Forum Movies - Reviews: Kino
Beitrag The Aviator
The Aviator oder: A golly good Picture Obwohl Howard Hughes etwa genau so reich wie Mr. Burns war, kennt man ihn bei weitem nicht so gut wie den schwerreichen Atomkraftler aus Springfield. Vielleicht ist Hughes den einen ein Begriff als mysteriöser Einsiedler, der mit eklig langen Fingernägeln und einer riesigen Angst vor Keimen in der obersten Etage von Hotels hauste, wie ihn die Biographen in der zweiten Hälfte seines Lebens beschreiben. Andere wissen von seiner Glanzzeit in Hollywood als Produzent von Hell's Angels, Scarface (1932) oder The Outlaw davor. Unter Aviatik-Fans ist er legendär als der der Gründer der Trans World Airlines (TWA) und der Erbauer der "Spruce Goose", dem Flugboot mit der grössten Spannweite sowie der grössten Flügelfläche aller jemals gebauten Luftfahrzeuge. Martin Scorseses Film The Aviator befasst sich mit der glorreicheren Zeit im Leben dieses aussergewöhnlichen Menschen. Leonardo DiCaprio verkörpert Howard Hughes zwischen 1927 und 1947 als einen Mann, der Filme, Flieger und Frauen liebte. Wer sich nur für eines dieser drei Themen ein bisschen interessiert, sollte sich den Film anschauen gehen. The Aviator ist ein Traum für Filmgeeks. Das Logo des Films, die Stars, die Hughes in seinem Leben traf, die Anekdoten von den Dreharbeiten und die Probleme mit dem Hays Code erinnern an längst vergangene Tage aus der Glitzerwelt Hollywoods. Aber auch dem gelegentlichen Kinogänger werden die drei Stunden Film nie lange vorkommen. Wenn diesen Leuten aber die seltsam grün-rötlichen Farben auffallen, muss ihnen gesagt werden, dass es sich dabei um einen genialen Filmtrick handelt. Scorsese benutzt bei der Farbgebung im Film immer genau die technische Möglichkeit, die damals zur Verfügung stand. Die Szenen vor 1938 sehen in The Aviator deshalb aus, als wären sie mit grünem und rotem Zweiband-Technicolor aufgenommen worden. Sehr gut zu sehen auf dem Golfplatz. Erst später kommt die komplette Farbpalette im Film zum Zug. Dann endlich auch das pure Blau und zwar in einer leuchtenden Qualität, wie man sie aus den allerersten Technicolorfilmen wie The Wizard of Oz kennt. Digitaleffekt sei dank. Auch die Actionszenen im Film sind oft digitale Effekte, wie man sie bei Martin Scorsese noch nie gesehen hat. George Lucas soll ihn ja bei seinem Besuch des New York Sets in der Cinecittà in Rom, das die Zeit darstellte, als der Big Apple noch selber in den Pferdeäpfeln versank, schmunzelnd darauf hingewiesen haben, dass solche Kulissen heutzutage easy am Compi gemacht werden können. Das hat sich Scorsese bei diesem Film sehr zu Freude der Fliegerfans zu Herzen genommen. Bei Dreharbeiten zu Hell's Angels, dem Top Gun der 30er Jahre, flog Hughes gleich selber mit der Kamera mit. An anderer Stelle stellte er den absoluten Fluggeschwindigkeitsrekord von 567 km/h auf. Sein Jungfernflug mit der "Sproose Goose", dem riesigen Flugzeug aus Holz, sollte sein einziger bleiben. All dies zeigt der Film teilweise per CGI in atemberaubender Schönheit. Aber auch die althergebrachte Modeltechnik kommt zur Verwendung bei Hughes fast tödlich verlaufenem Absturz über Beverly Hills, wo einem die Flammen seltsam gross erscheinen, weil man sich schon so sehr an digital entzündetes Feuer auf der Leinwand gewöhnt hat. Hughes war aber nicht nur als Pilot ein Siebesiech. Seine Frauengeschichten sind ebenso legendär. Prominent besetzt sind die Rollen seiner Affären. Jane Harlow, Ava Gardner, Katherine Hepburn und eine Reihe anderer Bekanntschaften tauchen in The Aviator als Figuren auf. Cate Blanchett nervt vorzüglich mit den Eigenheiten, die sie der richtigen Katherine Hepburn abgeguckt hat. Dass die Erinnerungen an Hepburn halt meist schwarzweiss