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Alien oder: In space, no one can hear you scream


"In space no one can hear you scream" lautet die Tagline zu Alien, die im Trailer und auf dem Plakat angewendet wird, um für den Film zu werben. Die zwei Schlüsselbegriffe "Space" auf der einen und "Scream" auf der anderen Seite, machen klar: Hier wird Science-Fiction Horror geboten - und das auf höchstem Niveau. Für viele ist das Science-Fiction Genre selber ein Horror. Oft verkommt die Fiktion, die auf wissenschaftlichen oder pseudowissenschaftlichen Annahmen basiert, zu einer etwas weltfremden Geschichte um Heerscharen von obrigkeitshörigen Rassen in Uniformen mit asymmetrischen Reisverschlüssen, die durch ferne Galaxien tuckern.

Ganz anders bei Alien. Auf dem Versorgungsschiff Nostromo befinden sich etwas verdreckte Protagonisten, die sich in eine Zweiklassengesellschaft der fleissigen Handwerker und intellektuellen Kopfmenschen unterteilen lassen. Sie essen zusammen, lachen zusammen, man raucht an Bord und tut ganz einfach seine Arbeit. Ridley Scott hatte "Lastwagenfahrer im Weltraum" im Sinn, als er sich die Crew der Nostromo vorstellte. Und wenn sie nicht im Hyperschlaf auf einem Raumschiff wären, könnte man meinen, sie führten ein ganz normales Leben. Und das ist für eine Science-Fiction-Film ganz erfrischend.

Nicht neu für das Genre ist die Bedrohung durch Monster. Der achte Passagier, wie das Alien in der spanischen Fassung heisst, ist aber trotzdem bahnbrechend in seiner Bösartigkeit. Es durchläuft mehrere Lebenszyklen, hat ätzende Säure als Blut und ausser vor Feuer eigentlich vor nichts Angst. Zudem sieht es auch noch grossartig aus. Der Bündner H.R. Giger hat ganze Arbeit geleistet beim Entwerfen der der Lebensform und der Planetlandschaften, in denen es sich einnistet. Ein biomechanischer Körper, halb Mensch halb Tier, dem man eine gewisse Phallusartigkeit nicht absprechen kann. Das Biest kann sich dadurch seiner Umgebung hervorragend anpassen. Zum Teil verschwindet es richtiggehend in den Wänden des Raumschiffes. Die Szene mit seinem ersten Auftritt als erwachsenes Exemplar, lässt einem das Blut in den Adern gefrieren und gehört zu den Klassikern des Horrorfilms. Leider haben die jüngeren Kinogänger diese Szene zuerst als Parodie aus "Spaceballs" kennen gelernt, was den Schockeffekt mindert. Aber wenn man bedenkt, dass Ende der siebziger Jahre im wesentlichen noch Männer in Gummianzügen für die Darstellung von Filmmonstern Standard waren, ist man umso mehr beeindruckt von der Qualität der Schockerszenen im Film. Erst wenn am Schluss das Alien aus dem Raumschiff katapultiert wird, ist die Trickserei allzu offensichtlich.

Ein weiterer Clou ist Sigourney Weaver als Leutnant Ellen Ripley. Sie läutete acht Jahre nach der Einführung des Frauenstimmrechts auf Bundesebene, die Ära der starken, selbstbewussten Frauen auch im Weltall ein. Weaver verkörpert hier die mutige Frau, weit weg vom kreischenden Anhängsel, das die Szenerie anderer Science-Fiction-Filme bevölkert. Dass man dabei aber durchaus auch sexy sein kann, zeigt der letzte Kampf gegen das Biest, der in Unterhosen geführt wird. Ripley war ursprünglich nicht als Frauenfigur geplant. Neben dem Bordcomputer, der "Mutter" genannt wird, war dies ein weiteres feministisches Schnippchen, das Regisseur Ridley Scott den Genrekonventionen geschlagen hat.

Interessant ist der Filmtitel Alien. Sicherlich ist dieser Film mitschuldig daran, dass der Ausdruck "Alien" zum Inbegriff für meist bösartige Ausserirdische wurde. Das englische Wort "alien", das ursprünlich nur etwas "fremdes" bezeichnete, bekam eine bedrohliche extraterrestrische Konnotation. Heutzutage sind Aliens omnipräsent und entführen sogar Menschen aus dem Mittleren Westen der USA.

Alien ist und bleibt ein grossartiger Film. 2003 ist der Film endlich wieder auf der Grosseleinwand zu sehen. Für viele das erste Mal. Pünktlich zum 25-jährigen Jubiläum erschien der Director's Cut, bei dem nur wenige Szenen angefügt worden sind. So wird dem Konflikt zwischen den beiden Frauen an Bord ein grösseres Gewicht gegeben, der Tod des ersten Besatzungsmitglieds ist blutiger und zum ersten Mal gibt es die famose Verpuppungsszene zu sehen, die mit drastischen Bildern zeigt, was das Biest mit seiner Beute anstellt. Der Director's Cut ist aber trotzdem weniger lang als die ursprüngliche Kinofassung, da Scott den Film gestrafft hat und an verschiedenen Stellen Kürzungen vornahm, um dem Sehverhalten des 21. Jahrhunderts gerecht zu werden. Absolut sehenswert sind beide Versionen.

