Forum Movies - Reviews: DVDs & Blu-rays
Beitrag Spider
Spider oder: Nicht nur für Spinnenfreunde... David Cronenberg ist der Mann für morbide und verstörende Darstellungen des innersten und abgrundtiefsten der menschlichen Seele. Seine Ergründungen der dunklen Seiten im Menschen fussen in pessimistischen und gewagten Aussagen wie er sie in Werken wie Dead Ringers oder Crash zeigt - oder weitaus schräger in Naked Lunch. Cronenbergs Filme sind nie nur einfach Kino fürs Auge - und ausser seinem grössten Erfolg The Fly auch nie Kommerz bezogen. Wer einen David Cronenberg Film ansehen will, muss bereit sein, in seine Welt einzutauchen. Ansonsten gibt's eine Bruchlandung. Spider, dem in unseren Kinos und dann zumeist in den Studiokinos nur eine unverdient kurze Laufzeit gegönnt wurde, gehört mit zum feinsten aus Cronenbergs gewohnt maroder, psychologisch anspruchsvoller Darstellungsweise. Das hat der Film sowohl der Buchvorlage als auch dem glänzenden Spiel von Ralph Fiennes, den ich seit Schindler's List nie mehr so gut gesehen habe, zu verdanken. Wie immer versteht es Cronenberg seine eigene Bildsprache und Farbgebung (innen braunrote Töne, aussen kalt und grau) einzubringen, feine Beobachtung der Charaktere und geschickte Manipulation zu begehen. Der Stil ist unverkennbar - mal ganz abgesehen vom gewählten Thema. Obendrein steht ihm wie immer sein Haus- und Leibkomponist Howard Shore zur Seite, der die exakt temperierte Musik zu Cronenbergs Szenerien findet, eine der originellsten Filmmusiken der letzten Jahre. Spider ist ein wunderbar deprimierendes Filmerlebnis, grossartig gespielt, faszinierend und befremdend. Sehr empfohlen. Die DVD wurde zwar mit einem Regiekommentar, ansonsten aber eher stiefmütterlich ausgestattet: Die zusätzlichen Extras, nichts besonderes darunter, sind kurz und knapp gehalten. |
Pflichtkauf! |
habe diesen film vor ein paar jahren im kino gesehen..fand ihn zimmli lanweilig,depressiv und düster. |
Ich schon: In "Der englische Patient", 1996 |
Zitat Return of Korben Dallas (2005-01-13 00:09:54)
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herr dallas, es ist eben nicht alles umgeben von rasender action, schüssen, explosionen. und dann nennt man das eben gleich langweilig??? kennst du die filme von cronenberg? und wieso ist düster und depressiv schlecht? |
"Mind-Fuck" vom allerfeinsten. |
danke, herr cronenberg, dass du uns nicht massentaugliche durchschnittsware vorsetzst, sondern jeder film ein cineastischer leckerbissen ist, im inhaltlichen wie visuellem sinne. die übergänge von der realen zur imäginaren welt von spider sind wunderbar, miranda richardson in einer dreifachrolle einfach göttlich. selbst ralph fiennes, den ich meist als eher blassen schauspieler empfinde, macht hier eine gute gattung. cronenberg ist der kafka unter den regisseuren. man liebt ihn oder man hasst ihn. |
@ pb Zum Film: Cronenberg hat es mit Spider einmal mehr geschafft, eine düstere Atmosphäre zu schaffen und das Maximum aus einer sehr einfachen Grundidee herauszuholen. Ralph Fiennes trägt den Film mühelos - sein Gemurmel kommt nicht lächerlich oder übertrieben daher. Wie Chemic bereits sagte, ist der Film Mind-Fuck vom Feinsten. Am Ende musste ich nochmals zurückspulen, um den Twist richtig einwirken zu lassen. Zwar wird die Fast-Stummheit des Films in einigen Szenen etwas überstrapaziert, dennoch vermag Spider mit guten Schauspielern, hervorragender Kameraarbeit und einem stimmigen Score zu begeistern. Unbedingt zu empfehlen! Der Film ist überdies eine weitere Bestätigung für mich, dass Cronenberg am besten ist, wenn er sich auf "normale" Storys beschränkt. Zwar war auch der sehr morbide eXistenZ, der visuell die Schmerzgrenze einige Male überschreitet, ganz gut, doch an Filme wie A History of Violence, Eastern Promises oder eben Spider kommt er nicht ran. [Editiert von El Chupanebrey am 2008-10-31 12:04:46] |
Zitat El Chupanebrey (2008-10-31 12:02:09)
[Editiert von Chemic am 2008-12-10 20:32:34] |

