Forum Movies - Reviews: DVDs & Blu-rays
Beitrag The Passion of the Christ
The Passion of the Christ oder: Amen Wie man hörte, sei der Film unglaublich brutal und die Leute verliessen die Kinos in Scharen. Der Film ist nichts für schwache Nerven. Jesus torkelt ungefähr drei Viertel vom Film als blutverschmierter Mensch durchs Bild. Die Folterszenen sind mehr als happig und hätten nicht so explizit dargestellt werden müssen. Sicherlich ist der Film eine gute Gelegenheit, die letzten Stunden Jesu möglichst detailgenau darzustellen. Ich hatte mir nie Gedanken darüber gemacht, wie dieser Leidensweg hätte aussehen können. Doch was will uns der Film sonst noch sagen? Im Zusammenhang mit Christus ist die Botschaft der Nächstenliebe wichtig. In der heutigen Zeit wäre meiner Meinung nach diese hervorzuheben wichtiger, als das langsame Sterben eines Mannes ansehen zu müssen. Etwas schwach fand ich alle Szenen mit dem Teufel. Der taucht mit schwarzer Kutte an jeder wichtigen Station auf und guckt böse. Sorry, aber das kann ich doch wirklich nicht ernst nehmen. Dass der Film in Hebräisch, Aramäisch und Latein gesprochen wird gibt dem Film ein gewisses Flair. Ob man ihn gesehen haben muss? Vielleicht. Vielleicht auch nicht. Vielleicht sagt er auch einfach Leuten mehr, die religiös sind, was ich nicht bin. Vielleicht hätten aber auch nur 90 statt 120 Minuten gereicht. Er war wenigstens nicht ganz so schlimm, wie ich befürchtet hatte. Schliesslich wollte ich mir noch die Extras ansehen. Zuerst spielte ich etwas irritiert mit der Fernbedienung rum... Tatsächlich, der Film hat keinerlei Extras! Einzig die Tonwahl kann zwischen Dolby Digital 5.1 oder DTS 5.1 verstellt, und deutsche oder englische Untertitel gewählt werden. Nur ein kleines Booklet gibt einige wenige Informationen zum Film. |
Mir hat der Film gefallen ... ich freue mich auf "Jesus Reloaded" |
Mûsik, Kamera, Produktionsdesign alles bestens. Doch leider eher langweilig und ganz ohne "(Nächsten)liebe" erzählt. |
The Passion of the Christ - blutig - verstörend - lang Von The Passion of the Christ hat man ja vieles gelesen, Gewaltorgie, Herzinfarkte und Leiden ohne ende. Nachdem ich in jetzt gesehen habe, kann ich zugeben, jup das stimmt. Ohne langes Intro wird Jesus schon verraten, an die Pharisäer ausgeliefert und kurz darauf beginnt die Tortur und hält eigentlich an bis ans Ende des Filmes. Der Film hat seine Stärken vorallem im Bereich des praktischen. Die Sets sind gut gebaut, die Kostüme sind gut und die Kameraführung überzeugt auch. Sehr authentisch wurden die Kulissen gebaut und nie kommt zweifel auf, dass es so gewesen sein könnte. Die Schauspieler liefern solide Leistungen und vorallem Jesus selber spielt das Leiden recht authentisch. Die CGI kränkelt zwischendurch und liefert nur Bilder mit enormen Weichzeichner, stört aber nicht wirklich. Was aber stört ist der Soundtrack. Ein beinahe 1:1 Klon von Gladiator und säuselt jault und jammert beinahe die ganze Spielzeit aus den Boxen. Anfangs passt es zwar aber nach einer gewissen Zeit hat man es schlichtweg gehört. Das gleiche gilt auch für die Tortur selber. Hab ja kein Problem mit Blood and Gore, aber was hier geboten wird ist ne Zumutung. Mel Gibson arbeitete wohl nach dem Motto, "Mehr mehr mehr". Mehr Blut, mehr Fleischfetzen, mehr Leiden und mehr Tränen. Aber mir wurde es schlichtweg langweilig. 15 Minuten auspeitschen. Zuerst mit Stöcken dann mit Haken, so what, nach 5 Minuten hat man es gesehen. Das gleiche gilt für den langen Marsch zum Hinrichtungsplatz. Obwohl es gespickt ist mit Flashbacks dauert es Ewigkeiten und verkommt schlichtweg zur Schlaftablette. Da kann auch das unmotivierte einblenden des Glatzenteufels nicht viel helfen, der böse ins Bild guckt. The Passion of the Christ oder auch Leiden kann man kaufen. Gibson wollte wohl in seinem Kreuzzug demonstrieren wie Jesus für die Menschen gelitten hat und wie dankbar man ihm sein soll. Wer sich damit befasst hat und daran glaubt, wird sich wohl bestätigt fühlen. Ich, der damit überhaupt nichts am Hut hat, bleibt der Film eine absolut fragwürdige, langfädige und überflächliche Blutorgie die eindeutig die Juden als Hassfigur Hochschraubt. Obwohl am Ende doch Reue eintritt, wird der aufgebaute Groll kaum aufgehoben. Fazit: Kann nur sagen, Wer was mit Religion am Hut hat, wird sich wohl bestätigt fühlen, anderen kann ich getrost raten Finger weg! |
Zitat Skynet (2006-01-23 01:16:20)
Ne, bestimmt nicht. Zitat Skynet (2006-01-23 01:16:20)
Naja... Gibson hält sich mehr oder weniger genau an die biblische Vorlage des Passionsberichtes (obwohl man streng genommen gar kein einheitliches Bild zeichnen kann, da es einige Unterschiede in den Berichten gibt). Das Problem ist aber leider, dass in den Evangelien selbst schon der Antisemitismus beginnt. Gibson trägt allerdings noch dazu bei, indem er die Anklage Jesu durch die Juden als grosses, öffentliches Ereignis inszeniert, an dem sich jeder beteiligen kann. Wahrscheinlich ist es eher so gewesen, dass einige wenige Hohepriester die Pläne schmiedeten und Jesus von ihnen verhört wurde, um Anklagepunkte zu finden, die für die Römer Grund genug waren Jesus zu kreuzigen. Warum wohl hatte man Jesus in der Nacht unter Ausschluss der Öffentlichkeit verhaften lassen? Natürlich um kein Aufsehen zu erregen und einem Aufstand vorzubeugen. Jesus hatte viele (jüdische!) Anhänger, die ihm nachfolgten. Eben nicht nur seine Jünger. Zitat Skynet (2006-01-23 01:16:20)
Und ich kann nur noch einmal wiederholen: Das Problem beginnt ja bereits damit, dass man, wenn man über Jesus spricht, nicht einfach einen Aspekt ins Auge fassen kann und den Rest ausklammert. Das zu tun ist einfach nur dumm. Mel Gibson hat wahrscheinlich zur Vorbereitung auf den Film nur die Passionsberichte gelesen und sich den Rest aufgespart für später. Die vier Evangelien haben sich so sehr bemüht Jesus mit all seinen Facetten (wenn auch immer unter bestimmten theologischen Sichtweisen) nachzuzeichnen und dann kommt Herr Gibson und fabriziert so etwas wie "The Passion". Man kann echt nur den Kopf schütteln oder gleichgültig wegblicken über so viel Unverständnis... |