Einen genauen Vergleich der beiden Fassungen bietet die im deutschen Sprachraum in diesen Dingen führende Webseite www.schnittberichte.com:
Vergleich Kinofassung - Director's Cut
Vergleich Director's Cut - Kinofassung

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rm's Wertung: 6 Sterne

Klassiker! 'nuff said! ;)

muri's Wertung: 6.0 Sterne

genau. einfach ein brillanter film der neue massstäbe setzte in sachen design UND perfektionswahn. ;)

pb's Wertung: 6.0 Sterne

Teil 1 und 2 gehören in die Sammlung jedes SciFi Fan. Sonst muss man wohl nichts mehr sagen ausser, dass Teil 3 und 4 Welten von Standart der ersten beiden entfernt ist.

Filmo's Wertung: 6.0 Sterne

Ich liebe vor allem die letzten 15 Minuten. Ganz ohne Dialog und unglaublich spannend!

ma's Wertung: 5.0 Sterne

Zitat groovekight (2004-03-11 11:24:00)

Im Kampf zwischen Ripley und dem Ash rollt Ash eine Zeitschrift zusammen und steckt sie Ripley in den Mund.

Warum macht er das?
Hab' ich da irgendwie 'ne FSK-16 Version aus der Videothek erwischt gehabt?


Ich nehm an Du meinst die Szene, wo Ash das Pornoheftli zweckentfremdet.

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Ripley fragt "Mutter" nach Methoden, das Alien zu beseitigen. Der Bordcomputer gibt ihr zur Antwort, dass wegen dem Spezialbefehl 937 nur der Wissenschafter an Bord, im Falle der Nostromo Ash, Zugang zu diesen Daten hat. Als Ripley wissen will, was der Spezialbefehl 937 bedeutet, erfährt sie, dass die Nostromo umgeleitet wurde, um den Organismus zu bergen und auf die Erde zurückzubringen. Koste es was es wolle. Das Wohlergehen der Crew ist dabei vernachlässigbar. "Crew extendable" heisst es auf dem Bildschirm. Ripley durchschaut Ashs böses Spiel und Ash, immer noch gehorsamst dem Befehl 937 verpflichtet, versucht mit den gerade herumliegenden Herrenmagazinen, die wahrscheinlich Parker oder Kane gehören, Ripley zu erwürgen. Kurz darauf erfahren wir als Zuschauer auch, dass Ash gar kein Mensch ist. Ein Mensch wäre nicht in der Lage, den Befehl 937 auszuführen.


Lesen bildet. Auch wenn es nur auf dem Bildschirm in einem SF-Film steht. :)
In der Synchro wird wahrscheinlich Ripleys deutsche Stimme laut vorlesen, wenn der Bildschirm in Grossaufnahme erscheint.
Dieser Plottwist ist nicht mal so unwichtig für den Film. Darauf basiert im zweiten Teil Ripleys Misstrauen gegenüber Bishop im speziellen und ihrer Ex-Firma im allgemeinen.

[Editiert von 'rm' am 11 Mrz 2004 14:16:00]

rm's Wertung: 6.0 Sterne

Danke fuer die Antwort.
Ich hatte jedoch eine andere Theorie gehabt:

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Warum sollte Ash Ripley auf so seltsame Weise erwuergen wollen?
Ash hat Riesenkraefte, schmeisst Leute durch die Gegend, es waere fuer ihn viel einfacher Ripley mit seinen Haenden zu erwuergen, als ihr ein zusammengerolltes Heft in den Mund zu stecken.
Ich dachte nun, da der Auftrag Ashs ist, die ausserirdische Lebensform zurueck zur Erde zu bringen, dass er in Ripley "was Ausserirdisches" reinfuellen will, und Ripley dann (in Stasis) zur Erde bringen wollte.

Nur sieht man im Film kein Anzeichen meiner tollen Theorie.:(

groovekight's Wertung: 6.0 Sterne

Zitat groovekight (2004-03-11 14:35:55)

Warum sollte Ash Ripley auf so seltsame Weise erwuergen wollen?


Es ist tatsächlich eine nicht sehr effiziente Würgemethode. Aber Ridley Scott hat sich folgendes dabei überlegt.

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Auch Roboter haben sexuelle Bedürfnisse von Zeit zu Zeit. Da Ash aber das entscheidende Tool (Size Matters!) zu fehlen scheint, dringt er auf diese Art und Weise in Ripley ein. Er soll diesen Traum schon lange gehegt haben.


Diese Freud'schen Untertöne sind auf dem Audiokommentar der Quadrilogie vom Regisseur so bestätigt worden.

rm's Wertung: 6.0 Sterne

Krass, das hab' ich mir vorhin auch so gedacht, wollt' es aber nicht einstellen.

