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Beitrag Lost in Translation

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Lost in Translation oder: Karaoke bis zum Abwinken!


Lost in Translation ist für mich DER Kinofilm 2004, was also soll ich negatives über den Film berichten ausser ein Erlebnis nach Ende des Films, als zwei mittelalterliche Damen, ich behaupte es waren Krankenschwestern, die Treppe zum Kinoausgang emporstiegen und die eine zur anderen meinte: "Also ich fand es ja nun überhaupt nicht richtig lustig!" Tja, so viel zum Thema Erwartungshaltung.

Lost in Translation ist eine wunderschöne, fast alltägliche Geschichte um Liebe, Verdruss und der allmächtigen Frage "was bin ich und wieso?", verpackt in ein dezent bissiges Korsett aus Sarkasmus, grüblerischen Momentaufnahmen und kurzen Slapstick-haften Situationen, die zum Schmunzeln und nie zum platten Schenkelklopfen anregen. Wahrscheinlich haben das die beiden eingangs erwähnten Damen nicht ganz verstanden, ebenso wie die Konstellationen der Hauptakteure an ihnen vorbei geflogen sind.

Der abgehalfterte, in Japan nach wie vor gefeierte Altstar und die junge Ehefrau, beide gehören sie eigentlich nicht dorthin, wo sie sind. Beide wollen sie ausbrechen aus der Anonymität einer Megastadt wie Tokio, aber vor allem aus ihrem grau gewordenen Leben, in dem der eine seit vielen Jahren steckt und die andere gerade erst reingerutscht ist. Verflucht, wie oft haben wir uns, nur eben nicht in Tokio, in den selben dämmrigen Lebenssituationen gefunden oder stecken noch immer drin?

Nun gab es Stimmen, die dem Film japanfeindliche Tendenzen, sprich eine Verhunzung und übertriebene Darstellung der japanischen Lebensweise unterstellen. Klar benutzt Sofia Coppola die Fremdartigkeit einer für unsere Lebensweisen andersartigen "Welt", mir scheint es aber deshalb gelungen, weil gerade dadurch die milde Verzweiflung der beiden Protagonisten umso besser nach aussen gekehrt werden kann. Ein Ausbruch ist wohl nur in dieser fremden Lebensmentalität möglich. Ausserdem sollte man bitte auf dem Boden der Realität bleiben, denn der Film ist weder Doku noch Reisebericht. Lost in Translation bleibt auf DVD, was der Film auch schon auf der Kinoleinwand war: eine vorzügliche Parabel, ganz toll gespielt und schnörkellos in Szene gesetzt. Ein absoluter Filmvolltreffer mit erhöhtem Kultstatus.

Leider vermag das Bonusmaterial dieses mit einem Oscar ausgezeichneten Films nicht sehr zu überzeugen. Am besten gefallen dabei noch die entfallenen Szenen und die Kurzkonversation zwischen Sofia Coppola und Bill Murray.

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pb's Wertung: 6 Sterne

Wunderbarer Film, der die underschiedlichen Kultur von Amis und Japanern aufeinanderprallen lässt...herrlich und lustig...

Markus' Wertung: 5.0 Sterne


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