Forum Movies - Reviews: Kino
Beitrag Hidalgo
Hidalgo oder: Seabuisquit meets Lawrence of Arabia Neo-Western scheinen Hochkonjunktur zu haben in diesem Frühling. Nach Cold Mountain und The Missing gibt es bald ein Wiedersehen mit Kevin Costner hoch zu Ross in Open Range. Joe Johnstons Hidalgo fällt insofern aus dem Rahmen, weil er dem Teil der Kritiker Wind aus den Segeln nimmt, welche die Ansicht vertreten, die US-amerikanische Filmindustrie versuche mit dieser Rückbesinnung auf die uramerikanische Filmgattung, von aktuellen Problemen abzulenken. Denn die Geschichte um den Mustang Hidalgo führt uns erstaunlicherweise direkt in den Nahen Osten. Araber treten sonst höchstens in Form von Pferden in Cowboyfilmen auf. Drehbuchautor John Fusco behauptet, seine Geschichte basiert auf Erzählungen von Frank T. Hopkins, der 400 Geländeritte für sich entschieden haben soll, darunter auch sein berühmtester Sieg im Rennen durch den "Ozean des Feuers". Arabische Experten und die Pferdenarren der Long Riders' Guild zweifeln, ob es dieses Rennen jemals gegeben hat, geschweige denn eine 1000jährige Tradition vorweisen kann, wie im Film behauptet wird. Nicht einmal für Buffallo Bill soll Hopkins tätig gewesen sein. Wenn der Film sonst Spass macht, kanns dem Zuschauer egal sein. Ganz nach dem Philosophen Giordano Bruno. Se non è vero è ben trovato. Und der Realität der Spannung Willen ein bisschen nachzuhelfen, gehört in Hollwood zur Tradition. Um dem Publikum den verzeihlich stimmenden Spass zu vermitteln, hätte Regisseur Joe Johnson, den Film aber ein bisschen flotter zu Hidalgos siegreichem Ritt über die Ziellinie führen sollen. Eine weniger langatmige Einführung der Figur von Hopkins in der Neuen Welt hätte dem Film zu mehr Drive verholfen. Bis zur Ankunft in Arabien begegnet der wortkarge Naturbursche, perfekt verkörpert von Viggo Mortensen, einigen Figuren, die man getrost hätte weglassen können. Fusco lag wohl viel daran, möglichst viele Aspekte der Biographie Hopkins in den Film zu packen. Endlich in Arabien angekommen, muss man sich aber weiter gedulden bis zum Rennen. Zuerst wird Hopkins ein Ziegenhirt als Gehülfe zur Seite gestellt, der für die komischen Momente sorgen soll, die Familiensituation des Scheichs muss geklärt und die Frauen vorgestellt werden: Eine blonde Societylady (Louise Lombard), die nichts in der Wüste verloren hat und Jazira (Zuleikha Robinson), die ihre ungestüme Rebellion gegen die patriarchalische Gesellschaft für fast die gesamte Länge des Film hinter einem Schleier verstecken muss. Nur um der zwei grossen dunklen Augen willen, hätte man auch Bianca Sissing engagieren können. Renn- und Kampfszenen sind, wenn sie dann mal endlich gezeigt werden, erfrischend altmodisch. Joe Johnston hat das Visual Effects Handwerk noch bei Raiders of the Lost Ark gelernt. Das merkt man. Staubige Faustkämpfe statt allzuviele CGI Effecte. Ganz ohne ging es dann trotzdem nicht. Richtig spektakulär sind sie, wenn die Leoparden auf Hidalgo gehetzt werden. So hätten die Tiger in The Gladiator animiert werden sollen. Der Mustang, der dem Film auch den Titel gibt, macht seine Sache gut. Es ist kein Superpferd à la Fury. Seine Kamerapräsenz ist aber erstaunlich. Er kann durchaus mit Omar Sharif mithalten, der die Erinnerungen an Lawrence of Arabia wachhält. Schlussendlich bleibt Sharif aber das einzige Element, das Hidalgo mit dem Klassiker verbindet. 3 ½ Stunden dauert der mittelmässige Karl May Abklatsch nur zum Schein. Ein halber Stern Abzug gibts, weil die Story als wahre Geschichte verkauft wird. |
Zu diesem Thema wurden insgesamt 34 Beiträge geschrieben.
