Forum Movies - Reviews: DVDs & Blu-rays
Beitrag Der Name der Rose
Der Name der Rose oder: Vernebelte Sicht auf kratziges Grünzeugs Wenns draussen so richtig ungemütlich, kalt und neblig wird, da setzt man sich doch gerne mit einem Buch oder bei einem Film gut eingekuschelt vor den Kamin. Hier hat man da allerdings dann die Qual der Wahl, denn der Film Der Name der Rose wurde nach der Vorlage eines Romans von Umberto Eco gedreht. Auf die Idee für seinen Wälzer kam der Literaturwissenschaftler übrigens durch den sehr simplen Gedanken, dass er Lust gehabt habe, mal einen Mönch umzubringen. Produzent Bernd Eichinger ( hat u.a. auch Das Boot und Der bewegte Mann produziert ) und Regisseur Jean-Jaques Annaud haben aus der Geschichte einen spannenden mittelalterlichen Krimi gebastelt. Nicht nur, dass sie mit Jean Connery den perfekten William von Baskerville gefunden haben, nein auch die restliche Crew kann sich sehen lassen - allen voran Christian Slater der als herzig tollpatschiger noch-nicht-ganz-Mönch eine richtig gute Leistung abliefert (immerhin war das sein allererster Film!). Anfangs gab es zwar Probleme bei der Besetzung des William, denn eigentlich wollte man weder einen grossen Hollywood-Star noch einen total unbekannten Darsteller. Selbst Connery stiess auf Ablehnung, denn ihm haftete damals noch das Etikett des James Bond an, der ja nun wirklich nicht viel Ähnlichkeit mit einem Mönch hat. Dennoch konnte der Schotte den Regisseur überzeugen - wie auch Kritiker und Publikum. Somit konnte damals teuerste europäische Produktion in Angriff genommen werden. Doch da ist noch das Problem des richtigen Klosters. Natürlich entsprach keines den Vorstellungen der Filmleute, woraufhin die Innenaufnahmen in einem österreichischen Kloster gestaltet wurden und für die Aussenaufnahmen ein eigenes Set entworfen wurde. Und obwohl der Film nun schon so einige Jährchen auf dem Buckel hat - er ist immer noch ungemein spannend und faszinierend. Kult ja eh. Es stimmt einfach alles, von den Schauspielern über die Kulisse bis hin zum Plot. Natürlich erwartet man nicht nur mieses Wetter mit viel Nebel und Kälte sondern auch ein paar richtig fiese Bösewichte. Für alles ist gesorgt und man kann sich beruhigt in eine Decke einwickeln und dem Film folgen. Die Geschichte ist immer auch aktuell und hier zeigt sich eine perfekte Verflechtung. Eher nebensächlich wird auf die grausame Epoche der Inquisition hingewiesen, in der viele unschuldige Menschen ihr Leben lassen mussten. Die Tatsache, dass Leute für ihren Glauben töten ist leider so alt wie die Menschheit und immer noch aktuell. Kurz gesagt: Der Name der Rose ist Kult und unbedingt sehenswert, ein Meilenstein in der Filmgeschichte. In der momentanen Welle der "wir müssen den alten Schinken unbedingt noch als DVD auf den Markt hauen"-Veröffentlichungen ist dieser Film sicher ein kleines Juwel, nicht nur weil er als Special Edition mit zwei Discs erhältlich ist. Die zweite DVD beinhaltet eine Dokumentation zum Making-of (ganze 90 min! Leider nur in Französisch mit Untertiteln), dazu Interviews, eine Filmanalyse und Fotos. Trotz einiger Längen in der Doku ist sie doch eigentlich sehenswert. Wem allerdings der Film reicht, der will sich die Special Edition vielleicht nicht antun. Interessant ist sie allemal. |
na ja,war doch schon slaters 6te rolle die schreibweise jean für sean |
So richtig dreckiges Umfeld, wieder mal richtig viel Nebel, Verschwörrungen, Folterrungen und Sean Connery, was will man mehr! Die Geschichte ist relativ spannend. Die Treppengeschichte fand ich dann aber gänzlich überflüssig und so richtig blöde! [Editiert von 'chemic' am 03 Dez 2004 21:19:13] |
