Forum Movies - Reviews: Kino
Beitrag Cold Mountain
Cold Mountain oder: Reiselust mal ganz ausführlich Willst du einen erschütternden Film über den amerikanischen Bürgerkrieg sehen? Oder ein packendes Liebesdrama? Einen aufwühlenden Überlebenskampf? Oder vielleicht alles zugleich? Dann geh dir bloss nicht Cold Mountain ansehen. Obwohl Anthony Minghellas Film Elemente aus all diesen Ingredienzen enthält, wird der Film kaum einer davon auch nur annähernd gerecht. Im Gegenteil: Cold Mountain ist ein überlanger, ächzend langweiliger, überspielter und hilflos pathetischer Schinken, bei dem man nach einem ersten Blick auf die Uhr verzweifelt feststellt, dass erst 30 Minuten um sind und das Ding noch zwei Stunden andauern wird. The English Patient, ein hochdekoriertes Werk von Anthony Minghella, hatte ja durchaus seine Längen, aber auch eine drückend betäubende, sehr poetische Atmosphäre, derer man sich doch gerne hingab, abgesehen von der wunderbar stimmungsvollen Kameraarbeit. Cold Mountain aber vereint all die negativen Seiten, die in Minghellas Englischem Patienten in kleinerem Ausmass schon vorhanden waren, nun über eine Länge von gut zweieinhalb kaum enden wollenden Stunden ausgedehnt. Hinzu kommt eine Nicole Kidman, die ich selten in letzter Zeit so fehlbesetzt sah, stereotype Nebendarsteller (Giovanni Ribisi etwa oder Ray Winston als Oberbösewicht Teague) und selbst die überall so hochgelobte Renée Zellweger mit ihrem überzogen klingenden Südstaaten Akzent kann den bereits zerbrochenen Krug auch nicht mehr zum Brunnen bringen. Und dann glotzt Jude Law als Mischung zwischen Robinson Crusoe und Rächer der Enterbten auch noch minutenlang in die Leere. Was hart klingen mag, ist unter dem Einwand besser zu verstehen, dass beide, Kidman und Law, ihr bestes (und noch mehr) versuchen und zu viel des Guten tun, um ihre Charktere in ein dramatisch glaubwürdiges Licht zu rücken, während sich die zäh umgesetzte Story mit ihren bedeutungsschweren Sätzen vor sich hinwälzt. Und es bleibt die Frage, wer ums Himmels Willen daran glaubte, dieses Szenario von Buchautor Charles Frazier derartig in einen bemüht beeindruckenden Film zwängen zu können? Anthony Minghella bleibt seiner Linie treu, Romanwerke mit der grossen Kelle anzurühren. Was bei The English Patient und Talented Mr. Ripley noch funktionierte, geht hier schief, gerade wenn der Cast die Bürde nicht tragen kann. Cold Mountain ist ein allzu berechnender Oscar-Möchtegern, der wohl dennoch sein Publikum erreichen wird, dem ich aber beim besten Willen keinen "must see" Stempel aufdrücken kann. Oder um die Anglizismen zu umgehen: Cold Mountain ist eine mittlere Zeitverschwendung! |
Zu diesem Thema wurden insgesamt 37 Beiträge geschrieben.
