Forum Movies - Reviews: Kino
Beitrag Le Divorce
Le Divorce oder: Scheidung auf amerikafranzösisch Zugegeben, vor dem Kinobesuch hatte ich noch rein gar nichts über diesen Film gehört, darum ging ich dementsprechend frei von Erwartungen in die Vorführung. Doch selbst unter diesen vermeintlich guten Voraussetzungen wurde ich während den 115 Minuten, die darauf folgten, bitter enttäuscht! Selten habe ich mich im Kino so gelangweilt; wäre dieser Film im Fernsehen gelaufen, ich hätte spätestens nach 5 Minuten weggezappt ohne mit der Wimper zu zucken. Wer denkt, Le Divorce sei eine nette Liebeskomödie à la French Kiss, der sei gewarnt, Humor kommt meines Erachtens recht selten vor, und wenn, dann sehr leise und behutsam, zu behutsam. Zu mehr als einer Handvoll Schmunzler hat es bei mir jedenfalls nicht gereicht. Der Film sieht sich wohl eher als eine Art Beziehungsmelodrama, doch dafür ist die Story dann wieder zu leicht, zu anspruchslos. Es gibt reichlich Nebenhandlungen (zu viele), die im Endeffekt jedoch nicht wirklich in den roten Faden, der durch die Geschichte führen soll, eingebunden werden. Schauspielerisch gibt's absolut nichts zu mäkeln, alle machen ihre Arbeit solide, allen voran die erfrischende Kate Hudson, die einem zeitweise die Langeweile der Geschichte etwas versüsst, und Thierry Lhermitte, der mir persönlich am besten gefallen hat. Wenn er auf der Leinwand auftaucht, sprüht es nur noch so von französischem Charme. Überhaupt ist die Mischung aus französischen und amerikanischen Schauspielern sehr gelungen, wie ich finde. Sie alle jedoch können den Film auch nicht aus den Fängen der Langeweile befreien, das hätte wohl nur ein geschickterer Dramaturg gekonnt. Nun, was bleibt mir noch zu sagen? Wie man den Zündstoff, den eine amerikanisch-französische Konfrontation wie hier im Film zweifellos zur Genüge bieten müsste, derart verpuffen lässt, ist mir schleierhaft, und darum sowie obengenannten Kritikpunkten ist für mich Le Divorce schlicht und einfach eine Enttäuschung. Bleibt zu hoffen, dass Regisseur James Ivory wieder mal zu meisterhaften Werken wie The Remains of the Day und Howards End zurückfindet. |
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