Forum Movies - Reviews: Kino
Beitrag The Missing
The Missing oder: Mädchenhandel im Wilden Westen Der amerikanische Heimatfilm - auch Western genannt - ist nicht unter zu kriegen. Immer wieder wird die Eroberung des Westens der USA filmisch umgesetzt. Alle kommen dabei einmal auf ihre Kosten. Für die Romantiker gibt es Sommersby, Science Fiction Fans ergötzen sich an Wild Wild West, bei Maverick wird gelacht und Freunde der Friends freuen sich über Almost Heroes. Historisch korrekt sind die wenigsten dieser Filme. Vor allem die Darstellung der Indianer sagt meist mehr aus über die Zeit, in der sie gedreht wurden als über die Zeit in der sie spielen. Ein Film wie Dances with Wolves, der mit dem Credo "Make Love - Not War with the Indians" die Ureinwohner Amerikas idealisierte, wäre 15 Jahre früher undenkbar gewesen. Im Falle von The Missing sehen die Indianer auch aus wie auf den Bildern aus dem Nordamerika Native Museum (NONAM) in Zürich. Die Schauspieler setzten sich unter professioneller Aufsicht von Sprachforschern und Stammesälteren mit dem Apachenidiom Chiricahua auseinander. Man kann also davon ausgehen, dass man sich die Mühe genommen hat, die Native American akkurat darzustellen. Die Szenen im Chiricahuah-Dialekt sind untertitelt. Ein Wagnis in einem Actionfilm, der The Missing auch sein möchte. Nicht zuletzt deshalb sind die authentischen Dialoge zwangloser als deren Gegenstücke in der Lakota Sprache der Sioux aus Dances with Wolfves. Ron Howard (Apollo 13) ist mit The Missing auch im übrigen an einer realistischen Darstellung des "Wilden" Westens interessiert. Er orientiert sich an differenzierenden Filmen wie Michael Winterbottoms The Claim, Ang Lees Ride with the Devil oder Jonathan Demmes The Beloved, die allesamt unbekanntere Aspekte der Eroberung des Westens aufzeigten. Seiner Realisierung des Bubentraums, einen Western zu drehen, kann zu Gute gehalten werden, dass er den Mädchenhandel als Thema in den Kosmos des Western einbrachte. Evan Rachel Wood als titelgebende Vermisste hat trotzdem nicht die Hauptrolle in diesem Film. Der Teeniestar, der schon in Thirteen auf sich aufmerksam machte, dient als Auslöser für die Geschichte über das schwierige Zusammenfinden in einer zerrütteten Vater-Tochter Beziehung. Die Geschichte findet erfreulicherweise nicht allzu geradlinig zum friedlichen Abschluss. Gewiefte Westernfans werden sicher gewisse Bögen, die die Handlung schlägt, im voraus kommen sehen. Ferngläser sind nun halt mal eine Gefahr bei Sonnenlicht, wenn man auf der Lauer liegt. Der Film dauert deshalb etwas mehr als zwei Stunden. Dafür wird man genregerecht mit imposanten Landschaftsbildern und Schiessereien hinter Felsen entschädigt. |
Wie die US-Einspielzahlen zeigen, ist auch dieser Versuch, den Western wieder erfolgreich ins Kino zu bringen, eher gescheitert. Leider. |
Zitat pb (2004-01-18 08:34:44)
Klingt logisch ... damals noch gesucht, heute vermisst |
Zitat jack1603 (2004-02-04 15:12:33)
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Zitat rm (2004-02-04 17:52:07)
mais, jetzt übertreib mal nicht... |
Zitat pb (2004-02-04 19:11:52)
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Angepriesen als "Western" wird der eine oder andere Zuschauer recht überrascht sein, wenn's nicht um Saloon-Schiessereien, Cowboy-Probleme oder Sonnenuntergänge geht. Denn "The Missing" fährt auf einer anderen, dunkleren Schiene. Die Story ist recht simpel. In der Not ruft eine Tochter ihren Vater zu Hilfe, der die Familie vor langer Zeit verlassen hat. Zusammen versuchen sie, die Tochter/Enkelin zu retten, die von Mädchenhändlern entführt worden ist. Und zwischen indianischen Flüchen, Gebeten, Traditionen und Spurenlesen kommen sich die beiden Hauptfiguren näher und versuchen, einen Strich unter ihre Vergangenheit zu ziehen. Klar, die Entführungsgeschichte ist für die Action zuständig, während der Vater/Tochter-Konflikt eher etwas für die anspruchsvolleren Zuschauer ist. Aber das eine würde hier ohne das andere nicht funktionieren. Denn sind die Gespräche doch relativ lang und nur selten richtig interessant, wird die Action recht sparsam eingesetzt und bringt Spannung und Bewegung auf der Leinwand. Und wer sich für indianische Kultur interessiert, kommt sowieso auf seine Kosten. Cate Blanchett als starke Frau ist eine gute Wahl. Obwohl sie mir nicht gerade grundsympathisch ist, überzeugt sie doch in ihrer Rolle und zeigt sogar ab und zu etwas Herz. Fazit; |
Ich muss sagen, ich finde diesen Film ziemlich lahm. |
Zitat inirye (2004-02-22 10:13:09)
Inirye hat ganz recht es ist logisch wie das Ende ausgehen muss! |
endlich wiedereinmal nen western... dachte ich mir. nun ja, der film also solches ist nett, den schluss fand ich gut, und auch zwingend so. denn als fan der leone spaghetti-western würd ich gerne mal wieder ein solches kaliber sehn... naja... |
Zitat Ghost_Dog (2004-02-24 10:31:16)
Dann wäre vielleicht "Open range" etwas für dich? |
mh... geh i vielleicht guggn, aber die story is au ned grad der wahnsinn. und der abgehalfterte costner... kommt mir wien der mit dem wolf tanzt 1.5 vor... hehe an die leones mit dem göttlichen eastwood is nie wieder was rangekommen. schade, was die welt braucht is n western vom ollen tarantino, das könnte die moderne fortsetzung für die spaghettis sein? |
Sämtliche Schauspieler haben mir in The Missing recht gut gepässelt. Die Story hingegen fand' ich überaus fad und langweilig. Nicht sonderlich empfehlenswert, dieser Film - von Spannung fehlt m.E. jegliche Spur; und das bei einem Indianer-Thema... *ts!* |
Zitat muri (2004-02-13 07:32:29)
Habe den Film dieses Wochenende nachgeholt und war enttäuscht. Die Gespräche zwischen Vater und Tochter waren jedoch das Herzstück des Filmes für mich das Highlight :-) |
hatte auch mehr erwartet, jones, blanchett und eric schweig sind ok, der rest naja |
jaja, wirklich ein trauriges kapitel... |
naja, neben den guten Schauspielern und den guten Dialogen bietet The Missing nicht viel mehr als eine öde Story die in schöne Landschaftsbilder gepackt ist. Sicher ein etwas ungewöhnlicher Western, der aber auf der ganzen Laufzeit nicht wirklich packen kann und mehr dahindümpelt als wirklich eine Spannung aufzubaut. Nach dem hingeschluderten Schluss hat man nicht viel mehr als ein Western der etwas anderen Art... |