sind, ist nicht ihr Problem, aber die vielen aufgemalten Sommersprossen verstärken dieses Gefühl der Ungewohntheit. Kate Beckinsale füllt Ava Gardners Rolle auch deshalb gut, weil sie merklich zugenommen hat. Sie hat aber nicht viel Interessantes zu tun im Film. Dass alle von Gwen Stefani als Jane Harlow reden, ist sicherlich toll für ihr Soloalbum. So sehr ich aber das Video zu "What you waiting for" liebe, eine richtige Schauspielerin ist sie leider nicht. Da könnte man genau so gut das Model Josie Maran erwähnen, deren Auftritt etwa gleich kurz ist. Bei den Männer ist ganz klar Leonardo DiCaprio der Main Act. John C. Reilly fungiert als Stichwortgeber und Alec Baldwin ist als Chef der Pan Am der Erzfeind von Hughes. Das wiederspiegelt wahrscheinlich so ziemlich die richtigen Lebensumstände des Multimilliardärs, der immer viele Fachleute um sich scharte, aber nie jemanden auf gleicher Höhe haben konnte. DiCaprio selber ist eher energetisch als charismatisch. Die Rolle passt, der Junge ist schliesslich auch schon dreissig Jahre alt. Aber er ist halt immer noch "Leo". Er hat vor allem Kredit, weil ihn Scorsese in den Club brachte und auf ihn baut. Deshalb fällt es immer schwerer, ihn nicht mehr ernst zu nehmen. Ob nun Frau, Flieger oder Film. The Aviator ist vor allem sehr unterhaltend auch für die breite Masse, was bei Scorseses letzten Filmen nicht immer der Fall war. Nie sind die drei Stunden Filmdauer eine Qual. Dass die etwas drastischeren Seiten im Leben von Howard Hughes wie Heroinsucht, Bisexualität, Paranoia und sein körperlicher Verfall zwar nicht komplett ausgespart werden, aber doch vor allem nur als ein krankhafter Putzfimmel gezeigt werden, steigert die Chancen für den Oscar. Vielleicht gibt es den dieses Jahr endlich für Martin Scorsese. The Aviator ist grosses Kino über einen megalomanischen Self-Made-Man mit einem Psychotick. Normalerweise liebt die Academy so was. |
Zu diesem Thema wurden insgesamt 29 Beiträge geschrieben.
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Der legendäre Gründer von Unicinema bringt es auf den Punkt. |
wow..nach eurer Bewertung muss the aviator ein meisterwerk sein..da bin ich mal gespannt.. |
Mos werklech en Hammer Felm si.Mos i go luege. |
Zitat Micholos (2005-01-20 18:15:50)
@Micholos, halt dich bitte an die Regeln und bewerte nur Filme die du auch gesehen hast! Zum Film: - Sie hat mir schon in "The Lord of the Rings" nicht gefallen und jetzt nervt sie mich schon wieder: Cate Blanchett! Ich finde sie spielt unnatürlich - auch wenn sie ein paar Sachen dem Original abschauen musste - und zudem gefällt sie mir optisch überhaupt nicht. Ich musste sogar bei den Kussszenen der Beiden wegschauen weil ich das nicht mit ansehen konnte - wirkt für mich wie Mutter und Sohn. - Dass die drei Stunden "wie im Flug" vergehen kann ich nicht ganz unterschtreichen. Habe mich zwei, drei mal dabei ertappt wie ich mich nicht mehr richtig auf die Dialoge konsentriert habe - ging anderen, laut deren Aussage, genau gleich. - Die CGI-Effekte waren ok, aber sicher nicht perfekt - ich weiss ich bin da extrem kleinlich, doch ich hasse es wenn man solche Effekte auf den ersten Blick erkennt. - Wo bleiben die Soundeffekte? Als Leo und *würg* Blanchett im Cockpit sassen hörte man keinen Propeller dröhnen, hat mich sehr gestört vor allem weil danach auch noch erwähnt wird wie laut es da war. Auch beim ersten Interview als Leo den Interviewer nicht verstanden hat, kommt man zuerst nicht nach weil man auch dort auf einen "ich verstehe es nicht richtig" Sound Effekt verzichtet hat - schade. Der Rest ist genial. Hat mich richtig gepackt und das Ganze ist sehr interessant. Ich hätte zwar am Ende noch etwas über sein Ableben erfahren, doch für etwas gibt es ja google. Also, toller bezaubernder Film mit ein paar Mankos welche aber nicht ins Gewicht fallen - einen Oscar hat Scorsese meiner Meinung nach aber nicht verdient. Noch zu Leo. Der hat wieder einmal gezeigt was er kann. Ich bin schon seit Titanic von seinem Schauspiel überzeugt, dass ihn damals alle "doof" fanden fand ich schon immer lächerlich. Jetzt hat er es auch den letzten "Milchbubi!"-Kritikern gezeigt. |
