Forum Movies - Reviews: Kino
Beitrag Bride and Prejudice
Bride and Prejudice oder: der interkontinentale Bollywood-Schwank Nur in Indien kann wohl eine Frau noch so nach einem Ehemann schmachten wie die Protagonistinnen aus den Romanen von Jane Austen. Gurinder Chadha, die britische Regisseurin mit indischen Wurzeln, hat sich deshalb nach dem Fussballer David Beckham einer zweiten britischen Ikone gebeugt. Unschwer zu erkennen, diente Austens berühmtester Roman "Pride and Prejudice" dem Musical, das hier erzählt wird, als Vorlage. Dank amerikanischen und britischen Geldgebern (Miramax, UK Film Council) verlagert sich die Handlung vom Netherfield Park unter die Tower Bridge und über den Grand Canyon und natürlich auch zum goldenen Tempel von Amritsar. Trotz inländischer Filmcrews auf allen drei Kontinenten wurde Bride and Prejudice aber zum puren Bollywoodkitsch, der ein Bild von Indien vermittelt, das so beschränkt ist wie das Schweizbild bei einer von der SVP organisierten 1.-August-Feier. Das Cast ist bunt gemischt und vereint Bolly- mit Hollywood. Der Star des Films ist die Julia Roberts Indiens Aishwarya Rai, die von der richtigen Julia Roberts die schönste Frau der Welt genannt wird. Neben der ehemaligen Miss World "Ash" gibt es mit Namrata Shirodkar noch eine Ex-Miss India zu bestaunen. Überhaupt zeigt der Film wieder einmal sehr gut, dass Indien weibliche Schönheit en masse zu bieten hat. Die Damen im Kinosaal dürften hingegen für Martin Henderson bekannt aus The Ring und Daniel Gillies, dem Astronauten in Spider-Man 2, schmachten. Und das ohne allzu sehr von den Machenschaften der weiblichen Konkurrenz auf der Leinwand abgelenkt zu werden. Chemie zwischen "Ash" und ihren männlichen Partnern kommt nie richtig auf. Was nicht nur an der Keuschheit der Bollywoodfilme liegt. Den Gepflogenheiten entsprechend wird in Bride and Prejudice immer wieder getanzt und gesungen. Die Songs stützen sich, auch wenn teilweise in Englisch gesungen, auf indische Traditionen. Sie klingen deshalb nicht wie beim ähnlich international ausgerichteten Kisna - The Warrior Poet immerzu nach Céline Dion. "Marriage has come to Town" ist sogar richtig lüpfig und die Kostüme der Tänzer farbenfroh wie ein Regenbogen. Unterstes Eurovisionsgedudel erklingt bei "No Life without Wife". Aber die vier Töchter im Pyjama, die diesen Song trällern, entschädigen für vieles. Schlussendlich ist Bride and Prejudice aber weit entfernt von Bend it Like Beckham, dessen Feel-Good-Faktor um einiges höher war. Die sexy Mixtur zweier Filmwelten misslingt, trotz witziger Anspielungen auf die kulturellen Unterschiede der Kinometropolen. Für die Inder hat es zu wenig Grand Canyon und die Westler zuwenig Bollywood. Wie es ausgeht, erkennen schnell auch die, welche die Austen Romane nicht kennen. Die einzige Überraschung bleibt die Laufdauer, die ungewöhnlicherweise unter zwei Stunden gehalten werden kann. |
Lustiges Filmchen, nicht allzu anspruchsvoll aber unterhaltsam. Allerdings entspricht das ganze (abgesehen von der Kulisse und den Schauspielern) ziemlich überhaupt nicht dem wahren Indien, aber ist ja auch kein "echter Bollywoodfilm. |
Zitat Manya (2005-03-11 13:05:52)
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Zitat rm (2005-03-11 14:51:04)
Immerhin echter. In Indien siehst du nicht einmal verheiratete Paare händchenhaltend in der Öffentlichkeit (nur Männer spazieren Hand in Hand herum. Gilt dort als "Freundschaftsbeweis" |
Na das war doch ein witziger Film! Keine Sex-Szene! Nicht einmal ein Kuss! Und trotzdem noch voll unterhaltsam obwohl die Machart meiner Meinung nach zu wünschen übrig lässt. |
hab ihn grade in der sneak gesehen (läuft in deutschland erst im august an) und bin wirklich enttäuscht, grade als ich nach "ich bin immer für dich da!" langsam sogar richtiges interesse am bollywood kino hatte. |
Zitat joooon (2005-06-15 23:34:44)
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