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Den Film haben doch nun bereits einige gesehen. Könntet ihr ned ev. noch ein kleines Feedback abgeben? |
Film läuft erst ab morgen in den regulären Vorstellungen. Also, warte bis morgen abend oder Freitag morgen. Dann kommt (immerhin von mir) was.... |
Zitat muri (2004-04-07 07:09:59)
Ist in Ordnung. |
Zitat rm (2004-03-11 23:48:00)
?????????? |
Zitat ma (2004-04-07 11:46:34)
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Ja, das "Nur zum Schein" hat mich ein bisschen irritiert, das hab ich als "Hidalgo dauert nur 3.5h weil Lawrence auch so lange war" gelesen. |
denke, dass der grund der langen einführung darin lag viggo mehr als |
Ein echt guter Film, der nach dem Anfang stark an Tempo zulegt. Die Szenen sind zwar teils etwas comichaft, aber werden dafür auch nicht bitterernst genommen. Dass man die ganze Zeit denken soll, es sei eine wahre Geschichte nervt wirklich ein bisschen, aber Lichtspiele und dergleichen entschädigen dafür. |
Hat mir sehr gut gefallen. Anfänglich ein wenig sparsam mit Tempo und nach Tiefe der Charaktere suchend, geht die Post mit dem Startschuss in der Wüste doch recht ab. Schöne Landschaftsbilder, exotische Figuren, hinterlistige Gegner, schöne Frauen und eine Chemie zwischen Ross und Mann, die wirklich zu unterhalten weiss. Leider macht der Film den gleichen Fehler wie viele andere überlange Hollywoodproduktionen auch. Er wird nicht fertig... Er läuft sich am Schluss zu Tode... Warum muss man bloss immer noch eine Viertelstunde anhängen, die den Genuss der vorherigen Bilder wieder schmälert? Lernen's die Hollywoodianer nie? Viggo Mortensen hat eine dankbare Rolle für einen Pferdeliebhaber ergattert. Viel reiten, ein paar lustige Sprüche und ein bisschen Action. Zudem hat halt Omar Sharif die Leinwand jederzeit im Griff, wenn sein Scheich aller Scheiche diese betritt. Guter Film. Ein wenig zu lang, aber trotzdem sehr unterhaltend und (nach Lesung der Kritik von rm) besser als erwartet. Achja, die Leoparden fand ich irgendwie blöd animiert... |
Hidalgo, der zähe Mustang und Viggo, die tiefgründige Promenadenmischung - was für ein Paar! Nach der Lektüre von rms Review zögerte ich, ob ich mir den Film mit dem berühmten LotR-Darsteller aka Aragorn aka Viggo Mortensen wirklich noch ansehen sollte; zu hohe Anforderungen? Naja, ich tat es und wurde gut bis sehr gut unterhalten! Ja, der Film kommt szenenweise kitschig rüber, doch das schadet m.E. weder der Story noch der Darstellung. Die Dialoge sind zum Teil recht humorvoll und Hidalgo gibt in "akward" Situationen seinen Senf mit einem gekrümmten Hals zum Besten - intelligentes Vieh. Omar Sharifs Auftritte haben mir sehr, sehr gut gefallen. Er und Viggo passen - als zusammengewürfeltes Couple - hervorragend zusammen. Es gibt noch so viele schöne, gute Details... sehenswert! |
war gestern drinne und - naja - ich hab nicht allzu viel erwartet und war dann doch im Grossen und Ganzen positiver überrascht als ich's vorgesehen hatte Die 20 Minuten bis zum Start des Rennens haben mich a) an den Last Samurai Anfang erinnert (nur das er besoffen geritten statt rumgeballert hat Dan hat man also da den klassischen Bad Guy den du grad noch vor dem Start kennenlernen darfst wie auch die holde zu rettende Schönheit Fazit: Kein schlechter unterhaltsamer Film wenn man Lust auf vorhersehbare Western Geschnulz hat: - Vigo ist 3/4 Marlboro Man Spoiler zum Lesen Text markieren
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hab gedacht der film sei scheisse, wurde aber eines (ziemlich) besseren belehrt. alles in allem is der film ne gute unterhaltung. die bilder sind schlicht atemberaubend (auch für nicht-pferdefanatiker wie mich), die wüste und ihre bewohner schön exotisch. minuspunkt: der ami is die einzige moralisch intakte person (von der prinzessin mal abgesehn), sowohl die orientalen und auch die europäer sind im film intrigant und verlogen. wer is der einzige, der das recht und die tugend auf seiner seite hat? jaja, der lonesome ami. naja. is durchaus sehenswert. für pferdeliebhaber sowieso. |
Zitat rm (2004-03-11 23:48:00)
Finde ich stark übertrieben - hat doch nichts mit dem Film zu tun. Zudem heisst es, dass der Film auf einer wahren Geschichte basiert. Und wie entsteht so eine Geschichte? Durch viele Erzählungen! Und dadurch kann natürlich nicht sichergestellt werden, dass sich die Geschichte 1:1 so zugetragen hat. Müsste man demnach Passion of the Christ auch einen halben Stern abziehen weil der auf einer wahren Geschichte beruht? Ich glaube wohl kaum, dass sich Gibsons Erzählung 1:1 so abgespielt hat. Der Film selber hat mir sehr gut gefallen. |