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Keine Frage, keine Zweifel: Das SchauspielerInnen-Aufgebot in Cold Mountain ist exzellent, ja geradezu einzigartig hervorragend! Alle Rollen sind m.E. perfekt besetzt (ja, auch die Zellweger passt)... top! Und doch stimmt mich das Gesamtwerk nachdenklich i.S.v. "wird der Oscar-Hype auch in die europäischen und asiatischen Staaten überschwappen und beim Publikum auf jede Menge positive Zustimmung stossen?" Ich weiss nicht recht, ich weiss nicht recht... und darum tendiere ich zu einem "Niet". Bei mir ist's mehr ein Gefühl... der Film hat mich gelangweilt, trotz den vielen tragischen Momente. Und nein, ich mag keine Bürgerkriegs-Movies; davon kann ich gut und gerne lassen. Fazit meinerseits: Law, Zellweger und natürlich Ms Kidman spielen hochkarätig, wie man es sich von Stars diesen Kalibers erwarten darf. Doch Story resp. Hintergrund und Machart... no comment. Meine Erwartungen wurden auf beinah jeder Linie enttäuscht. |
Einigkeit in OutNow-Land! Für wahr viele Stars machten sich die Fingernägel schmutzig für 'Cold Mountain'. So auch die beiden meistbeschäftigsten Blondinen Hollywoods. Porzellangesicht Kidman hungert und Bauerntrampel Zellweger ist lustig bis zur Szene mit dem Hahn. Dann merkt man, dass sie für den Rest des Films mit diesem dämlichen Akzent weiter reden wird. Philip Seymour Hoffman hat die Lacher auf seiner Seite mit seinen im wahrsten Sinne "Scheisswitzen' bis er dann auf White Trash Huren sitzend erschossen wird. Sie alle treffen auf Adonis Jude Law der durch die Gegend torkelt und auf der Suche nach seiner Allerliebsten nicht einmal eine Schönheit des Kalibers einer Padmé Amidala ranlässt. Die Bösewichte sind lächerlich grausam und erinnern an die Deutschen aus 'Die Hard'. Es sollte ein Epos werden, ist aber purer, überlanger Hochglanz-Kitsch geworden. Kein Wunder für einen Film der sogar einen Food Stylisten benötigte. Dann schon lieber die Original Odyssee von Homer. Das einzige Highlight: White Stripes-Sänger Jack White in einer Nebenrolle. Die hat er aber sicher auch nur bekommen, weil seine Freundin Renee ihm dazu verholfen hat. |
Renée Zellweger: Lippe hochziehen, Zähne fletschen und mit Akzent reden, nein, das reicht einfach nicht. Ich fand's eher peinlich... |
Zitat pb (2004-01-27 06:22:58)
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ich halt's mit rm: bis zur szene mit dem hahn war sie lustig... (und das waren ca. 4 Min.). |
Ähm, ich oute mich jetzt mal als Geek, als Besserwissserin: Jack White war von Anthony Minghella um Mithilfe beim Soundtrack gebeten worden. Als Dankeschön durfte er kurz mal durchs Set stolpern und irre doofe Sätze aufsagen. Cooler Auftritt, allemal! Daneben hab ich mich natürlich auch auf den Film konzentriert. Fand ihn aber nicht so schlimm wie ihr tut. Es gab witziges, tragisches und schönes und alles immer in dieser getragenen Langsamigkeit, die Minghella sich eigen gemacht hat. Ein schöner Western. Zum Oscar Hype folgendes: In Hollywood gibts halt Blockbusters, die im Sommer laufen und den Nachos-fressenden Kinogängern gefallen, so à la Spiderman oder Batman - The Intimidation Game (mit Christian Bale, von Christopher Nolan!!!). Und dann gibt es von Harvey Weinstein produzierte, vierstundenlange Epen, mit Drama und Herz, die dann eben auf dreizehn Oscar-Nominierungen abzielen. Ich persönlich bevorzuge, wenn denn schon Hollywood, eher die zweite Kategorie. |
Zitat Straycat (2004-02-19 10:43:22)
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Zitat Straycat (2004-02-19 10:43:22)
aha. nun, ich könnte sogar ohne beides leben... dazwischen hat's doch noch genügend luft. |
Zitat Straycat (2004-02-19 10:43:22)
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Zitat ma (2004-02-20 08:47:22)
Also ich verteile solche Infos immer ohne Gewähr und beziehe mich bei Rückfragen auf den grössten Film-Geek aller Zeiten: Greg mit seiner upcomingmovies.com site. Gut, mittlerweile hat ihn sich Yahoo:Film geschnappt, aber er hat immer noch die ausführlichsten und aktuellsten Film-News. Und ebendort stand, ich zitiere: Batman: The Intimidation Game... http://movies.yahoo.com/shop?d=hp&cf=prev&id=1808490909 Enjoy. |