Zitat TheGodfather (2005-01-12 20:01:54)
also ich glaube du hast u.a. Casino und auch The Age of Innocence würde ich nicht gerade als missraten bezeichnen... |
Positiv
Fazit: Für cineastisch interessierte Menschen bietet The Aviator eine Menge. Für pure "Leo-Fans" *kreisch* wahrscheinlich zu wenig. |
Zitat pb (2005-01-21 06:43:58)
Einverstanden, missraten sind diese beiden Filme durchaus nicht, aber Scorsese kann entschieden mehr. Neben seinen frühen Meisterwerken wie Mean Streets, Taxi Driver, Raging Bull und dem etwas später entstandenen Goodfellas verblassen Casino und Age of Innocence eben schon ein bisschen. |
Zitat muri (2005-01-21 07:36:20)
In letzter Zeit konnte ich in vielen Kommentaren lesen, dass Aviator oft als zu lange empfunden wird, erstaunlicherweise auch von Cineasten, die Scorseses Stil eigentlich verstehen. Scorsese's Stil ist schon lange bekannt dafür, dass er sich durch einen relativ tiefen Rhythmus auszeichnet. Dies ist absolut notwendig, um eine realistische Ausarbeitung der verschiedenen Charakteren zu gewährleisten. Realismus ist einer der wichtigsten Aspekte im Werk Scorseses und mit einer Kürzung des Films wäre viel davon verloren gegangen. |
Marty zeigt in diesem Film seine anfängliche jugendliche Frische von z.B Taxi Driver. Das Lied ("Nightmare" von Artie Shaw), dass er für die dunklen Szenen benutzt erinnert sowieso stark an disen Film. |
Habe Aviator gestern gesehen und war gar nicht begeistert. |
Aviator ist sicher kein einfacher Film, aber man muss ein bisschen Geduld haben, um die Szenen voll auskosten zu können. Dann fällt einem auch die riesige Fülle an spannenden Elementen darin auf. |
Man sollte allgemein keinen Film zum "auspannen" ansehen. Ein Film der nur zum "auspannen" dient taugt ja wohl offensichtlich nichts, denn dazu sind Filme nicht da. [Editiert von 'nala!' am 02 Feb 2005 22:59:22] |
Ich finde, dass man sehr wohl "zum ausspannen" ins Kino kann. Allerlei Komödien bieten sich da an, oder auch Filme wie "Incredibles". |
Aber rechtfertigt das einen Abzug von drei Sternen? Ich meine wir sprechen hier von keinem Geringeren als von Martin Scorsese! Der japanische Stil, vor allem von Akira Kurosawa fast zur Perfektion gebracht, hat einen noch viel tieferen Rhythmus. Es ist klar, Aviator ist ein sehr dichter Film, aber nur aufgrund der Länge nur drei von sechs Sternen zu geben scheint mir schon etwas sehr vereinfacht. |
Ich fand den Film sehr gut. DiCaprio ist, das muss man ihm lassen, ein sensationeller Schauspieler und auch Cate Blanchett als K. Hepburn war hervorragend. Ist halt wiedermal ein riesiger Hollywood-Schunken, aber immerhin einer der besseren Sorte. |
Mir gefiel der nicht. Zu anstrengend wurde hier in dermassen wuchtigen und ernsten Toenen auf die Pauke der amerikanischen Ikonen-Geschichte gehauen - eine zu dicke Pappe mit zu vielen Ingredenzien (wie schon beim LOTR-Wahn, der aber leichtfuessiger daher kommt). Und Coppolas "Tucker" sehr aehnelnd. Frech behauptet, es kommt mir vor, als wuerde Scorsese ungeduldig die vielleicht hoechste Ehre fuer einen Filmschaffenden zu offensichtlich (endlich) herbei erzwingen wollen. Der Geschichte fehlt es an Leichtigkeit, an Naehe, an Fluss, an Selbstironie - die in sich eingeschlossenen, grandios inszenierten und dekorierten Rahmenhandlungen wirken steif aneinander gereiht. Tuechtige schauspielerische Leistung hin oder her - mir fehlten auch feiner Humor und listige, gescheite Wortgefechte/Dialoge (wie zB. bei Eyes Wide Shut). Kurz, fuer mich zu viel des Guten. Aber sehrwohl ein Film, den man mehrmals betrachten sollte - halt charakteristisch fuer den Detail versessenen Scorsese. |