was rm sagen wollte: "es heisst es beruhe auf einer wahren geschichte... aber dem ist nicht so, darum einen halben abzug." |
Und wer sagt, dass dies nicht stimmt? Ich habe in einem Interview gelesen, dass dies eine alte Geschichte sei und durch die vielen Erzählungen vielleicht ein wenig verdreht wurde. Aber dennoch basiere sie auf einer wahren Geschichte. |
Wie in der Review geschrieben, sind es die Pferdenarren der Long Riders' Guild, die eifrig Zeitungsberichte sammeln, die die Hidalgo-Geschichte als Humbug darstellen: http://www.thelongridersguild.com/hopkins.htm Damit auch die Gegenseite zu Wort kommen darf. Hier noch der Link zur Frank Hopkins Tribute Site: http://www.frankhopkins.com/ Wer wem glauben soll, ist jedem selber überlassen. |
Stimmt, ist jedem selber überlassen. Aber ist das ein Grund für einen Wertungsabzug? Ist egal, wollte es nur angesprochen haben ;) Gruss Stefan ps. rm, weshalb gibst du dem Film jetzt "nur" noch 3 Sterne? Im Review steht 4 Sterne - 0.5. |
Zitat sj (2004-04-13 11:00:54)
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Also wenn ich mal wieder meine unmassgebliche Meinung zu dem Film ablassen darf: Schwach. Schwach. Schwach. Schwacher als Cold Mountain. Fällt mir jetzt als einziges als Vergleich ein- beides relativ neu. |
Hmm.. was kann man bloss dem Film für eine Wertung geben.. |
Toller Film, hat mir Spass gemacht! |
Zitat ma (2004-04-20 09:11:38)
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Ich finde diesen Film echt super mega cool!! Er gefällt mir, weil er tolle charakter hat, manchmal auch lustige Personen. Viggo war auch mega gut |
fand den film sehr schön :) vor allem die pferde und viggo mortensen, obwohl dieser kein hauptgrund war sich den film anzuschaun ;-) fand die blonde teilweise total nervtötend und die szenen mit ihr waren die langweiligsten, aber auch sonst waren einige durchstrecken dabei, die mich komischerweise ned störten obwohl ich sie sehr stark bemerkte, aber naja vielleicht war ich durch die pferde so abgelenkt *gg* auf jeden fall hats spass gem8 aber nochmal schaun würd ich ihn ned wollen, da er für die stoy doch zulang is |
Am Anfang fand ich den Film langweilig, aber als dann das Rennen angefangen hat, musste ich meine Meinung ändern. [Editiert von 'socorro' am 10 Jan 2005 21:32:41] |
Um gleich mit ein paar Adjektiven um mich zu schmeissen: Ruhig, angenehm, sympathisch. Und auch wenn zeitweise kaum was passiert, wird der Film nicht langweilig. Dazu kommen viele tolle Schauspieler, schöne Drehorte, netter Tiefgang und viele Rössli, die (nicht nur) Pferdenarren entzücken. Als Fazit ein kleiner Vergleich: Auf meinem Flug nach Vancouver war ich bei "Hidalgo" von Anfang bis Ende voll bei der Sache, während mich "Shrek 2" nach nicht mal der Hälfte sanft einschlafen liess :) |
Ein Ami der anderen (in ihrem Land) den Meister zeigt. Ist doch gar nicht so abwegig? Das heisst noch nicht, dass bei der Ausstattung der Story nicht noch ein wenig nachgeholfen wurde... Wunderschöne Bilder, interessante "Kulturvermischung" (Cowboy vs. Tuareg), schöne Action - Szenen und eine gute Besetzung auf der einen Seite, auf der anderen Seite gewisse Längen (abgesehen von der Filmlänge) und eine dünne Story (bei 3.5 Stunden..). |
Zitat <Juan> (2005-01-10 19:06:49)
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Ich hab mich wohl verhauen! Ich meinte damit einfach die Gefolgschaft des Scheich's (Omar Sharif). Für mich sind (waren) die Tuareg die Ureinwohner des Orients... Ich bin geschichtlich nicht so bewandert, Sorry für den Fehler! |
naja, hat mich nicht überzeugt. Träge Routine mit schönen Bilder und viel Viggo Mortensen und das sehr in die Länge gezogen mit ein paar aufgesetzten Intrigen. Wem Rösserfilme und Mortensen gefallen, wird der Streifen wohl zusagen, mich hat er nicht überzeugt. |
Hidalgo ist ein visuell gut umgesetzter Abenteuerfilm, doch die schauspielerischen Leistungen lassen viel zu wünschen übrig. Omar Sharif macht den Job noch am besten, doch der Rest (inkl. Viggo Mortensen) tut sich mit dem eh schon nicht ganz so tollen Drehbuch ziemlich schwer. Wer nicht auf eine handfeste Story, aber auf schöne Wüstenbilder und schiessende und schwertkämpfende Araber wertlegt, der ist mit diesem Film gut bedient. Spoiler zum Lesen Text markieren
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Schlecht fand ich den Film nicht, aber umgehauen hat er mich auch nicht. Vielleicht auch weil ich auf solche Pferdefilme nicht so stehe, oder weil die Story an sich nicht die spannendste war |
Schlecht würde ich den film nicht bezeichnen. er hat ein paar gut szenen und teilweise schöne aufnahmen (wüste und so...) Aber der schluss war mir zu kitschig: [Editiert von mr.wolf am 2008-08-17 11:56:22] |