Zum letzten Mal Off-Topic: Tja, der titel wird wohl eh ein Arbeitstitel sein bei Harry Knowles und seinen Jungs wird auf jeden Fall immer als, Zitat "the forthcoming blockbuster Batman: Intimidation" erwähnt. Aber egal. So. "Cold Mountain" gehe ich übrigens morgen Nachmittag anschauen. Ich bin mal sehr gespannt... Ist er wirklich so mies wie alle sagen? Kann ich mir fast nicht vorstellen. Mehr dazu am Samstag. |
Zitat ma (2004-02-20 11:24:27)
Ich geh heute abend (gleich nach "Deep Blue"...) und freu mich irgendwie auch. Hoffentlich schlaaf *gähn* ich nicht ein dabei.... |
Zitat ma (2004-02-20 11:24:27)
Genau, das frag ich mich jetzt auch. Werde den sicher auch noch im Kino schauen gehen. Ich persönlich erwarte einen guten Film, und nichts schlechtes. Aber hat so wie ich sehe immerhin 3,7 Sterne bekommen. |
Zitat muri (2004-02-20 11:27:03)
Kommt auf die Erwartungshaltung an - und nimm doch Dein Wuschelkissen mit |
ok... bin wohl ein ziemlich emotionaler mensch, denn cold mountain hat mich gepackt und mich ziemlich von der erde zum himmel und zurück geworfen. am anfang etwas mühsam, wird er gegen ende doch ziemlich dramatisch... und am ende fragte ich mich, was das bessere paar war - zellweger-kidman oder law-kidman... |
8 Oscarnominationen hat der Film eingeheimst. In meinen Augen ein bisschen sehr viel für eine Geschichte, die zwar tragisch ist und manch Herz zum bibbern bringt, aber schlussendlich doch zu sehr auf die ganze Oscar-Verleihung zielt. Nicole Kidman als Entlein, dass zum Schwan wird. Renee Zellweger, die als Frau ihren Mann steht, mir aber erstaunlicherweise optisch besser gefällt, wenn sie ein wenig mehr Pfunde auf den Rippen hat. Jude Law, der (mal mit Bart, mal ohne) sich durch's Land kämpft und immer wenn er kurz vor dem Tod steht, von irgendjemandem gerettet wird. Dazu die eine oder andere Figur, ein Gesicht, dass man schon irgendwo anders gesehen hat. Das ganze Staraufgebot ist zwar imposant, lenkt aber vom eigentlichen Thema etwas ab. Hier wird getötet, gehäutet, sich verteidigt und gefoltert. Das harte Leben von damals, mit den hübschen, schönen Schauspielern von heute. Irgendwie fehlt dem Film die letzte Glaubwürdigkeit und neben der fehlenden Spannung ist hier der Humor ein grosses Manko. Denn einzig Zellweger's Figur bringt die Zuschauer hin und wieder zum schmunzeln. Neben ihr gibt es noch Philip Seymour Hoffman als gestrauchelter Mann Gottes, der die Lacher auf seiner Seite hat und die Zuschauer aus der andauernden Lethargie holt. Man stelle sich vor, wie ernst und öde das ganze gewesen wäre, wenn diese zwei Charaktere nicht dabei gewesen wären.... Fazit: Hart arbeitende, für die Freiheit kämpfende Amerikaner, die trotz all dem Leid und Schmerz immer wieder die Zeit finden, ein Lied zu singen oder sich der Liebe zu widmen. Genau das hatte ich erwartet und hab's schlussendlich auch bekommen. Dass der Film (wie inzwischen viele andere auch) ca. 30-40 Minuten zu lang war und man gegen Ende darauf wetten konnte, dass noch was tragisches passieren wird, hatte ich miteinberechnet. Ein von guten Schauspielern getragener Kitsch-Roman, der künstlich brutal von eben genau diesem Image wegkommen will, es aber schlussendlich nicht schafft. Naja.... Wenn's denn sein muss... |
höhö. Nicht eingeschlafen? Fast? beinahe? |
