine Auseinandersetzung mit dem US-Waffenwahn selber zu euphorisch im Umgang mit Pistolen.

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rm's Wertung: 2 Sterne

Jamie Bell, der kleine Billy Elliot, ist nun schon ein bisschen grösser geworden. Bis zum Start von Dear Wendy in der Schweiz sieht man ihn mit Evan Rachel Wood aus Thirteen im neuen Video zum unglaublich lahmen Song von Green Day auf MTV und VIVA in der heavy rotation. Mir solls recht sein, wenn sich durch "Wake me up when september ends" ein paar Kinder weniger von US-Militär draften lassen.

rm's Wertung: 2.0 Sterne

Ich habe den Film am 10.08.2005 in Oberkassel (Deutschland) in einer Sneak-Preview gesehen. Mir fehlen fast die Worte um diesen Streifen zu beschreiben. (Leider nicht im positiven Sinn.) Einige haben es noch nicht mal geschafft, bis zum Schluss zu bleiben, so angenervt waren sie. Und die (wie auch ich), die das Ende erlebten, haben sich geärgert, das sie den Abend nicht anders genutzt haben.
Aber ich versuchen trotzdem, sachlich zu werden:
Die Namen der Darsteller waren mir unbekannt, auch an die "Macher" des Films hatte ich, aus gleichem Grund, keine besonderen Erwartungen.
Die ersten Szenen plätscherten so dahin, es hätte eigentlich ein guter Film werden können. Die einzelnen Personen wurden vorgestellt, es gab ein paar witzige Szenen.
Aber ab dem Moment, in dem klar wurde, dass die Briefe des "Hauptdarstellers" an eine Waffe geschrieben wurden, ging es mit der Handlung den Bach runter.
Die Story wirkte an den Haaren herbeigezogen, war nicht mehr nachvollziehbar, und nachdem die Oma plötzlich verwirrt und hysterisch war, habe ich nur noch gedacht "Wie wollen die aus der Nummer wieder vernünftig rauskommen?".
Es mussten einfach alle sterben. Anders hätte man den Film nicht zu Ende bringen können.
Ein sinnloses Ende für einen sinnlosen Film.
Auf keinen Fall empfehlenswert.

Christine's Wertung: 0.0 Sterne

Ich sag mal so: ich finde es wirklich löblich, dass in der Sneak auch mal eher künstlerisch angehauchte Filme gezeigt werden und wirklich querbeet nahezu alle Genres vertreten sind, aber heute war der Film klassischer Griff ins Klo.

"Dear Wendy" ist ein völlig durchgeknalltes Drama über eine Gruppe von jugendlichen Aussenseitern, die sich für Waffen begeistern. Sie üben heimlich in ihrem Versteck schiessen, wollen keinem etwas zuleide tun, aber haben nicht mehr alle Tassen im Schrank. Sie geben ihren Waffen Namen und jetzt ratet mal, wie die Waffe des Erzählers heisst? - Richtig, sie heisst Wendy. Kommentiere ich das? Lieber nicht.

Cineasten dürfte Lars von Trier ein Begriff sein, er hat dieses Drehbuch zu verantworten. In einem Interview mit dem Regisseur habe ich gelesen, dass Lars von Trier sehr unter Medikamenteneinfluss stehe und "benebelt" sei. Kann ich mir gut vorstellen. Das Drehbuch ist so verworren und handlungsleer - wir haben sehnsüchtig darauf gewartet, dass es interessant wird, aber leider wurde es nur noch abwegiger. Und es wurde noch mehr sinnlos geschossen. So entstehen einige Szenen, die so absurd sind, dass man lachen muss. Aber ob das Sinn der Sache war? Ich weiss es nicht. Ich habe auch leider keine Botschaft erkannt, die der Film transportieren möchte. Ich gehöre wohl einfach nicht zur Zielgruppe.

Einziger Lichtblick (neben dem wirklich hörenswerten Soundtrack! Der groovt!) sind die Darsteller. Bill Pullman ist ein Sheriff, der "Sherminator" aus American Pie, Chris Owen, erkennt man als langhaarigen Behinderten kaum wieder und Hauptfigur ist Jamie Bell. Der kam mir zwar bekannt vor, aber ich habe dann erst auf IMDB gesehen, dass das der Junge aus "Billy Elliot" (dem Film, indem ein kleiner Junge unbedingt Ballett tanzen will) ist. Auch die anderen Darsteller zeichnen ein Bild von sehr liebenswerten Aussenseitern, die da in etwas 'reingeraten, dass sie so sicherlich nicht geplant hatten. In der filmischen Umsetzung gibt es ebenfalls einige schöne Ideen, besonders im Kugelhagel am Schluss. Doch auch diese Leistungen können einfach nicht verbergen, dass es dem Drehbuch an Handlung und Logik mangelt.

Ich würde den Film gerne noch stundenlang zerreissen, aber ich möchte nun ins Bett gehen. Wie dem auch sei, bildet euch eure eigenen Meinung: http://www.dearwendythemovie.com.

McMaren's Wertung: 0.0 Sterne

toller soundtrack, tolle bilder, tolle aufnahmen, doofe klischees. nicht grad "ein griff ins klo", aber leider auch nicht mehr als durchschnitts-"ich-will-was-spezielles-drehen-aber-hab-kein-budget-für-ein-gutes-drehbuch"-kino.

th's Wertung: 3.0 Sterne

Also ich finde den Film ja net so dermassen übel. Ich finde ihn sogar sehr gut. Vor allem wird der Zuschauer dermassen 'manipuliert', dass des tragische Ende halt eben doch fröhlich wirkt ;)

Merry's Wertung: 5.0 Sterne

Ich finde die Bewertungen einzelner Mitglieder nicht angebracht.

Ich kann mir zwar gut vorstellen, dass der Streifen bei einem Sneak Preview - Publikum wenig Begeisterung findet, doch ich denke, das liegt mehr daran, dass der durchschnittliche Sneak-Besucher eher einen stumpfen Horror- bzw Actionfilm oder eine 0815 Komödie erwartet und damit auch auf intellektueller Ebene mehr anfangen kann.

"Dear Wendy" ist ein film, der die Kriterien für den durchschnittlichen Kinobesucher nicht erfüllt und auch nicht dafür gemacht wurde. Der Film sollte als Kunstwerk gesehen werden, was viele Menschen aber nicht erkennen wollen.

Nebenbei bemerkt finde ich die schauspielerische Leistung grandios. Was die Schauspieler der Dandies (allen voran Jamie Bell) darbieten, ist wirklich bemerkenswert.
wobei hier zu beachten ist, dass die originalfassung (wie so oft) um Welten besser ist als die synchronisierte Fassung, da einige Synchronsprecher wirklich nicht sonderlich gut sind.

Er ist sicher keine leichte Kost, des halb empfehle ich ihn für kunstinteressierte Menschen, nicht jedoch für Menschen, die einen gemütlichen Filmeabend planen, ich kann nur wieder betonen, dass er dafür nicht gedacht ist.

[Editiert von lele123 am 2008-05-03 16:41:16]

lele123's Wertung: 6.0 Sterne


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