Forum Movies - Reviews: DVDs & Blu-rays
Beitrag Lichter
Lichter oder: Deutschland - der Silberstreif am Horizont Lichter wurde im Jahre 2003 mit der "Silbernen Lola" (Deutscher Filmpreis) für den besten Spielfilm und auf der "Berlinale" mit dem Preis der internationales Filmkritik ausgezeichnet. Tatsächlich hat "23"- und "Crazy"-Regisseur Hans-Christian Schmid ein realistisch bedrückendes Drama geschaffen, das es schafft menschliche Verzweiflung und Hoffnungslosigkeit ungeschminkt zu vermitteln. Der Film lebt von seinen Darstellern, ob deutsche Kinostars wie August Diehl und Maria Simonl oder die unbekannten deutschen und osteuropäischen Schauspieler. Alle spielen ihre Rolle mit realistischem Ausdruck, der Ängste und Verzweiflung, aber auch Hoffnung und Sehnsüchte offenbart. Willkommen in der Wirklichkeit - der Untertitel des Films wurde von Regisseur Hans-Christian Schmid überzeugend verwirklicht, denn die Geschichten, die hier nebeneinander ablaufen, sind bittere Realität an der (ehemaligen) Grenze zur EU. Der Film ist vollkommen desillusionierend, scheinbare Hilfsbereitschaft wandelt sich zu selbstsüchtiger Bereicherung, jeder stielt und betrügt. Auch die, denen geholfen wird, sind nicht frei von Schuld - so klaut Kolja beispielsweise Sonja, die ihn über die Grenze schmuggelt noch die Fototasche, um für seinen Bruder Bilder vom Potsdamer Platz in Berlin machen zu können. Wenigstens diese Szene hätte man anders enden lassen können, zum Beispiel damit, dass er ihr nach den Aufnahmen die Tasche zurück bringt. So ist der Film durch seine Schonungslosigkeit nichts für schwache Gemüter und keineswegs leichte Kost für einen gemütlichen DVD-Abend. Ebenfalls ein leichtes Manko ist die unruhige Kameraführung von Nachwuchskameramann Bogumi Godfrejow, die einerseits keine Bewegung auslässt, mir andererseits wörtlich in den Magen gefahren ist. Die Problematik um die illegalen Grenzübergänge wird durch die 30-minütige Dokumentation "An der Grenze" von WDR/3SAT ausführlicher besprochen. Erweitert wurde die DVD ebenfalls durch ausgewählte Filmografien, Interviews, einem Audiokommentar der Regisseur und des Autors, einem Making Of, zusätzlichen Szenen und einer Fotogalerie. Zusätzlich dazu gibt es die obligatorische Programmvorschau mit unterschiedlichsten Trailern. Die Realität ist leider oft so wie sie hier abgebildet wird, dennoch hätte dem Film ein wenig Optimismus nicht geschadet. Nach der EU-Osterweiterung jedenfalls hat sich das Problem in Frankfurt an der Oder erst einmal erledigt - bzw. verschoben - in Richtung Osten. |

