Forum Movies - Reviews: Kino
Beitrag 21 Grams
21 Grams oder: das Gewicht der Seele Der Titel 21 Grams bezieht sich auf die 21 Gramm, die ein Mensch im Augenblick des Todes verlieren soll. Ist es das Gewicht der Seele? Ist es das Gewicht, das diejenigen weitertragen, die uns überleben? 21 Grams ist vor allem eines: Ein manipulativer Film, der uns glauben machen möchte, er sei mehr als er ist. Die drei Geschichten werden nicht chronologisch erzählt. Ohne ein jegliches Muster springt der Film von Gegenwart in die Zukunft zur Vergangenheit. Da ist eine Figur krank, dann wieder gesund, dann plötzlich wieder krank. So braucht es mehr als eine halbe Stunde, bis man endlich weiss was Sache ist. Die schlimmste Wirkung, die diese Entscheidung jedoch verursacht ist, dass durch das ganze Wirrwarr die emotionale Bindung zu den Hauptcharakteren leidet. Kein Wunder hört man auf sich für sie zu interessieren, wenn man doch mehr mit dem Zusammensetzen eines Puzzels beschäftigt ist. Der Zuschauer wird also regelrecht dazu aufgefordert, das Puzzle der Geschichte fertigzustellen. Das ist ja keine schlechte Sache, wenn die Puzzleteile am Schluss ein schönes Bild ergeben. Doch leider hört die Geschichte einfach auf, ohne grosse Überraschungen und so war die ganze Mühe umsonst, die man sich mit den vielen Teilen gemacht hat. Tönt frustrierend, oder? Ist es auch. Dazu kommt noch, dass der Film eine eher deprimierende Angelegenheit ist. Und das nicht in einem guten Sinne. Der Film sieht dreckig und überbelichtet aus, ist mit Handkamera gefilmt. Das ist weder aufbauend noch steckt eine erkennbare Message dahinter. Der Film ist, man kann es nicht anders sagen, wirklich hässlich anzusehen. Die Schauspieler weinen oder schreien so ziemlich die ganzen 125 Minuten des Filmes mit roten Augen und laufenden Nasen. So versuchen sie auch, allen voran Naomi Watts, möglichst dramatisch zu spielen, was der Oscar-Jury ja bekanntlich gefällt. Während des Films habe ich mich nicht allzuoft aufgeregt, da ich zu beschäfftigt war, die Reihenfolge der Szenen in meinem Kopf chronologisch zu ordnen. Doch nach dem Film fühlte ich mich hinters Licht geführt und manipuliert. Denn eigentlich ist der Film nicht mehr als eine Soap-Oper, formal als Arthouse-Film getarnt. |
hmmm |
Zitat cHoco (2004-01-10 17:00:15)
den film fand ich ebenfalls sch...lecht. dieses ewige hin- und hergespringe aus gegenwart in die vergangenheit ist wirklich mühsam und hat hier nichts mehr mit kunst oder besonders wertvollen stilistischen filmmitteln zu tun. wie marco schon ausgeführt hat, die schauspieler überzeugen nicht, das leid wirkt zu übertrieben, zu gekünstelt. schade, ich war nach dem kinobesuch enttäuscht. |
Ich kann allen wärmstens empfehlen, sich amores perros anzusehen. Im Vergleich dazu ist 21 grams ein müder Abklatsch, einmal abgesehen von den durchwegs hervorragenden Schauspielern (auch Charlotte Gainsbourg in einer Nebenrolle, endlich mal ohne aufgesetzten Schmollmund). Die Erzählweise funktionierte in amores perros, der Film hatte aber wesentlich mehr Tiefe, auch, weil die Kamera länger an einer Geschichte dranblieb. |
dieser film ist absolut genial, besonders wie die chronologische abfolge zerschnitten wurden, so gut habe ich dies noch nie gesehen. es tut mir wirklich leid für euch, wenn ihr am schluss die story nicht geschnallt habt und immernoch verzweifelt versucht die szenen zusammenzusetzen schaut ihr ihn euch lieber nochmal an statt hier verzweifelt nach gründen zu suchen um den film schlecht zu bewerten... |
kann mich icescalar nur anschliessen. fand den film genial. man musste überlegen und die story hat mich gepackt. thumbs up. |
21 Grams war wieder mal einer der Filme, die mich von Anfang bis Ende gefesselt haben. Sean Penn war wieder mal ausgezeichnet, Benicio del Toro war sehr natürlich und Naomi Watts, zu meinem eigenen Erstaunen, überdurchschnittlich gut. Was mir besonders gefiel waren die zeitlich verschobenen Szenenfolgen. Dies zwingt den Kinobesucher dazu mitzudenken. Anspruchsvoll, wirklich anspruchsvoll. Mir gefiel zudem die triste Machart des Films, die Kameraführung. Kein Hollywoodler der normalen Art. Über die Story lässt sich streiten. Sicher ist aber, dass dies das realistischere Bild von Amerika ist, als es uns in andern Hollywoodlern immer suggeriert wird. Nicht jede/r lebt in einem Penthouse in Manhatten und nicht jede/r ist schön. Von mir erhält der Film die Höchstnote! |
Zitat imfi (2004-02-18 12:39:20)
Die Falle des Filmes scheint bei dir zugeschnappt haben Von anspruchsvoll sah ich nichts |
habe gestern erst den film gesehen und finde ihn auch genial. wer will denn schon eine geradlinige, in jeder szene schlüssige story? denn dann sollte man sich andere filme anschauen! |
Zitat ma (2004-02-18 13:22:54)
Hallo ma! Nun, von welcher Falle sprichst du denn? Wäre schön, wenn du deinen kurzen Kommentar etwas näher erläutern könntest. |
nun, was ma wohl meinte ist, dass um dem stoff angeblichen tiefgang zu verleihen die erreignisse nicht chronologisch erzählt werden. so wird einem eine vielschichtigere geschichte vorgegaukelt, als sie eigentlich ist. reiht man die erreignisse zeitlich richtig aneinander, bleibt nicht mehr viel von der story übrig... |
Da kann ich nichts mehr dazu fügen, th! Perfekt erklärt!
