Forum Movies - Reviews: Kino
Beitrag Asylum
Asylum oder: bored bones better Der Schotte David MacKenzie hat eine Schwäche für die dunklen Stoffe. Schon Young Adam war nicht gerade das, was man als Feelgoodmovie bezeichnen könnte. Viele Themen aus dem Vorgänger treten auch in seinem neuesten Film Asylum, der an der Berlinale 2005 im Wettbewerb läuft, wieder auf: Die Geschichte spielt in den muffigen fünfziger Jahren. Die Sexszenen sind roh und animalisch. Ein Mensch schaut einem anderen beim Ertrinken zu. Und Kinderaugen erleben Sachen, die nicht für sie bestimmt wären. Die Melancholie entfaltet sich hier aber chronologisch korrekt. Das Drehbuch, bei dem sich auch der Closer-Autor Patrick Marber wieder der dunklen Seite der Beziehungen widmen konnte, macht keine Mätzchen mit Zeitsprüngen. Dafür übertreibt Asylum bei der bildlichen Umsetzung. Das grotesk geschminkte Gesicht von Richardson, wenn sie trauert. Das Bourgeoisieleben in London inklusive lachhafter Eifersuchtsdramatik und auch der Sex, der nie mehr als Ficken zu Schein seit, weswegen sich die Beweggründe für Stellas Sturheit nicht wirklich nachvollziehen lassen. Natasha Richardson würde ansonsten eine hervorragende Arbeit machen. Das gewagte Kleid steht ihr ausgezeichnet. Die Monotonie ihres Lebens und das Aufbegehren gegen den Mief der Zeit drückt sie mit ihrer Mimik hervorragend aus. Stellas einziger Ausweg aus der Misere ist trotz der Vorhersehbarkeit sehr überraschend inszeniert. Wem das thematisch ähnliche Unfaithful zu gekünstelt happy war, der wird am viel depressiveren Asylum seine Freude haben. |