Durch viele schlechte Kritiken oder Aussagen, die ich über den Film gelesen habe (u.a. aus eben diesem Forum), bin ich mit einer entsprechenden Einstellung in den Film gegangen...und ich war wirklich positiv überrascht. Natürlich ist der Film sehr lang (2 1/2 Stunden sind nicht wenig) und nicht an jeder Stelle wirklich spannend oder verständlich, aber die Liebesgeschichte wird wunderschön dargestellt, der Soundtrack ist echt klasse und passt sehr gut zur Grundstimmung des Films, der Krieg wird sehr realistisch und brutal dargestellt, was einen gelungenen Kontrast zur Liebesgeschichte darstellt und diese noch schöner wirken lässt, sämtliche Nebendarsteller brillieren in ihren manchmal sehr kleinen Rollen (Giovanni Ribisi, Natalie Portman, Donald Sutherland, natürlich Kathy Baker und viele mehr), Rene Zellweger spielt einfach grandios und verdient den Oscar (wenn man so etwas wirklich verdienen kann, betrachtet man bestimmte Schauspieler, die ausgezeichnet wurden...) und Nicole Kidman glänzt wie ein Beutel voller funkelnder Diamanten ( Ich kann diesen Film nur weiterempfehlen. [Editiert von 'The One' am 24 Feb 2004 23:33:19] |
Zitat rm (2004-01-27 03:23:38)
dieser Punkt war es, der den Film für mich ziemlich heruntergezogen hatte. Ansonsten: Schöne Bilder, ebensolche Musik und tolle Besetzung. [Editiert von 'ma' am 25 Feb 2004 15:01:26] |
Zitat ma (2004-02-25 10:10:10)
Die Besetzung wäre schon toll, nur spielt sie eben nicht so. |
Es ist bloss etwas schade, dass alle Nebendarsteller wie Brendan Gleeson oder Philip Seymour H. mehr im Gedächtnis bleiben als das Liebespaar... |
Zitat ma (2004-02-25 15:02:35)
eben... na ja, die Academy sah's ja diesmla fast so wie wir. die machen sich. |
Mir hat der Film super gut gefallen - ich bin voll begeistert. |
ich musste mit der schule ins kino. und tatsächlich: freiwillig hätte ich *diesen* film nicht geschaut! einfach langweilig, nicht überzeugend, und jede szene vorhersehbar. (ein bisschen übertreiben darf auch ich, oder?) |
Zitat charlize (2004-03-01 00:21:37)
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Zitat charlize (2004-03-01 00:21:37)
du übertreibst nicht... |
Schlecht ist der Film nicht. Zellweger überzeugte voll und ganz. Kidmann ist meiner Meinung nach eine Fehlbesetzung. Aber Charlie Hunnam und Giovanni Ribisi machten den Film sehenswert. |
Zitat rm (2004-03-01 01:42:10)
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Was ist denn jetzt los? Gerade die Kenntnisvolleren unter euch scheinen den Film ja nicht besonders gemocht zu haben. Ich war hingegen einigermassen begeistert. Zwar war mir Freundin Zellweger etwas zuviel des guten und die Bösen waren schon ultra-grimmig, doch kann man das, sofern man den Vergleich, den 'rm' (obschon in negativem Bezug) Bereits zur Odyssee gezogen hat, durchaus als Teil dieser wahnsinnigen Reise werten. Der Film hat mir aber überhaupt sehr gut gefallen. Zunächst die Grundstimmung, bzw. die Frage, wie man aus dem verdammten Krieg am schnellsten rauskommt. Kein alltägliches Thema im amerikanischen Mainstream. Ich glaube aus Hollywood hätte sowas zurzeit nicht kommen können. Nicht mehr gekannt habe ich mich, als Spoiler zum Lesen Text markieren
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Ich bin ein Renée-Fan ...Und ich finde sie hat ihre Rolle sehr gut gespielt. |
ma hat absolut recht |
Ja, Renée Zellweger liefert eine Meisterleistung ab, aber Jude Law war auch nicht schlecht. Die Geschichte liesse sich durchaus in der Hälfte der Zeit erzählen... |
Klar es ist HOLLYWOOD, richtig kitschig gegen Schluss und manchmal langweilig.
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Zitat pb (2004-01-26 15:17:00)
wie recht du hast, zudem stimmt die chemie zwischen den beiden sowas von überhaupt gar nicht! der film kann sich nicht entscheiden, was er sein will, und für nen ordentlichen bürgerkriegsfilm ist er schlichtweg viel zu langweilig. |
ich musste natürlich auch nochmals reinschauen... und synchronisiert ist der film nochmals schlechter. schon ein grausames machwerk, das ding. |
Ich verstehe hier diese Lobeshymmen überhaupt nicht. Der Film ist weder spannend noch unterhaltsam. Cold Mountain ist übelst kitschig. Erinnert mich fast an Titanic. Dazu ist alles so klischiert, was hier völlig auf die Spannungsbremse drückt. Einer der wohl überbewertesten Filme die ich kenne. Immerhin sind die Landschaften schön und die Schauspieler akzeptabel. [Editiert von ()=() am 2009-01-25 14:21:59] |


