Forum Movies - Reviews: Kino
Beitrag Te doy mis ojos
Te doy mis ojos oder: Szenen einer Ehe Bim Spanischen Filmpreis 2003 hat Te doy mis ojos gleich sieben Preise eingeheimst und war somit der absolute Abräumer. Und tatsächlich ist Regisseurin und Autorin Icar Bollain mit ihrem dritten Film ein wunderbar berührendes Werk gelungen. Die Darsteller sind erste Klasse. Allen voran Laia Marull und Luis Tosar als zerstrittenes Ehepaar. Man leidet und liebt mit ihnen und hofft, dass sie in Lösung finden oder sich endlich trennen. Der Zeigefinger wird hier nicht erhoben. So zeigt die Regisseurin beide Seiten der gescheiterten Beziehung. Antonio ist nicht einfach der böse Schläger, der seine Frau missbraucht sondern ein psychisch labiler Mann mit zu wenig Selbstvertrauen, dessen Angst seine Frau zu verlieren ihn zu diesen grauenhaften Taten treibt. So fühlt man stellenweise sogar Mitleid für ihn und kann dadurch beinahe nachvollziehen, weshalb Pilar sich so schwer von ihm lösen kann. Und obwohl das ernsthafte Thema des Filmes feinfühlig behandelt wird gibt es durchaus auch humoristisches zu geniessen. So sind die Besuche Antonios in der Gruppentherapie eine köstliche Auseinandersetzung mit den gängigen Geschlechterklischees und die leicht überzeichnete, traditionsbewusste Mutter Pilars lädt auch zum Schmunzeln ein. Passende Musikuntermalung und eine ästhetische Bildregie runden diesen Kinogenuss ab. Doch leider hätten dem Film einige Schnitte gut getan, denn er zieht sich teilweise etwas in die Länge. So hat man bei manchen Szenen das Gefühl, sie doppelt gesehen zu haben, was nicht nötig gewesen wäre. Es bleibt aber ein bewegendes, hervorragend gespieltes Liebesmelodram welches man nicht verpassen sollte. Wer jedoch 5 Minuten zu spät in die Vorstellung kommt verpasst den schweizer Kurzfilm Busenfreundinnen, der als Vorfilm gezeigt wird. Ob das schlimm ist, ist ebenfalls auf OutNow nachzulesen. |
Ich fand den Film total gut! Überzeugende Schauspieler, eine Geschichte die mich an meine Familie erinnert, (mein Fater muss auch ab und zu was kaput schlagen, hatt aber zum Glück meine Mutter nie angerührt.) |
Der Film ist einfach irgendwie total realistisch: Keine absolut bösen oder guten Menschen, keine übergestylten Schönheiten, Gewalt in einer -leider- sehr echten Form. |

