Forum Movies - Reviews: Kino
Beitrag Pieces of April
Pieces of April oder: Truthahn Essen schwer gemacht Katie Holmes spielt April launenhaft wie der Monat des gleichen Namens. In Pieces of April begleiten wir sie einen Tag lang und erfahren auf die Dauer bruchstückhaft immer mehr von der New Yorkerin. Sie ist doll verliebt in Bobby, der sie sogar mit Kleidern unter die Dusche reissen darf. Weniger liebevoll wird mit ihr in der Familie Burns umgesprungen, die sich eher aus Zwang denn aus richtiger Freude zum Erntedank-Familienschlauch in den Kombi zwingt, um in die grosse Stadt zu fahren. Dort wohnt April in einer heruntergekommen Multikultimietskaserne und versucht den Truthahn für den Festschmaus herzurichten. Nicht nur Hobbyköchen werden dabei beim Zuschauen der Küchenaktivitäten die Haare zu Berge stehen. Auf der Autobahn vor den Toren des Big Apples entwickelt sich unterdessen der ganz normale Familienwahnsinn. Mutter Joy (Patricia Clarkson), Vater Jim (Oliver Platt), Oma Dottie (Alice Drummond), Schwester Beth (Alison Pill) und der Bruder Timmy (John Gallagher, Jr.) kommen sich in die Haare. Herausragend dabei ist Patricia Clarkson als verbitterte Mutter, die ihre Brustkrebserkrankung mit morbidem Humor und Joints zu bewältigen versucht. Eine schwierige Gratwanderung zwischen Liebenswürdigkeit und Grobheit. Sie wurde zurecht für den Oscar nominiert. Durch den Ausfall des Ofens hat April ausserdem mit den Tücken der Anonymität eines Wohnblocks zu kämpfen. Ein Nachbar ist kauziger als der andere: die Asiaten, die kein Wort verstehen, der neurotische Jüngling, der verwahrloste Katzenfan und die militante Veganerin. Urkomisch sind aber das afroamerikanische ältere Pärchen Evette (Lillias White) und Eugene (Isiah Whitlock, Jr.). Wenn sich April mit ihrem "Problem” bei ihnen an der Türe meldet, gibt's einen köstlichen Twist. Wie gross können die Probleme im privilegierten Leben eines weissen jungen Mädchens schon sein? Mit weiterem Augen verdrehen reagieren die beiden Feinschmecker auf die kulinarischen Fehlleistungen Aprils. Richtig schön eingefangen von Drehbuchautor und Regieneuling Peter Hedges. Ein solches Pärchen sieht man selten im Kino. Die Handlung kommt dann aber erstaunlich schnell zum versöhnlichen Schluss. Mit Schnappschüssen des Festmahls wird man aus der wieder heilen Welt der Familie Burns herausspediert. Ob den Filmemachern das Geld ausging...? Denn Pieces of April war ein filmischer Schnellschuss. In nur gut zwei Wochen mit Digitalkamera abgedreht kamen Wackelbilder heraus, die dem ganzen einen dokumentarischen Touch geben. Fans von Dogma-Filmen werden sich sicher heimisch fühlen. Und Katie Holmes hat einen weiteren feinen Film auf ihrem Resumé, der sie von der Rolle der Joey aus Dawson's Creek wegbringen soll. |
Ich fand den Film witzig und spritzig. Allerdings denke ich, dass der Film beabsichtigt mit Schnappschüssen endet, da das Ende so weniger kitschig wirkt und jeder Zuschauer sich seine eigenen Gedanken über die Art und das Ausmass der Versöhnung machen kann. |
Sehr beeindruckt hat mich die inverse Erklärung, warum sich die Mutter so psychotisch verhält und andauernd zur nächsten Toilettenschüssel springt, um sich zu übergeben. Der eigentliche Grund dafür... wurde erst nach einer geraumen Filmweile gezeigt. Ein sehr empfehlenswerter Film. Holmes mal nicht in dieser "Schätzchen"-Rolle wie in Dawson's Creek. |
Zitat nd (2004-03-18 18:59:32)
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Zitat sj (2004-04-22 14:35:51)
LoL ^^ ihr seid schon lustige Vögel. [Editiert von 'Gh05tF4c3' am 22 Apr 2004 16:39:06] |
Der Film hatte ein gutes Tempo. Spektakulär ist er sicherlich nicht, doch das scheint er auch nicht sein zu wollen. Katie Holmes mag ist seit je her. Sie ist zwar nicht ganz so grosssartig wie in 'Wonder Boys', doch lässt sie ihre frühen Horror-Rollen meilenweit zurück. Also. Solide. Interessant. Nicht innovativ. |
wow, dieser film hat mich echt mitgerissen. mit einer teilweise makaberen, grotesten komik, aber gleichzeitig auch tragisch-melanchlisch... es werden dinge thematisiert, die immer tagesaktuell sind: rassismus gegenüber dem freund, das krebsleiden der mutter oder die amnesie der grossmutter. nur das ende ist mir zu gekünstelt. da war wohl der wille nach einem happy end allzu dominant.... |
Zitat com (2004-05-19 10:53:14)
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Der Film hat mir sehr gut gefallen, obwohl ich den eigentlich ungewollt gesehen habe. Zufällig zur rechten Zeit Teleclub eingeschaltet und dann bis zum Ende bei diesem Film hängen geblieben. Der Schluss kam dann irgendwie ein bisschen gar schnell, ansonsten super Charaktere und schräge, witzige Szenen und auch einige, die zum nachdenken anregen. Vorallem wenn man sich ebenfalls als schwarzes Schaf der Familie vorkommt. ;) |