ups, da hab ich mir wohl geirrt ;) |
Als Bibliothekare wurden wir in der Berufsschule natürlich immer wieder mit der Name der Rose gequält. Jeder Lehrer dachte, er müsse ach so originell sein und uns diesen Film zeigen... |
hihi, kann ich mir vorstellen. na immerhin hat's Horner Musik! |
Der Name der Rose ist wirklich genial. Ein Mittelalter Film, der es schafft die Grausamkeiten der Kirche einfach mal aufzuzeigen ohne gleich mit Churchbashing zu beginnen... Die erste wirkliche Altersrolle von Meister Connery und dazu noch die Beste (neben Henry Jones und Marko Ramius) Sehr schön |
Etwas vom besten der Mittelalterfilme! |
Moin! Soweit ich weiss wurden die Innenaufnahmen nicht in Östereich gedreht sondern im Kloster Eberbach im Rheingau! Für Filmfans ist ein Besuch des Klosters auf alle Fälle zu empfehlen!!! |
popcornbrätler hat Recht. Der Film wurde teilweise im Kloster Eberbach gedreht und das kloster ist einen Besuch wert. War gerade Anfang Oktober dort und es wurde grade wieder -diesmal mit Nonnen- gedreht. Da das Kloster keine "religiösen Einbauten" mehr hat ausser den architektonischen und künstlerischen Bauelementen, muss es für Filme jeweils ausgestattet werden. Man kann sich aber auch gut ins Mittelalter zurückversetzen, wenn man z.B. durch die leere Kirche geht... |
Und der "Hellboy" hat einen seiner ersten Auftritte. Ganz ehrlich, es ist ja immer ein Kreuz mit Literaturverfilmungen. Aber in dem Fall kann ich jedem nur raten, sich lieber den Film anzusehen, als sich durch das Buch zu quälen. Das Umberto Eco Sprachwissenschaftler ist, merkt man auf jeder Seite. Ich gehör wohl zu den Wenigen, die das Buch komplett gelesen haben (ausser papp vielleicht |
Zitat EricDraven (2005-10-24 19:37:03)
Nana..Der Name der Rose in Originalform gehört definitiv zum Standard für alle Geschichtsinteressenten... Zugegeben: Eco hat eine GANZ spezielle Art zu schreiben...'Das Pendel' hab ich nie fertig gelesen, weil mir die Szenarien (er erinnert sich, dass er sich erinnert, dass er mal in Brasilien in den Ferien war...) zu konfus wurden... |
Der Name der Rose - oder "Wer ist der Täter" Hab schon viel über Der Name der Rose gehört, also dachte ich mir, warum nicht einmal hineingucken. Nachdem ich anfänglich mich etwas an der schlechten Bildqualität und den etwas holprigen Szenenwechsel gestört habe, begann mich die Story doch noch zu packen. Durch die sehr sorgfältig gebauten Sets und Requisiten wirkt der ganze Film sehr authentisch und die gut Cecasteten Schauspieler unterstreichen diese Qualität noch. Der Name der Rose geht sehr ruhig an die Story heran und nimmt sich Zeit mit gut ausgewählten Einstellungen die Geschichte zu erzählen. Trotz der stimmungsvollen Bilder kam für mich der Soundtrack zu kurz, da hätte man ruhig etwas mutiger auffahren können, statt ihn nur in wenigen Szenen geltend zu machen. So folgt man dem etwas zu klassischen Team des alten abgebrühten Meisters (Sean Connery) und dem eher Emotionalen und noch nicht ganz ausgereiften Lehrling (Christian Slater) in die Ermittlungen gegen die grauenhaften Morde. Dadurch wird der Zuschauer mit einer gut inszenierten und vielschichtigen Geschichte beglückt, die eigentlich bis zum Schluss interessant bleibt, aber auch einige längen aufweist. Fazit: Ein sehr realistisch inszenierter und bis zum Schluss spannender Film, die völlige Priorität setzt eine gute Story zu erzählen und lässt wilde Effekte, Kamerafahrten und Special Effekte links liegen. So kann man sich zwar auf die Story konzentrieren, verschenkt aber einiges an Atmosphäre, die er hätte Aufbauen können. Sicher ein Blick wert. |