ein interessanter film, wirklich! die performace von di caprio war erste sahne, sehr eindrücklich! oscar in reichweite... die besten szenen sind eindeutig jene, in denen hughes mit den hollywood stars in berührung kommt. sowie die üffentliche anhörung am schluss des fioms, die war sehr gelungen. leider sieht man davon viel zu wenig, speziell hätte ich mehr von ava gardner sehn wollen. |
Schade, dass vielfach der Irrglaube herrscht, dass ein Film mit einem tiefen Rhythmus in der Erzählstruktur ein Film mit Längen ist. Film mit Längen = Film, der gewisse Szenen aufweist, die erzählerisch das Werk nicht vorwärts bringen. Film mit tiefem Rhythmus in der Erzählstruktur = Film, der die narrativen Elemente mittels langsamer Erzählstruktur übermittelt. Ein Film, wenn gut umgesetzt (so der Fall bei The Aviator), kann beides aufweisen. |
weso esch de felm för so vell oscars nominiert?! wenn mer bem helfti vom felm use muess well er so langzoge esch?! mer wartet emmer dass d'spannig vom felm chonnt ond sech öbbis ereignet...aber es passiert eifach nüüt ond de felm zieht sech x-trem ed längi |
Nichts für ungut clüü, aber könntest Du bitte deutsch schreiben? Sind nicht nur Schweizer auf dieser Seite vertreten - ausserdem haben auch manche Schweizer mit verschiedenen Dialekten ihre Probleme, wänd weisch was i meine ;) |
Zitat *clüü* (2005-02-27 19:10:28)
Den Film bewertet, aber nur die Hälfte davon gesehen? |
The Aviator wurde in den folgenden Kategorien mit einem Oscar ausgezeichnet:
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schade dass der film die biografie nicht zu ende führt, zumindest vom watergate-skandal hätte ich noch gerne was gesehen.der film selbst der, wie ronin treffend bemerkt, tucker sehr ähnelt hat sehr schöne bilder.di caprio gefiel mir nicht und auch ian holms part wirkt unglaubwürdig.alan alda ist toll in der rolle als korrupter senator, blanchett bekam den oscar zurecht |
Wie Leo ins Archivaterial kam. |
Ich hab mir den Streifen gestern Abend angesehen. Ich muss sagen, dass ich enttäuscht war. Klar, wurden die 20er, 30er und 40er Jahre wunderbar eingefangen. Die Schauspieler machen die Sache wirklich gut. Leo wirkt nicht wie ein allzu grosser Depp. Aber die Story? Ist ja mehr als nur gähn. Natürlich handelt es sich hier um einen grossen Mann der USA. Aber ich konnte mich während des ganzen Streifens irgendwie nie mit ihm identifizieren. Mir doch egal, wenn der seine Flugis nicht bauen kann. Eigentlich sollte ich 3 Sterne vergeben. Aber die Hidef-Version ist wirklich verdammt schön umgesetzt, deshalb 4. Und da hab ich also beide Augen zugedrückt... [Editiert von Markus am 2007-12-27 15:41:38] |
Aus meiner Sicht ist der Film viel zu langatmig. Spannend wirkte er nicht, Action so gut wie keine. Als Dokumentation bzw. Biografie ganz gut erhalten. Gegen den Schluss (vor dem Ende) wirkt LeoDeCaprio extrem nervig und ätzend, was mich ziemlich genervt hat. Mit seiner hektischen, stotterischen Art und Weise. Ich habe den Film am TV gesehen und muss sagen, es reicht dort völlig. 1mal gesehen, und es reicht. |
Zitat Fabi7 (2008-03-21 22:51:37)
hä??? action so gut wie keine??? ja weisst du, das ist auch kein actionfilm. |
ja ich weiss. Wie soll ich sagen, war etwas ausgedrückt. Meinte mehr Spannung, Herzblut. Es ist kein Film, den ich 2.5h am Sofa anschauen kann, mehr nebenbei wenn man am PC arbeitet zum Beispiel. Er fesselt nicht. So habe ich das gemeint |