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Das Porno-Heft als Phallus-Symbol, eh?

Dieser Audio-Kommentar:
Ist das eine Tonspur auf der DVD auf der Leute "aus dem Off" ihre Kommentare zum Film abgeben, waehrend der Film laeuft?

groovekight's Wertung: 6.0 Sterne

Zitat groovekight (2004-03-11 16:15:25)

Ist das eine Tonspur auf der DVD auf der Leute "aus dem Off" ihre Kommentare zum Film abgeben, waehrend der Film laeuft?


Genau. Beim Alien Audiokommentar von der Alien Quadrilogy sind die Leute: Regisseur Ridley Scott, Drehbuchautor Dan O'Bannon, der ausführende Produzent Ronald Shusett, Cutter Terry Rawlings und die SchauspielerInnen Sigourney Weaver, Tom Skerritt, Veronica Cartwright, Harry Dean Stanton, and John Hurt.

rm's Wertung: 6.0 Sterne

Kult.

Markus' Wertung: 5.0 Sterne

Alien

Alien kam vor über 20 Jahren in die Kinos und prägte unsere Kinokultur als einer der wichtigsten Filme. Wie auch seiner Zeit Terminator ist auch das Alien Zeitlos.

Die Hauptdarsteller sind eine Gruppe aus Weltraumtrucker, wie sie vom Regisseur bezeichnet werden, ein undisziplinierter Haufen, die weder mit Uniform noch mit viel Motivation dabei sind. Aus ist es mit der sterilen Umgebung von Star Trek. Keine hellen Gänge, keine Replikatoren und kein Beamen. Dreckige Gänge, unzumutbares essen. Dunkel und Düster ist das Schiff. Nichts vom schönen edlen gurken zwischen den Sternen

Wie sich die Geschichte entwickelt ist auch bekannt. Die zuerst etwas unscheinbare Ripley wird zum Leadcharakter und bildet so den Grundstein für die weiblichen Helden. Ohne dieser Film währe vielleicht Lara Croft gar nie möglich gewesen. Leider habe ich Sigourney Weaver seither nie überzeugend gefunden in einer Sweetheart rolle wie bei Dave oder so.

So aber zurück zu Alien. Der Film führt nach und nach das Alien ein und packt dann mit einer klaustrophobischen Umgebung und düsteren Atmosphäre. Es gibt kein entkommen und irgendwo da draussen ist das Alien. Scott macht es so schlau, dass man das Alien so gut wie nicht sieht, das macht es noch beängstigender. War auch gut so, denn das Plastikteil sah damals noch nicht wirklich überzeugend aus, das gleiche gilt auch für die Raumanzüge und die Sets. Zum glück haben sie vieles Dunkel gehalten, was die dürftige Qualität gut kaschiert und das mit der düsterem Atmosphäre überdeckt.

Aber Alien ist und bleibt Kult. Intensiv, blutig, duster und dreckig. In Space no one can hear you scream.

db's Wertung: 5.0 Sterne

Viel mehr kann man zu diesem Film jetzt auch nicht Schreiben. Wie viele hier schon geschrieben haben ist Alien ein Klassiker. Mir hat der Streifen enorm gut gefallen.

Die Atmosphäre fand ich schlichtweg brilliant. Man fühlt sich direkt mit den Schauspieler verbunden. Man ist eingesperrt, es gibt kein entkommen, der Tod steht schon fest. Der ganze düstere Look und die beängstigte Spannung zeichnen diesen Film ebenfalls aus. Die Schauspieler allgemein spielen ihre Rolle souverän. Da war ich doch überrascht als plötzlich noch der Name Ian Holm über den Bildschirm sauste.

Leider kann ich hier die volle Punktzahl nicht geben. Ich war vom Alien selber ein bisschen enttäuscht. Ich hätte mir mehr Screentime gewünscht.

Aber nunja darüber kann ich hinwegsehen und jedem sagen das Alien ein sehr guter Film ist. Ich hoffe nun das Teil 2 mich ebenso gut unterhalten kann. Der ja anscheinend noch besser sein soll. Freu mich jedenfalls schon.

()=()'s Wertung: 5.0 Sterne

Habe vor kurzem alle 4 Filme zum ersten Mal gesehen! Bin offensichtlich kein richtiger Sci-Fi-Alien-Fan da es bisschen lang gedauert hat ;):D, der erste Film ist älter als ich :D!!
Die ersten beiden Filme haben mich sehr überzeugt, der dritte Na ja, und der 4. fand ich gar nicht Mal so schlecht!

Etwas witzig, finde ich, dass das Aliens am Schluss ins All gesaugt werden! Diese Luftschächte sind ja wirklich praktisch :D! Bei Teil eins war das ja noch gut und neu! Konnte man sich da nichts anderes überlegen?? :O

eowyn_ch's Wertung: 4.0 Sterne


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