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Beitrag Murder in the First

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Murder in the First oder: Wider die Unmenschlichkeit


Alcatraz war schon Handlungsort vieler vieler Filme (u.a. The Rock mit Sean Connery und Nicholas Cage), genau wie San Francisco. Da Alcatraz eine Gefängisinsel ist, kann man hier praktisch nur Filme über das Gefängis selbst drehen - was mit diesem Streifen hier eindrücklich bewiesen wird. Die jetztige Touristen-Attraktion, heute von Millionen Menschen besucht, war einst ein brutales Gefängnis für Schwerverbrecher, auf dem sadistische und grausame Folterungen zum Alltag gehörten.

Der Fall Henry Youngs, nach dem Murder in the First gedreht wurde, war der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen gebracht hat - und im Endeffekt die Schliessung des Gefängnisses zur Folge hatte. Gefoltert, bei Wasser und Brot wie eine Ratte in einem dreckigen Kellerloch gehalten wurde Young ohne jeden Grund von den Wärtern und dem Direktor als menschlicher Punchingball benutzt und je nach Lust und Laune gefoltert oder ihm mal eben die Achillessehne durchgeschnitten.

Aus seinem Loch, in das so gut wie kein Licht kam und das ungefähr so gross war wie eine Toilette in jedem x-beliebigen Restaurant, wurde er pro Jahr (!!!) 30 Minuten an die frische Luft gebracht um anschliessend wieder eingesperrt zu werden. Überlebt hat er das alles durch pure Willenskraft und seine (zumindest zeitweise) Rettung hatte er einem jungen und unerfahrenen Anwalt zu verdanken, der sich kräftig für ihn ins Zeug legte.

Diese Geschichte ist es wert, verfilmt zu werden. Es gibt ja so einiges an Filmen, die die Menschheit nicht wirklich braucht, aber die besten Storys schreibt noch immer das Leben. Und eine solche muss man praktisch verfilmen.

Mit Christian Slater, Gary Oldman und vor allem Kevin Bacon ist vor knapp 10 Jahren (der Film wurde 1994 gedreht) eine Topriege an Schauspielern angetreten um der Geschichte Leben einzuhauchen. Überzeugend, wahnsinnig authentisch und unter die Haut gehend wird der Leidensweg Henry Youngs gezeigt. In ausdrucksstarken und zum Teil herzzerreissenden Bildern fühlt man mit und bekommt einen wahren Hass auf die Obrigkeit, die es so lange versäumt hatte, die Umstände auf Alcatraz zu klären. Gerade in einer Zeit, als die USA sich im Vorstadium eines Krieges gegen einen rassistischen Diktator befanden, wurden solche Umstände im eigenen Lande schön leise unter den Teppich gekehrt.

Dass Young nur fünf $ geklaut hatte und trotzdem mit lauter Schwerverbrechern auf Alcatraz eingeliefert wurde ist schon mal der erste Schrecken. Dass er nach einem missglückten Ausbruchsversuch dann fast 3 Jahre in einem Loch verbringen muss, das vom Staat Einzelhaftzelle genannt wird und in das man höchstens 19 Tage eingesperrt sein darf, ist der nächste Schock.

Alles in allem ist es dieser Film wirklich wert, gesehen zu werden. Für solche Streifen sollte man sich Zeit nehmen und danach kräftig drüber nachdenken, was man eigentlich über Gefängnisse weiss. Dass die Amerikaner (aber nicht nur die!) in Foltermethoden einigermassen versiert sind zeigen nicht nur diverse Filme sondern leider zur Zeit auch die Realität. Von daher ist der Film leider wieder hochaktuell. Schaut ihn euch einfach an ...

Die DVD verfügt nur noch über ein Sprachenmenü ... sehr schade, da hätte man wirklich mehr rausholen können.

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Mandella's Wertung: 6 Sterne

etwas zu schwarz-weissmalerisch so ala hedwig courts-mahler....

papp's Wertung: 4.0 Sterne

Definitiv sehr eindringlicher und erschreckender Film. Kevin Bacon spielt einen aussergewöhnlichen Part, unglaublich real und nachvollziehbar. Bacon allein hat gereicht, um bei mir etliche Male das Schaudern auszulösen. Die Geschichte kommt zwar nur langsam in Fahrt, doch mit der Zeit fühlt man sich mittendrin. Die Gerichtsverhandlungen sind zudem sehr spannend in Szene gesetzt und wünscht sich endlich ein faires Urteil für den Gepeinigten. Ein Film, der zum Nachdenken anregt. Ein Film über ein schreckliches Leben, dass in einem "Triumph" endet. Höchst anspruchsvoll und unglaublich authentisch.

yan's Wertung: 5.0 Sterne


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