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Da eure Kommentare so unterschiedlich waren wusste ich echt nicht soll ich ihn sehen gehen oder bereue ich es dann? Schade das ich Amore Perros nicht gesehen habe, er sollte irgendwo in meiner Vieosammulung schlummern aber da ich zu viele Schulaufgaben habe spare ich mir den für den nächsten Ferien. |
Kann mir jemand ein mail schicken und sagen, wie's ausging? Ich selber hab den Film nicht gesehen und brauch das Ende für eine Kollegin. Also, stirbt einer? verlieben sich 2? Oder wie geht's aus? danke. |
[Editiert von Namor am 2006-11-28 12:36:10] |
Hey Leute, Augen auf, wenn ihr ins Kino geht! Es ist Unterhaltung! Es soll Eure Fantasie anregen und Euch träumen lassen (auch wenns in diesem Film eher ein Alptraum ist...)! der_kai [Editiert von 'der_kai' am 17 Aug 2004 12:15:52] [Editiert von 'der_kai' am 17 Aug 2004 12:17:24] |
Zitat der_kai (2004-08-17 12:15:09)
Danke für die netten Worte... Zitat der_kai (2004-08-17 12:15:09)
Tut mir leid, wenn es auch technische Raffinesse und Erzählkunst braucht, um mich zu bewegen... |
ich fand den film absolut genial! Er fährt ohne umwege direkt in die knochen. Durch den abnormalen Schnitt wird der Zuschauer gezwungen mehr mitzudenken. man setzt sich langsam im kopf die geschichte zusammen. aber mich hat sowieso der gesamte film absolut beeindruckt. Es ist etwas das man nicht alle tage im kino zu sehen bekommt, sondern etwas spezielles. von mir kriegt dieser film fünf sterne |
[Editiert von Namor am 2006-11-28 12:35:44] |
möchte auch sagen: ein super film. wieder mal was, bei dem man zu 100% in der geschichte drin sein muss, da man sie nur so wirklich verstehen kann. vor allem die kameraführung fand ich geil - und wie genau damit die verschiedenen stimmungen im film unterstützt wurden. |
Der Film fährt voll ein. Ich kann Indipolo nur beipflichten, dass die Kameraführung sensationel ist und dem Fil einen speziellen Touch gibt! auch finde ich es gut, dass er (jedenfalls bei uns) nur auf Englisch zu sehen war (gibts ihn auch auf deutsch?). Die Story brilliert dank Naomi, del Toro (?) und natürlich Sean Penn!!! |
Ich fand 21 gramms gut, besonders die Idee der "verschwindenden 21 Gramm" ist genial. [Editiert von 'Santam' am 03 Nov 2004 10:16:19] |
wäre nicht mal nötig gewesen den film zu zerschnippeln. das kennen wir doch schon von anderen filmen... aber die kamera hat mich nicht gestört. ebenso wenig hat mich das dauerdepressive verhalten der (nicht gerade schlechten) schauspieler gestört. allerdings hab ich mich in keinster weise gefordert gefühlt... ich wusste ja dauernd dass das puzzle irgendwann wieder zusammengesetzt wird. spannend wäre gewesen wenn man dem zuschauer mehr freiraum gelassen hätte. warum nicht mal nen film ohne richtiges ende machen? denk dir die geschichte selber fertig. wär wahrscheinlich sogar besser rausgekommen. amores perros gefällt mir um einiges besser... obwohl die grundidee gleich ist. ein unfall = viele storys... dann noch ein bisschen die reihenfolge durcheinanderbringen, und schon hat man einen film der bewegt. (mehr oder weniger!) [Editiert von 'dr.nonsens' am 20 Jun 2005 11:00:52] [Editiert von 'dr.nonsens' am 20 Jun 2005 13:47:06] |
Ich fand den Film sehr sehr gut. Ich würde die Filmschnitte nicht als Puzzleteile bezeichnen, sondern eher absichtlich ausgewählte Szenen, in denen die Gefühle und die Situation der Figuren besser darstellt. Die Story ist zwar nicht so "The Machinist"-mässig, doch trotzdem bewegt der Film. Ich persönlich fand die Bilder und die Kamera überhaupt nicht schlecht sondern sehr gut. Die Atmosphäre und die Musik sind passend und bedrückend. Doch den Film sollte man nicht als depressives Werk sehen, sondern im Film sind auch schöne Momente zu sehen, die Hoffnung zeigen. Die unchronologische Erzählweise ist interessant und man konzentriert sich mehr. Vorallem muss man aber die Schauspielerische Leistungen erwähnen und allen voran Naomi Watts. Sie muss sich überhaupt nicht in den Schatten von Nicole Kidman stellen. Dieser Film ist auf jeden Fall empfehlenswert. |
son manipulativer müll! der film will so tiefgründig sein, aber was geboten wird, fand ich nur anödend. bei der völlig sinnfreien erzählweise angefangen bis zum schluss, der keiner ist. grottig. [Editiert von Ghost_Dog am 2007-03-04 16:51:33] |

